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Der Sommer zieht blank
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Der Sommer zieht blank Herbst, wir schwulen Männer sind bereit für dich!

ms - 14.08.2026 - 15:30 Uhr
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Es ist so weit: Dieses Wochenende könnte das wahrscheinlich letzte große Hitze-Spektakel des Jahres werden. Noch einmal Temperaturen, bei denen selbst der Ventilator irgendwann nur noch resigniert in die Gegend pustet. Noch einmal Nächte, in denen „Ich schlafe heute auf dem Balkon“ nicht nach Abenteuer, sondern nach vernünftiger medizinischer Entscheidung klingt. Danach aber: Abkühlung. Hoffentlich für länger. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Dieses Wochenende könnte das letzte große Hitze-Wochenende des Jahres werden.
  • Danach heißt es: weniger Schwitzen, mehr Atmen, mehr Lebensqualität.
  • Tanktops dürfen bleiben – aber Hemd, Jacke und Mantel feiern ihr Comeback.
  • Frisuren überleben wieder länger als zehn Minuten.
  • Umarmungen und Kuscheln werden temperaturtechnisch wieder attraktiver.
  • Dates müssen nicht mehr zwingend neben einer Klimaanlage stattfinden.
  • Schlafen wird wieder möglich, ohne Bett und Balkon gegeneinander auszuspielen.
  • Bars, Wohnzimmer und Sofas werden wieder gemütliche Orte statt Hitzeschutzräume.
  • Und mit der Cuffing Season beginnt die schönste Form der saisonalen Temperaturregulierung.

Eine letzte große Hitze?! 

Selten wurde eine meteorologische Nachricht von einer Bevölkerungsgruppe so sehnsüchtig erwartet wie von schwulen Männern, die inzwischen gelernt haben, dass ein gut sitzendes Tanktop bei 32 Grad seine ganz eigenen physikalischen Grenzen besitzt. Denn seien wir ehrlich: Hitze ist für den schwulen Lifestyle nur so lange romantisch, wie sie auf einer griechischen Insel stattfindet, das Meer direkt vor der Nase liegt und jemand anders die Getränke bringt. In der Stadt bedeutet Hochsommer dagegen vor allem: Frisur ruiniert, Sonnenbrille beschlagen, Deo überfordert und die sorgfältig ausgewählte Sommergarderobe verwandelt sich innerhalb von sieben Minuten in eine textile Feuchtbiotop-Zone.

Nackte Haut und Lederjacken 

Natürlich hat Hitze ihre schönen Seiten. Männer tragen weniger Kleidung. Sehr viel weniger. Man begegnet plötzlich erstaunlich vielen nackten Schultern, trainierten Oberarmen und Menschen, die offenbar einen ganzen Winter lang auf genau diesen Moment hingearbeitet haben. Aber irgendwann ist auch gut. Denn der schwule Mann möchte schließlich nicht nur gut aussehen, sondern auch wieder funktionieren. Zudem besteht das Problem, dass nicht nur jene Herren blank ziehen, die wir gerne begutachten, sondern auch alle anderen. 

Endlich kann man wieder Hemden tragen, ohne sie schon beim Anziehen durchzuschwitzen. Lederjacken werden wieder zu einer realistischen Option, der Tom of Finland in uns jubelt verschmitzt auf. Stiefel dürfen aus dem Schrank kommen. Und vor allem: Man kann sich wieder anziehen, ohne zunächst die Frage zu klären, welches Kleidungsstück bei 31 Grad am wenigsten Körperkontakt verursacht. Auch das Dating wird wieder angenehmer. Ein Date muss nicht mehr zwingend in einem klimatisierten Raum stattfinden, der ungefähr die Temperatur einer Pathologie aufweist. Spaziergänge sind wieder möglich. Umarmungen werden wieder gesellschaftsfähig. Partner können wieder miteinander kuscheln, ohne das einer schwitzend raunt: „Bleib mir bloß vom Leib!“ Und ein Kuss kann wieder ein Kuss sein – und nicht der Versuch zweier Menschen, gleichzeitig möglichst schnell möglichst viel Wärme auszutauschen.

Männer wieder lustvoll auspacken 

Der Herbst bringt noch etwas zurück, das im Hochsommer dramatisch verloren geht: Würde. Man kann wieder ins Fitnessstudio gehen, ohne nach fünf Minuten auszusehen, als hätte man gerade an einem Triathlon teilgenommen. Man kann tanzen, ohne anschließend das Gefühl zu haben, die eigene Kleidung müsse als Gefahrgut entsorgt werden. Und auch zu Hause kehrt Normalität ein. Fenster dürfen nachts geschlossen bleiben. Bettwäsche fühlt sich wieder wie Bettwäsche an und nicht wie ein feuchtes Handtuch. Der Kühlschrank muss nicht mehr als persönlicher Rückzugsort betrachtet werden. Und wer einen Föhn besitzt, kann ihn tatsächlich wieder benutzen, ohne dabei einen Hitzekollaps zu riskieren.

Das vielleicht Schönste: Endlich kann man wieder mehrere Schichten tragen. Und wir wissen alle, dass schwule Männer Schichten lieben. Nichts macht mehr Spaß, als ein verheißungsvolles Geschenk Schritt für Schritt auspacken zu können. Shirt, Hemd, Overshirt, Jacke – plötzlich ist überdies wieder Platz für Styling. Für Accessoires. Für den dramatischen Mantelauftritt. Für Schuhe, die mehr können als „möglichst luftig sein“. Der Herbst ist modisch schließlich keine Jahreszeit, sondern eine Einladung. Hallo, Herbst. Hallo, gutes Aussehen.

Chillen mit dem Männerschwarm 

Überhaupt dürfte die kommende Saison einiges bereithalten. Die ersten kühlen Abende laden zu Drinks ein, bei denen man nicht nach zehn Minuten überlegt, ob man das Glas oder gleich den ganzen Unterarm kühlen sollte. Bars werden wieder gemütlich statt tropisch. Kerzen bekommen wieder eine Daseinsberechtigung. Und die legendäre Frage „Zu warm für einen Mantel?“ wird endlich wieder zu einem ernsthaften Luxusproblem. Dazu kommen Herbstspaziergänge, Wochenendtrips, Museumsbesuche und lange Abende auf Sofas, unter Decken und mit Menschen, bei denen man nicht ständig prüfen muss, ob sie gerade wegen des eigenen Flirts oder wegen Kreislaufproblemen so rot im Gesicht sind. Man kann wieder „Netflix chillen“ mit dem schwulen Schwarm, auch wenn der Film dabei zumeist schnell zur Nebensache wird – zumindest, wenn das Date gut verläuft. 

Lust auf mehr Körperwärme 

Und natürlich: Cuffing Season, jene Zeit also, in denen Menschen und selbst schwule Männer mitunter plötzlich stärker das Bedürfnis nach einer festen Beziehung oder Nähe bekommen. Wenn draußen die Temperaturen sinken, steigt traditionell die Bereitschaft, jemanden näher an sich heranzulassen. Und wenn es richtig gut läuft, sogar vorab nach dem Vornamen zu fragen. Nicht aus meteorologischer Notwendigkeit, versteht sich. Aber ein bisschen zusätzliche Körperwärme hat noch niemandem geschadet. Der Herbst ist schließlich die Jahreszeit der Nähe. Und der guten Ausreden. „Bleib doch noch auf einen Tee“ kann vieles bedeuten. „Wir sollten uns mal einen gemütlichen Filmabend machen“ ebenfalls. Und „Es ist draußen wirklich kalt“ ist ohnehin einer der ältesten Vorwände der Menschheitsgeschichte, Körperwärme und mehr miteinander auszutauschen. 

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