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Hasskriminalität in Sachsen

Hasskriminalität in Sachsen Großteil der Attacken kommen von Rechtsextremisten

ms - 18.05.2026 - 10:30 Uhr
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Die Zahl queerfeindlicher Straftaten in Sachsen hat im vergangenen Jahr erneut zugenommen. Wie das sächsische Sozialministerium mitteilte, registrierte die Polizei im Jahr 2025 insgesamt 163 Delikte, die im Zusammenhang mit sexueller Orientierung oder geschlechtlicher Identität standen – eine Zunahme um 16 Prozent. Nach mehreren Studien wie der EU-Grundwerteagentur macht dies zehn Prozent aller tatsächlich existierenden Fälle von Gewalt gegen die Community aus, rund 90 Prozent werden gar nicht erst angezeigt. 

Das Wichtigste im Überblick

  • In Sachsen ist die Zahl queerfeindlicher Straftaten erneut gestiegen.
  • Die Polizei registrierte 2025 insgesamt 163 Delikte im Zusammenhang mit sexueller Orientierung oder geschlechtlicher Identität.
  • Rund drei Viertel der Taten wurden als rechtsmotiviert eingestuft.
  • Sozialministerin Petra Köpping fordert ein entschlossenes Vorgehen gegen Diskriminierung und Ausgrenzung.
  • Die Grünen kritisieren Einschränkungen beim Schutz von Christopher Street Days und verlangen deren Anerkennung als politische Versammlungen.

Massive Angriffe von Rechtsextremen

Im Jahr zuvor waren nach offiziellen Angaben 140 entsprechende Straftaten erfasst worden. Etwa drei Viertel der aktuellen Fälle wurden den Angaben zufolge als politisch rechts motiviert eingestuft. Sachsens Sozialministerin Petra Köpping (SPD) rief dazu auf, konsequent gegen Diskriminierung und Ausgrenzung queerer Menschen vorzugehen. „Die Freiheit und Selbstbestimmung einer jeden Person, so zu leben, wie sie möchte, gehört zu den Grundfesten unserer Gesellschaftsordnung“, erklärte die Ministerin. Zugleich betonte Köpping, für verachtende Einstellungen gegenüber queeren Menschen und unterschiedlichen Lebensentwürfen dürfe es keinen Platz geben.

Mehr Schutz für queere Menschen

Die sächsischen Grünen forderten stärkere Schutzmaßnahmen für die queere Community im Freistaat. Landeschef Martin Helbig erklärte, der Schutz queerer Menschen dürfe nicht reduziert, sondern müsse ausgebaut werden. Nach Einschätzung der Grünen nehmen Ängste innerhalb der Community wieder deutlich zu. Viele queere Menschen fürchteten verstärkt Anfeindungen. Zudem gerieten Christopher Street Days zunehmend unter Druck – sowohl durch politische Einschüchterungen als auch durch behördliche Auflagen. Helbig sprach in diesem Zusammenhang von einem „Skandal“, weil der Schutz von CSD-Veranstaltungen in Sachsen zurückgefahren werde.

Hintergrund ist unter anderem eine Entscheidung der Landesdirektion Sachsen zum diesjährigen CSD in Dresden. Die Behörde hatte festgelegt, dass lediglich der Demonstrationszug als politische Versammlung gilt. Das mehrtägige Straßenfest Anfang Juni wurde dagegen nicht als Versammlung eingestuft. Die Organisatoren des Dresdner CSD gingen gegen diese Entscheidung juristisch vor. Sollte die Veranstaltung nicht als Versammlung anerkannt werden, müssten die Veranstalter die Kosten für Sicherheit, Infrastruktur und Reinigung vollständig selbst übernehmen. Zuletzt fand deswegen letzte Woche auch ein Treffen mit Sachsens Innenminister Armin Schuster statt. Die Grünen fordern deshalb, sämtliche Christopher Street Days in Sachsen grundsätzlich als politische Versammlungen anzuerkennen. Dies sei notwendig, um den Schutz queerer Veranstaltungen sicherzustellen und zusätzliche finanzielle Belastungen für Organisatoren zu vermeiden.

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