Direkt zum Inhalt
WM ohne Angst und Ausgrenzung
ANZEIGE

WM ohne Angst und Ausgrenzung Amnesty betont hohe Risiken für marginalisierte Gruppen

ms - 30.03.2026 - 10:00 Uhr
Loading audio player...

Amnesty International warnt jetzt eindringlich vor massiven Menschenrechtsverletzungen im Zuge der FIFA-Weltmeisterschaft der Männer 2026 in Kanada, Mexiko und den USA. Zudem betont die Menschenrechtsorganisation, dass Millionen Fußballfans „erheblichen Menschenrechtsrisiken“ ausgesetzt seien, insbesondere marginalisierte Gruppen wie die LGBTIQ+-Community. 

Besondere Gefahr für queere Menschen

Die Organisation bezweifelt dabei, dass das Statement der FIFA, die WM sei ein Turnier, bei dem sich alle „sicher, eingebunden und frei in der Ausübung der eigenen Rechte“ fühlen können, wirklich der Tatsache entspricht. In gut zwei Monaten startet die WM am 11. Juni im Estadio Azteca in Mexiko-Stadt, rund 6,5 Millionen Fans werden in den Stadien in insgesamt 16 Städten erwartet. 

Die Weltmeisterschaft finde dabei inmitten einer „akuten Menschenrechtskrise“ statt. Amnesty International spricht von staatlichen Repressionen, Abschiebungen, Gewalt und Diskriminierung, auch gegen die LGBTIQ+-Community, insbesondere dabei derzeit gegen trans* Menschen. In Mexiko wurden so allein 2024 insgesamt 54 trans* Personen binnen eines Jahres ermordet. Dazu betont der Verband weiter: „Führende Fan-Organisationen wie die englische Gruppe  Three Lions Pride"´ oder das europäische Netzwerk ´Queer Football Fanclubs´ haben offiziell angekündigt, bei den Spielen in den USA nicht sichtbar aufzutreten. Der Grund sind Dekrete der US-Regierung gegen trans* Personen.“

Proteste für Menschenrecht unerwünscht

Julia Duchrow, Generalsekretärin von Amnesty International in Deutschland, kritisiert außerdem: „Die WM 2026 droht mehr Repression als Fußball zu liefern. Wer protestiert oder Kritik äußert, muss bei der Weltmeisterschaft mit Repression rechnen. Setzen sich die Razzien der US‑Einwanderungsbehörde ICE, die massenhaften Festnahmen und die Einreiseverbote fort, wird dieses Turnier zum Symbol staatlicher Einschüchterung. FIFA und Gastgeberstaaten müssen jetzt verbindliche Schutzmechanismen vorlegen, die allen Beteiligten eine WM ohne Angst und Ausgrenzung ermöglichen.“

Zudem gibt Amnesty zu bedenken: „Weltmeisterschaften stehen oft im Mittelpunkt von Protesten, und es besteht die Gefahr, dass Demonstrationen unterdrückt werden. In allen drei Gastgeberländern wurden Demonstrationen zuletzt eingeschränkt (…) Mitglieder von LGBTIQ+-Organisationen äußern zudem erhebliche Sicherheitsbedenken, bei der WM sichtbar teilzunehmen.“ Amnesty ist Teil der Sport & Rights Alliance, einem Netzwerk aus Fans, Sportlern, Communitys sowie Menschenrechtsorganisationen, das die FIFA auffordert, wirksame Schutzmaßnahmen gemeinsam mit allen Gastgeberländern umzusetzen.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Sonne ohne Grenzen

Nackt-Traumstrände weltweit

Ob Sylt, Mykonos oder Rio: Diese 29 FKK-Strände gelten 2026 als die beliebtesten Reiseziele für schwule Urlauber.
Homoerotik bei Pete Hegseth

Verteidigungsminister als Pin-up

Die US-Abgeordnete Becca Balint kritisiert Pete Hegseths Testosteron-Initiative und unterstellt ihm eine besondere Homoerotik a la Tom of Finland.
Halbzeitshow beim WM-Finale

Treffen der Mega-Stars im Stadion

Das WM-Finale zwischen Spanien und Argentinien bekommt erstmals eine Halbzeitshow – mit Weltstars und einer voraussichtlich verlängerten Pause.
„Heartstopper“ sagt Good Bye

Finaler Film ist ab heute online

Mit einem finalen Abschlussfilm endet ab heute „Heartstopper“ – die Hauptdarsteller sprechen über queere Sichtbarkeit, Freundschaft und Vermächtnis.
Angriff auf LGBTIQ+-Bar

Homophobe Attacke in Saint-Étienne

Nach einem homophoben Angriff auf Besucher einer LGBTIQ+-Bar im französischen Saint-Étienne ermittelt die Justiz gegen zwei Verdächtige.
Schüsse auf Schwulen-Bar

Mann feuert in Ashville um sich

In North Carolina feuerte ein Mann mit einer Schusswaffe auf eine Schwulen-Bar in Asheville. Die Polizei konnte den Attentäter stoppen.
Urteil im Fall O'Shae Sibley

20 Jahre Haft für Haupttäter

Nach dem tödlichen Messerangriff auf den schwulen Tänzer O'Shae Sibley ist der Täter jetzt zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt worden.
Neues Signal aus Bulgarien

EU-Recht stärkt trans* Rechte

Ein bulgarisches Gericht hat zwei trans* Personen die rechtliche Geschlechtsänderung erlaubt und sich dabei auf EU-Recht berufen.
Queere Bildung im Fokus

Berlin vor der Wahl im September

Bei der Queeren Wahlarena in Berlin fordern Politiker mehr queere Inhalte an den Schulen und stritten über die Ursachen von Anti-LGBTIQ+-Gewalt.