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Ende von La Gata Lesbische Kultbar schließt nach über 50 Jahren

Von ms - 15.04.2026 - 08:00 Uhr
Ende von La Gata
Foto: iStock / gruizza
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Nach mehr als fünf Jahrzehnten als Treffpunkt und Schutzraum ist die Frankfurter Lesbenkneipe „La Gata“ jetzt zwangsgeräumt worden. Die Maßnahme wurde am Montag in Sachsenhausen umgesetzt und löste viel Kritik aus Politik und Community aus.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Die Frankfurter Lesbenbar „La Gata“ ist zwangsgeräumt worden.
  • Die Kneipe galt als älteste Lesbenbar der Welt und bestand seit 1971.
  • Politik und Unterstützer reagieren mit deutlicher Kritik.
  • Eine Petition zum Erhalt hatte mehr als 6.000 Unterschriften gesammelt.

Trauriges Ende der Kult-Kneipe

Mit der Räumung endet die Geschichte eines besonderen Ortes: Seit 1971 existierte die Bar, die von vielen als älteste Lesbenkneipe der Welt angesehen wurde. Für Wirtin Erika „Ricky“ Wild (84) bedeutet das Aus den Verlust ihres Lebenswerks nach mehr als 50 Jahren. „Ich fühle mich beschissen und traurig, mir tut alles weh. Ich kann nicht mehr schlafen. Mein Herz bubbert nur. Ich bin schon ein paar Mal zusammengebrochen", so Wild gegenüber der Frankfurter Rundschau. Kurz zuvor hatte die Wirtin auch ihre Ehefrau verloren. Vor Ort wurden Möbel aus den Räumen entfernt und das Schloss ausgetauscht. Unterstützerinnen bezeichneten die Schließung als tiefen Einschnitt für die Community. Zuvor hatten sich bereits mehr als 6.000 Menschen mit ihrer Unterschrift für den Erhalt der Bar eingesetzt, auch Vertreter mehrerer Parteien hatten sich für das Etablissement eingesetzt. 

Ausgangspunkt war die Kündigung des Mietvertrags seitens den Besitzern. Die Vermieterin betonte demnach Beschwerden über Lärm und Mängel beim Brandschutz. Ihr Lebensgefährte erklärte gegenüber der Frankfurter Rundschau, dass man anfangs noch gesprächsbereit gewesen sei, wenn die lesbischen Frauen „nicht so aggressiv“ gewesen wären: „Wir werden immer als böse dargestellt“. Eine Protestaktion vor dem Privathaus von 16 Aktivisten habe „Angst bei unseren Kindern geschürt“. Die jetzt erfolgte Zwangsräumung habe „nichts mit Profitgier zu tun“. Wild und ihre Mitstreiter widersprechen dieser Darstellung. 

Kritik am Zwangsräumung 

Die queerpolitische Sprecherin der CDU, Verena David, hatte letzte Woche noch versucht, ein Vermittlungsgespräch zu führen, doch die Eigentümer weigerten sich. Aus der Stadtpolitik kommt daher auch deutliche Kritik. Frankfurts Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg (Grüne) erklärte: „Frankfurt braucht mehr Orte wie das La Gata – nicht weniger.“ Mit der Räumung gehe „ein Kapitel zu Ende“, eine Institution, „die es nicht noch einmal gibt“. Zugleich kündigte sie an, die Stadt wolle gemeinsam mit der Community nach Lösungen suchen. „Safer Spaces sind zentraler Baustein“ der Stadtpolitik, so Eskandari-Grünberg. 

Die Jusos hatten zum Vorfall erklärt: „Unsere Spaces sind nicht verhandelbar. Queere Kultur ist kein Luxus, sondern Teil dieser Stadt. Frankfurt ist nur dann wirklich bunt, wenn auch für uns hier Platz ist.“ Noch deutlicher äußerte sich die Linke. Fraktionschef Michael Müller sprach von einer „zutiefst ungerechten“ Räumung. Frankfurt verliere einen „wichtigen Begegnungsort und Schutzraum“. Die Entwicklung sei Ausdruck eines „zügellosen Immobilienmarktes“, geprägt von „maximaler Profitgier“. Die Linke forderte, die Stadt müsse nun handeln und bei der Suche nach neuen Räumen unterstützen. Zudem brauche es langfristig stärkeren Schutz für kulturelle Orte vor Verdrängung.

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