LGBTIQ+-Museum setzt Zeichen Ausstellung gegen das Vergessen in Florida und ganz Amerika
Das Stonewall National Museum, Archives & Library in Florida reagiert auf neue Einschränkungen gegen Diversitäts- und Inklusionsprogramme mit einer Ausweitung seiner LGBTIQ+-Arbeit. Die Einrichtung startet am morgigen Samstag erstmals die „Stonewall Honors“, mit denen queere Persönlichkeiten aus Südflorida und anderen Teilen der USA ausgezeichnet werden sollen.
Das Wichtigste im Überblick
- Stonewall National Museum startet erstmals die „Stonewall Honors“
- Geehrt werden LGBTIQ+-Persönlichkeiten aus den USA
- Neue Dauerausstellung dokumentiert ihre Geschichten dauerhaft
- Hintergrund sind neue Anti-DEI-Gesetze in Florida
- Museum will queere Sichtbarkeit und Geschichte bewahren
Interaktive Dauerausstellung
Gleichzeitig eröffnet das Museum die interaktive Dauerausstellung „On the Shoulders of Heroes“. Dort sollen die Lebensgeschichten und Leistungen der Geehrten dauerhaft archiviert und öffentlich zugänglich gemacht werden. Die Initiative folgt wenige Wochen nach einem neuen Gesetz von Floridas Gouverneur Ron DeSantis. Dieses untersagt Städten und Landkreisen im Bundesstaat, Programme zu Diversität, Gleichberechtigung und Inklusion – sogenannte DEI-Initiativen – finanziell zu fördern oder umzusetzen. Kritiker befürchten Auswirkungen auf Pride-Veranstaltungen, kulturelle Projekte und LGBTIQ+-Sichtbarkeit.
Nach Angaben des Museums soll die neue Ausstellung Persönlichkeiten würdigen, die Kultur, Politik, Gesundheitsversorgung, Religionsgemeinschaften und das öffentliche Leben geprägt haben. Zur ersten Gruppe der Geehrten gehören zwölf Personen, darunter acht mit Bezug zu Südflorida. Die Organisatoren sehen darin die besondere Bedeutung der Region für LGBTIQ+-Aktivismus und Community-Arbeit.
Ehrung lokaler Helden
Ausgezeichnet wird unter anderem Rand Hoch, Gründer des Palm Beach County Human Rights Council. Die Organisation habe seit 1988 an mehr als 160 Gesetzen und politischen Maßnahmen zum Schutz von LGBTIQ+-Menschen in Florida mitgewirkt. Auch Denise Spivak, Leiterin des Netzwerks CenterLink, gehört zu den Geehrten. Die Organisation gilt als weltweit größtes Netzwerk LGBTIQ+-basierter Gemeindezentren.
Ebenfalls ausgezeichnet wird Julie Seaver vom COMPASS LGBTQ+ Community Center in Lake Worth. Das Zentrum unterstützt seit Jahrzehnten LGBTIQ+-Menschen sowie Menschen mit HIV/AIDS mit Bildungs- und Hilfsangeboten. Zu den weiteren Geehrten zählen die Geistlichen Robert Griffin und Durrell Watkins von der Sunshine Cathedral. Die queere Kirchengemeinde ist unter anderem durch digitale Gottesdienste international bekannt geworden. Auch der Unternehmer Alan Beck, Gründer der LGBTIQ+-Reiseplattform Fun Maps, wird geehrt. Zudem erhalten Marc Martorana und Don D’Arminio aus Wilton Manors eine Auszeichnung für ihr langjähriges Engagement für Kunst- und LGBTIQ+-Organisationen.
Landesweite Persönlichkeiten
Zu den landesweit geehrten Persönlichkeiten zählen außerdem Jaymes Black vom Trevor Project, Kierra Johnson von der National LGBTQ Task Force, Ben Garcia vom American LGBTQ+ Museum sowie Mark Berryhill von Equal Pride. Robert Kesten, Präsident und Geschäftsführer des Stonewall National Museum, Archives & Library, erklärte: „Diese Menschen haben ihr Leben der Unterstützung unserer Community gewidmet – sie glaubten an die Ehe, als niemand an sie glaubte. Sie glaubten an den Kampf gegen AIDS, als andere den sicheren Tod fürchteten, sie schufen sichere Räume, verstärkten queere Stimmen und sammelten und schützten LGBTIQ+-Geschichte.“
Weiter sagte Kesten: „Stonewall Honors sorgt dafür, dass die Welt weiß, dass manche Menschen trotz staatlicher und bundesweiter Gesetze, Budgetkürzungen, Machtmissbrauch und Belästigungen niemals aufhören werden, für das Richtige zu kämpfen – dafür, dass alle Amerikanerinnen und Amerikaner vor dem Gesetz gleich sind und niemand über dem Gesetz steht.“ Das Museum in Fort Lauderdale besteht seit mehr als fünf Jahrzehnten und zählt mit Millionen archivierter Dokumente und Materialien zu den größten LGBTIQ+-Archiven der USA. Die Preisverleihung beginnt am 30. Mai mit der Eröffnung der neuen Ausstellung, anschließend ist ein Abendprogramm mit Dinner und Ehrung geplant.