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Relevante Acts bleiben fern Donald Trump findet keine Stars für "America-250"-Event

Von mr - 29.05.2026 - 13:30 Uhr
Donald Trump findet keine Stars für "America-250"-Event
Foto: © IMAGO / ZUMA Press Wire
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Der geplante „America 250“-Event zur 250-Jahr-Feier der USA sorgt für erhebliche mediale Aufmerksamkeit, nachdem die von Donald Trump initiierte Veranstaltung auf der White-House-Wiese mit einer Riege von musikalischen Gästen auffällt, die fast ausschließlich aus ehemaligen One-Hit-Wondern, alternden Popstars und zurückgezogenen Künstlerinnen und Künstlern besteht. Die Auswahl unterstreicht Trumps Schwierigkeiten, prominente oder relevante Künstlerinnen für das Großereignis zu gewinnen, was in den sozialen Medien vielfach als Symbol für den kulturellen Bedeutungsverlust seiner Präsidentschaft gesehen wird.

 

Das Wichtigste im Überblick

  • Das „America 250“-Konzert ist als offizieller Teil der 250-Jahr-Feiern der USA unter der Präsidentschaft von Donald Trump geplant.
  • Die bekanntesten angekündigten Acts sind Milli Vanilli, Flo Rida und Vanilla Ice, deren größte Erfolge Jahrzehnte zurückliegen.
  • Mehrere ehemals prominente Musikerinnen und Musiker, die als Trump-Unterstützerinnen sowie Unterstützer in Erscheinung getreten sind, finden sich nicht im Line-Up.
  • Mindestens ein Headliner, Morris Day, ist bereits vor der Veranstaltung abgesprungen.
  • Vergleiche zu Events unter Barack Obama 2014 zeigen einen eklatanten Unterschied bezüglich der kulturellen Strahlkraft.

 

Trumps Problem mit dem eigenen Image

Die misslungene Zusammenstellung der Gästeliste macht die medienspezifische Isolierung von Trumps Administration sichtbar. Weder aktuelle Popstars noch genreprägende Persönlichkeiten sind bereit, die „America 250“-Bühne zu betreten. Die Veranstalter setzen stattdessen auf Acts wie Milli Vanilli, deren Karriere durch einen historischen Playback-Skandal zerstört wurde, und Vanilla Ice, Symbolfigur kurzlebiger 90er-Popkultur. Einzig Martina McBride, deren größte Chart-Erfolge um die Jahrtausendwende lagen, könnte man noch als größeren Act bezeichnen und sie tritt dort auf, obwohl sie sich wiederholt für Diversität und LGBTIQ+-Rechte ausgesprochen hat.  "Ich glaube, Toleranz ist sehr wichtig. Das versuche ich auch meinen drei Töchtern zu vermitteln", sagte Martina McBride 2009 gegenüber dem LGBTIQ+-Magazin Out.

 

Boykott der Popkultur und Reaktionen

Musikalische Megastars, die offen konservativ auftreten, fehlen auffällig. Nicki Minaj, im letzten Jahr öffentlich als Trump-Befürworterin aufgetreten, ist ebenso wenig dabei wie Kid Rock, der vergeblich versucht, seine Karriere im MAGA-Schatten neu zu beleben. Selbst Carrie Underwood, die 2025 noch bei Trumps Inauguration sang, bleibt fern. Musikfans und Kommentatorinnen sowie Kommentatoren im Netz reagieren mit Spott, Memes und Fragen nach dem wahren Grund dieser Absagen. Aus Medienanalystensicht steht fest: Keine Künstlerin oder Künstler aus dem Mainstream ist bereit, das eigene Image für einen Auftritt bei dieser politischen Jubiläumsinszenierung aufs Spiel zu setzen.

 

Rückblick: Was macht ein gelungenes Nationalereignis aus?

Ein Vergleich mit Barack Obamas „Concert for Valor“ von 2014 verdeutlicht die Diskrepanz. Damals standen mit Bruce Springsteen, Metallica, Rihanna oder Oprah Winfrey globale Stars auf der Bühne, unterstützt von gesellschaftspolitischem Anspruch. Nun dominiert bei Trumps Feier eine zusammengeschusterte Nostalgie-Truppe, während originelle sowie vielfältige Pop- und Kulturstimmen fehlen. Der Boykott der meisten Mainstream-Musikerinnen und Musiker erscheint als deutliche Richtungsentscheidung der amerikanischen Unterhaltungsbranche gegen eine weitere Politisierung ihrer Kunst zugunsten politischer Propaganda.

 

Wie geht es weiter?

Mit Dollar-Millionen in Marketing und PR bemüht sich das Trump-Team weiter um Aufmerksamkeit, stößt jedoch weiterhin auf Unwillen – nicht nur in der US-Kunstszene. Die Frage bleibt offen, ob für das prestigeträchtige „America 250“-Jubiläum kurzfristig noch ansprechende musikalische Alternativen gefunden werden. Medienbeobachter erwarten eher weitere mediale Häme als eine Kehrtwende im Booking – ein weiteres Indiz für den tiefen Graben zwischen Trumps Politik und der amerikanischen Popkultur.

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