Direkt zum Inhalt
25 Jahre Ehe für alle

25 Jahre Ehe für alle Historischer Moment für die Community weltweit

ms - 01.04.2026 - 09:00 Uhr
Loading audio player...

Heute vor 25 Jahren wurde Geschichte geschrieben, am 1. April 2001 war es in Amsterdam soweit: Vier gleichgeschlechtliche Paare gaben sich um Mitternacht das Ja-Wort und machten damit einen bedeutenden Schritt in Richtung Gleichstellung. Die Niederlande waren das erste Land weltweit, dass die umgangssprachliche Homo-Ehe möglich machte. Heute, 25 Jahre später, haben 38 weitere Länder die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare eingeführt.

Weitreichende Wirkung 

Die Öffnung der Ehe war nicht nur ein historischer Meilenstein für die schwul-lesbische Community und ein Zeichen für die Stärkung der Grundrechte, sondern brachte auch gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungen mit sich. Gesellschaftlich erhöhte sie die Sichtbarkeit und Akzeptanz homosexueller Menschen erheblich. Gleichgeschlechtliche Paare wurden dadurch in einem zentralen Punkt der Gesellschaft weitgehend gleichgestellt.

Zahlreiche Länder nutzen die Ehe für alle, um Gleichstellung zu demonstrieren und Werte wie Gleichbehandlung zu betonen und weiter voranzutreiben. Politisch diente dies damals wie heute auch der Bildung internationaler Allianzen, etwa innerhalb der Europäischen Union. In der Wirtschaft eröffneten sich ebenso neue Chancen: Gleichgeschlechtliche Paare rückten in den Fokus, und viele Unternehmen engagierten sich für die LGBTIQ+-Community. Auch innerhalb von Unternehmen hatte die Ehe für alle Folgen: Personalabteilungen passten Leitbilder und interne Richtlinien an, und Themen wie Diversität und Inklusion wurden zunehmend Teil der Firmenkultur. Städte und Länder nutzten die Öffnung der Ehe auch für den Tourismus. Sie präsentierten sich als homosexuellenfreundliche Destinationen für frisch vermählte Paare, was Hotels, Reiseanbieter, Fluggesellschaften sowie Clubs und Restaurants für Marketing und Angebote nutzten, insbesondere für Hochzeiten und Flitterwochen.

Ehe für alle weltweit 

Heute lebt rund ein Fünftel der Weltbevölkerung – etwa 1,5 Milliarden Menschen – in Ländern, die gleichgeschlechtliche Ehen anerkennen. Irland war das erste Land, das die Ehe nach einer Volksabstimmung öffnete, gefolgt 2021 von der Schweiz. Nach den Niederlanden 2001 folgte 2003 Belgien und zwei Jahre später Kanada und Spanien. Weitere Staaten mit einer gleichgeschlechtlichen Ehe sind inzwischen Südafrika, Norwegen, Schweden, Argentinien, Island, Portugal, Dänemark, Brasilien, Frankreich, Neuseeland, Uruguay, Großbritannien, Nordirland, Luxemburg, USA, Kolumbien, Finnland, Malta, Australien, Ecuador, Österreich, Taiwan, Costa Rica, Chile, Kuba, Mexiko, Slowenien, Andorra, Estland, Griechenland, Nepal sowie zuletzt 2025 Liechtenstein und Thailand. In Deutschland gibt es die Homo-Ehe seit 2017. Weitere Länder bereiten derzeit die Öffnung der Ehe vor, darunter Japan, Vietnam und einige südamerikanische Staaten.

Notiz am Rande: Obwohl die Niederlande als erstes Land weltweit die Ehe für alle offiziell einführten, war die allererste gleichgeschlechtliche Ehe bereits 1971 im US-Bundesstaat Minnesota geschlossen worden. Richard John „Jack“ Baker und Michael McConnell reichten Anträge in zwei Standesämtern ein; einer wurde abgelehnt, im anderen wurde der Antrag angenommen, da es den Beamten nicht auffiel, dass es sich um ein Männerpaar handelte. Der „Fehler“ wurde später bemerkt, aber die Ehe wurde formal nie annulliert. 2019 bestätigte ein Gericht, dass dies die erste rechtlich anerkannte gleichgeschlechtliche Ehe in der Geschichte war. Bereits 1989 übernahm Dänemark eine Vorreiterrolle, indem es gleichgeschlechtlichen Paaren die Eingetragene Partnerschaft ermöglichte; die Niederlande folgten 1998.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Schwere Lage in Australien

Queere Menschen in Down Under

Die Lage für queere Menschen in Australien habe sich innerhalb von knapp zehn Jahren verschlechtert, betonte jetzt die Menschenrechtskommission.
Depressionen bei Jugendlichen

Erneute Zunahme der Fallzahlen

Abermals sind die Fälle von Depressionen bei Jugendlichen angestiegen, besonders belastet sind dabei queere Minderjährige.
Anhörung im Fall Uganda

Sitzung im kanadischen Parlament

Homosexuelle aus Uganda haben sich in einer Anhörung an Kanada gewandt und erhoffen sich mehr Schutz für Schwule und Lesben.
Japan prüft Öffnung der Ehe

Beratungen des Obersten Gerichts

Seit Jahren wird in Japan über die Einführung der Ehe für alle gestritten, nun hat sich endlich das Oberste Gericht der Sache angenommen.
Neues Verbot in Frankreich

Jugendliche und Social-Media

Frankreichs Senat stimmte für ein Social-Media-Verbot einiger Plattformen für Jugendliche. Ungewiss ist, ob das Gesetz nicht gegen EU-Recht verstößt.
Fataler Rückschlag im Senegal

Neues Hass-Gesetz tritt in Kraft

Internationaler Druck und eine Petition haben nichts gebracht: Senegals Präsident hat das verschräfte Anti-Homosexuellen-Gesetz unterzeichnet.
Entscheidung des Supreme Court

Zuspruch zu Konversionstherapien

Herber Rückschlag in den USA: Der Supreme Court hat ein Verbot von Konversionstherapien für nichtig erklärt. Queere Verbände sind geschockt.
Transgender Day Of Visibility

Steigende Hasskriminalität besorgt

Der alljährliche Transgender Day of Visibility am 31. März steht in diesem Jahr im Zeichen wachsender Besorgnis und steigender Hasskriminalität.
Engagement von Olly Alexander

Einsatz für Menschen mit HIV

Popsänger und Schauspieler Olly Alexander ist neuer Schirmherr einer der wichtigsten HIV-Organisationen in Großbritannien.