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Kirche von Wales Gleichgeschlechtliche Paare dürfen dauerhaft gesegnet werden

Von ms - 17.04.2026 - 09:00 Uhr
Kirche von Wales
Foto: iStock / Sonja Ooms
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Die Kirche in Wales hat die Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften mit deutlicher Mehrheit beschlossen, hält jedoch weiterhin vorerst am Verbot kirchlicher Trauungen für homosexuelle Paare fest. Die Entscheidung sorgt innerhalb der anglikanischen Gemeinschaft für unterschiedliche Reaktionen, die schwul-lesbische Community in Großbritannien feiert den Schritt als wichtiges Signal für die ganze Insel. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Die Kirche in Wales hat einen Gesetzentwurf zur Segnung gleichgeschlechtlicher Ehen gebilligt.
  • Befürworter betonen die Bedeutung von Liebe und Beziehungsqualität.
  • Kritiker warnen vor Spaltung innerhalb der Kirche und der anglikanischen Gemeinschaft.
  • Die Entscheidung vertieft Unterschiede zur Kirche von England.

Debatte mit Respekt geführt

Das Leitungsgremium der Kirche stimmte jetzt für die entsprechende Regelung. Insgesamt 143 Mitglieder – darunter Bischöfe, Geistliche und Laien – nahmen an der Abstimmung teil. Zugleich wurde festgelegt, dass einzelne Kirchenmitarbeiter selbst entscheiden können, ob sie solche Segnungen durchführen wollen. Bei den Laien fiel das Votum mit 48 zu acht Stimmen bei zwei Enthaltungen aus. Unter den Geistlichen stimmten 32 Mitglieder dafür, sieben dagegen, bei fünf Enthaltungen. Die Bischöfe bestätigten anschließend den Beschluss.

In der Debatte sprachen sich unter anderem die Bischöfe von St Asaph und Llandaff, Gregory Cameron und Mary Stallard, für Segnungen gleichgeschlechtlicher Partnerschaften aus. Die Erzbischöfin von Wales, Cherry Vann, dankte nach der Abstimmung für den Verlauf der Diskussion. „Ich möchte allen dafür danken, wie diese Debatte geführt wurde – ruhig und mit gegenseitigem Respekt.“ Zugleich betonte sie die unterschiedlichen Haltungen innerhalb der Kirche: „Die Bischöfe und ich erkennen an, dass dies ein Thema ist, zu dem Menschen starke Überzeugungen haben.“

Weiter erklärte Vann: „Wir wollen, dass jeder seine Ansichten mit Integrität vertreten kann, ohne das Bild Gottes aus den Augen zu verlieren, das in uns allen wohnt. Wir wollen eine Kirche bauen, in der wir einander Raum geben – unabhängig von unseren unterschiedlichen Sichtweisen.“ Nach Angaben der Kirche ist die Entscheidung das Ergebnis mehrjähriger „Reflexion und des Zuhörens“ innerhalb der Gemeinschaft.

Komplette Ehe vielleicht ab 2027 möglich

Eine kirchliche Eheschließung für gleichgeschlechtliche Paare bleibt jedoch weiterhin vorerst ausgeschlossen. Bereits im November 2025 hatten die Bischöfe nach längeren Beratungen allerdings erklärt, dass sich eine Mehrheit innerhalb der Kirche für eine Entwicklung hin zur gleichberechtigten Ehe ausspreche. Der aktuelle Beschluss baut auf eine seit 2021 bestehende Übergangsregelung auf, die Segnungen bereits ermöglichte. Er gilt als weiterer Schritt hin zu möglichen Änderungen im Kirchenrecht. Für April 2027 wurden entsprechende Vorschläge angekündigt.

In Wales ist die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare seit 2014 gesetzlich erlaubt, allerdings bislang nicht zwingend in kirchlichem Rahmen. Mit der Entscheidung werden Segnungen gleichgeschlechtlicher Partnerschaften nun offiziell in das „Book of Common Prayer“ aufgenommen. Dieses verweist unter anderem auf Gottes Gnade, Schutz und lebenslange Treue für das jeweilige Paar.

Konfrontationskurs mit England 

Kritiker der Segnungen befürchten indes eine weitere Zerreißprobe für die anglikanischen Kirche selbst, wie Andy Grimwood, Diakon in der Diözese St Asaph, betonte: „Meine Sorge ist, dass dieser Tag keine Einheit bringt, sondern Spaltung. Innerhalb der Kirche in Wales, innerhalb der anglikanischen Gemeinschaft, und ich sehe bereits Freunde und Kollegen die Kirche verlassen, die sie lieben.“ Mit der dauerhaften Einführung solcher Segnungen entfernt sich die Kirche in Wales weiter von der Kirche von England, die bislang keine vergleichbare Regelung vorsieht und zuletzt im Frühjahr unter Leitung der neuen Erzbischöfin von Canterbury, Sarah Mullally, sogar erklärte hatte, die jahrelangen Reformbemühungen im Bereich LGBTIQ+ sowie die Segnungspläne für Schwule und Lesben erst einmal auf Eis zu legen.  

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