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Prozess in der Schweiz
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Prozess in der Schweiz Zwei junge Männer sollen Schwule überfallen und ausgeraubt haben

ms - 05.06.2026 - 12:00 Uhr
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Vor dem Strafgericht in Genf müssen sich derzeit zwei junge Männer im Alter von 21 und 24 Jahren verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, mehrere schwule Männer mittels der Dating-Masche in eine Falle gelockt und anschließend ausgeraubt zu haben. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Zwei Männer im Alter von 21 und 24 Jahren stehen in Genf vor dem Strafgericht.
  • Ihnen wird vorgeworfen, einen 50-jährigen schwulen Mann über ein gefälschtes Dating-Profil in eine Falle gelockt zu haben.
  • In der Wohnung sollen sie das Opfer festgehalten, bedroht und zur Herausgabe von Bankdaten gezwungen haben.
  • Der ältere Angeklagte soll zudem weitere schwere Sexual- und Gewaltstraftaten begangen haben.
  • Weitere Männer wurden laut Anklageschrift Opfer der Dating-Masche, ein 18-Jähriger soll zudem zur Prostitution gezwungen worden sein. 
  • Die Staatsanwaltschaft fordert für beide Beschuldigten Freiheitsstrafen von mehr als zehn Jahren.

Mehrere Schwule wurden zu Opfern

Ein Fall ereignete sich demnach im Oktober 2024, ein 50-jähriger schwuler Mann soll über ein gefälschtes Profil in einer Gay-Dating-App zu einem Treffen in eine Wohnung in Meyrin bei Genf gelockt worden sein. Nach Darstellung der Ermittler sollen die beiden Männer das Opfer dort dann festgehalten und über einen Zeitraum von mehr als einer Stunde bedroht haben, um an dessen Bankdaten zu gelangen. Dabei sollen sie auch Messer eingesetzt haben.

Dem 24-jährigen Beschuldigten werden darüber hinaus weitere Straftaten zur Last gelegt. So soll er im Juni 2024 in einer Wohnung in Grand-Saconnex einen 18-jährigen Mann sexuell missbraucht und diesen anschließend zur Prostitution gezwungen haben. In einem weiteren Fall soll derselbe Angeklagte zwischen September und November 2024 zwei weitere Männer im Alter von 46 und 53 Jahren über dieselbe Dating-App kontaktiert und ebenfalls bedroht und erpresst haben. Laut Anklage habe er dabei wiederholt ein Messer eingesetzt und in einem Fall auch eine Pistole gezeigt. Ziel sei jeweils gewesen, Geld von den Betroffenen zu erlangen. 

Anklage in mehreren Punkten 

Beide Männer müssen sich nun unter anderem wegen Raub, Entführung und Erpressung vor Gericht verantworten. Für den 24-Jährigen kommen zusätzliche Anklagepunkte wie Vergewaltigung, Zuhälterei und sexuelle Nötigung hinzu. Zudem werden ihm Verstöße gegen das Straßenverkehrsgesetz, Betrug und Einbruch vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft teilte mit, sie beantrage für beide Beschuldigten Freiheitsstrafen von jeweils mehr als zehn Jahren. 

Die Polizei betont in diesem Zusammenhang erneut Hinweise für ein mögliches sicheres Dating in der schwulen Community – auch in der Schweiz haben die Fälle der Dating-Masche wie vielerorts in Europa, den USA und Australien stark zugenommen, auch in Deutschland. Wichtige Aspekte für mehr Sicherheit sind dabei: Keine persönlichen Daten oder Adressen preisgeben, bevor Vertrauen besteht. Treffen möglichst an öffentlichen Orten mit anderen Menschen vereinbaren. Freunde über Ort und Zeitpunkt eines Dates informieren. Vorsicht im Umgang mit Alkohol und Getränken wegen möglicher K.-o.-Tropfen. Mobiltelefon geladen und griffbereit halten. Auf das eigene Bauchgefühl achten und Situationen verlassen, wenn sie heikel oder unangenehm werden.  

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