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Homophobe Gewalt in Hessen
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Homophobe Gewalt in Hessen Polizei sucht Zeugen, Ermittlungen zu Hassmotiv

ms - 11.06.2026 - 09:00 Uhr
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Nach einem gewaltsamen Übergriff auf drei junge Erwachsene im hessischen Main-Taunus-Kreis untersucht die Polizei einen möglichen homophoben Hintergrund. Die Tat ereignete sich nach Angaben der Ermittler am späten Montagabend an der Bushaltestelle „Amselweg“ im Hofheimer Stadtteil Marxheim. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Drei junge Erwachsene wurden an einer Bushaltestelle in Hofheim-Marxheim angegriffen.
  • Nach bisherigen Erkenntnissen soll eine Gruppe von etwa zehn Jugendlichen beteiligt gewesen sein.
  • Die Betroffenen wurden zunächst beleidigt und anschließend körperlich attackiert.
  • Die Polizei geht derzeit von einem möglichen homophoben Tatmotiv aus.
  • Mehrere Verdächtige konnten bereits näher beschrieben werden.
  • Zeuginnen und Zeugen werden gebeten, sich bei den Ermittlern zu melden.

Angriff gegen drei junge Erwachsene

Betroffen waren nach Zeugenaussagen demnach drei junge schwule Männer im Alter von 21 und 23 Jahren. Nach bisherigen Erkenntnissen sollen sie zunächst von einer Gruppe Jugendlicher verbal angegangen worden sein. Im weiteren Verlauf entwickelte sich daraus eine körperliche Auseinandersetzung. Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen soll die Gruppe aus etwa zehn Jugendlichen bestanden haben. Die Verdächtigen hätten die drei Betroffenen zunächst beleidigt, bevor die Situation eskalierte. Mehrere Mitglieder der Gruppe sollen anschließend auf den 23-Jährigen eingeschlagen und eingetreten haben. Als die beiden Begleiter des Mannes versuchten, den Angriff zu unterbinden und ihrem Freund zu helfen, seien auch sie attackiert worden. Zu möglichen Verletzungen der Geschädigten machte die Polizei zunächst keine näheren Angaben.

Verdächtige flüchteten nach der Tat

Nach dem Angriff entfernte sich die Gruppe in unbekannte Richtung. Die Polizei beschreibt die Beteiligten als Jugendliche im Alter zwischen 16 und 18 Jahren. Zu drei Personen liegen den Ermittlern bereits detailliertere Beschreibungen vor. Einer der Verdächtigen soll etwa 1,80 Meter groß gewesen sein. Er habe dunkle, lockige Haare getragen und sei mit einem weißen Oberteil sowie einer dunklen Jogginghose bekleidet gewesen. Ein weiterer Jugendlicher soll ein schwarzes Oberteil getragen haben. Auffällig sei zudem eine schwarze Bauchtasche mit roten Details gewesen. Zu einem dritten Verdächtigen ist bekannt, dass er nach Angaben der Polizei etwa 1,95 Meter groß und von muskulöser Statur gewesen sein soll. Er habe einen sogenannten „Buzzcut“ getragen und ebenfalls eine schwarze Bauchtasche bei sich gehabt.

Hinweise auf homophoben Hintergrund

Die Ermittler gehen aktuell von einem möglichen homophoben Motiv aus. Grundlage dieser Einschätzung sind Äußerungen, die von den Tatverdächtigen unmittelbar vor dem Angriff gefallen sein sollen. Vor diesem Hintergrund wird geprüft, ob sich die Tat gezielt gegen die sexuelle Orientierung oder geschlechtliche Identität der Betroffenen richtete. Die Polizei sucht nun nach weiteren Zeugen des Vorfalls. Personen, die Beobachtungen gemacht haben oder Angaben zu den beteiligten Jugendlichen machen können, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer (06192) 2079-0 zu melden.

Zugleich verweist das Polizeipräsidium Westhessen auf seine spezielle LGBTIQ+-Ansprechstelle. Die Einrichtung besteht seit dem Jahr 2010 und dient als vertrauliche Anlaufstelle für Betroffene queerfeindlicher Straftaten sowie für queere Vereine und Institutionen. Ansprechpersonen sind Polizeioberkommissarin Victoria Willich, Wachpolizist Alexandro Klimpel und Polizeihauptkommissar Florian Meerheim. Sie sind während der üblichen Bürozeiten unter der zentralen Rufnummer (0611) 345 1516 sowie per E-Mail an rainbow.ppwh@polizei.hessen.de erreichbar. Im Main-Taunus-Kreis kommt es in den letzten Jahren immer wieder und verstärkt zu Angriffen auf schwule Männer. Im letzten Jahr konnte die Polizei fünf Jugendliche festnehmen, die mittels der Datings-Masche gezielt Jagd auf homosexuelle Männer gemacht und diese ausgeraubt und teils schwer verletzt hatten. 

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