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Eklat in Mexiko-Stadt Homophobe Rufe gegen mexikanischen Torhüter – FIFA schweigt

Von ms - 31.03.2026 - 11:00 Uhr
Eklat in Mexiko-Stadt
Foto: IMAGO / Xinhua
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Erneuter Fall von Homophobie, dieses Mal in der mexikanischen Hauptstadt Mexiko-Stadt: Im Aztekenstadion Estadio Azteca im Stadtteil Coyoacán kam es während des Freundschaftsspiels zwischen den Nationalmannschaften von Mexiko und Portugal zu homophoben Sprechchören gegen Torhüter José Rangel. Das Spiel endete 0:0. 

„Schwuler Stricher“

Die Rufe stammten von Teilen der eigenen Fans und richteten sich gegen Rangel, nachdem er anstelle von Guillermo Ochoa, dem langjährigen Stammtorhüter, aufgestellt worden war. Ochoa hatte zuvor in Italien bei US Salernitana 1919 gespielt. Die Beleidigung „Puto!“ wurde wiederholt gerufen – ein Ausdruck, der wörtlich männliche Prostitution bezeichnet und in der abwertenden Umgangssprache häufig mit schwulen Männern in Verbindung gebracht wird. Sinngemäß ist die Rede von einem „Schwulen Stricher“. Trotz Durchsagen über die Stadionlautsprecher, die zur Ruhe aufriefen, wurde das Antidiskriminierungsprotokoll nicht aktiviert. Unter den Zuschauern war auch Gianni Infantino, Präsident des FIFA, er schwieg beharrlich. Auch Rangel selbst äußerte sich nach dem Spiel nicht.

Streit um homophobe Beleidigung

Der Sprechchor hat in mexikanischen Stadien eine rund 20-jährige Tradition, wird in den letzten Jahren allerdings immer stärker herabwürdigend gegen Homosexuelle eingesetzt. Befürworter argumentieren, der Ausdruck sei „Folklore“ und diene lediglich dazu, Druck auf gegnerische Mannschaften auszuüben. In diesem Fall richtete er sich jedoch gegen den eigenen Torhüter. Der mexikanische Verband hatte zunächst erklärt, der Ausdruck sei nicht gegen LGBTIQ+-Personen gerichtet und habe im lokalen Kontext andere Bedeutungen. Aktivisten widersprachen dem: „Die Föderation hat versucht, andere Bedeutungen zu finden. Es gibt keine anderen: Es ist ein homophober Begriff.“

Die FIFA hat den mexikanischen Verband in der Vergangenheit mehrfach wegen ähnlicher Vorfälle sanktioniert, unter anderem mit Geldstrafen, Spielen ohne Zuschauer und wiederholten Verwarnungen. 2022 wurde bei der WM in Katar eine Strafe von rund 110.000 Euro verhängt. Auch beim Nations-League-Spiel Mexiko gegen die USA im März 2024 kam es zu homophoben Rufen gegen den US-Torhüter Matt Turner.

Schlechtes Omen für Weltmeisterschaft?

Drei Monate vor Beginn der WM 2026 in den Vereinigte Staaten, Kanada und Mexiko, bei der Mexiko 13 Spiele in drei Städten austragen wird, darunter Guadalajara, rückt das Thema erneut in den Fokus. Kritiker hinterfragen das Verhalten Infantinos. Der FIFA-Präsident steht auch anderweitig derzeit in der Kritik, nachdem er öffentlich erklärt hatte: „Ich habe ein ausgezeichnetes Verhältnis zu Trump, ich betrachte ihn als sehr engen Freund.“ Infantino war wiederholt wegen möglicher Verstöße gegen die politische Neutralität des Verbandes in der Kritik; entsprechende Vorwürfe wurden dem Ethikkomitee der FIFA vorgelegt. Vor dem Hintergrund der bevorstehenden WM sehen Beobachter die FIFA unzureichend aufgestellt im Umgang mit Homophobie im Fußball, erst in dieser Woche forderte auch Amnesty International deutlich mehr Einsatz, damit das internationale Sportevent frei von Angst und Hetze stattfinden könne. 

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