Direkt zum Inhalt
Entschuldigung von König Charles
ANZEIGE

Entschuldigung von Charles III Queere Aktivisten wünschen sich ein Signal für Commonwealth-Staaten

ms - 16.03.2026 - 13:30 Uhr
Loading audio player...

Vor der Westminster Abbey haben queere Aktivisten während des Commonwealth-Gottesdienstes für die Rechte queerer Menschen demonstriert, organisiert von der Peter Tatchell Foundation gemeinsam mit weiteren Partnerorganisationen. Unter den Teilnehmern  befanden sich auch LGBTIQ+-Aktivisten aus Ländern wie Uganda und Bangladesch, die auf die Situation von homosexuellen Personen in ihren Heimatstaaten aufmerksam machen wollten. Im Kern fordern die Aktivisten eine offizielle Entschuldung von König Charles III. 

Ein Sorry vom König 

Der Commonwealth ist ein Zusammenschluss von derzeit 56 Staaten, die überwiegend ehemalige britische Kolonien sind. In mehr als der Hälfte dieser Länder – insgesamt 29 – sind homosexuelle Beziehungen bis heute strafbar. Die entsprechenden Gesetze gehen nach Ansicht der Aktivisten auf Regelungen aus der Zeit der britischen Kolonialherrschaft zurück. In sechs dieser Staaten können gleichgeschlechtliche Beziehungen noch immer mit lebenslanger Haft bestraft werden.

Die Demonstranten, darunter auch Peter Tatchell selbst, riefen König Charles dazu auf, sich öffentlich bei der LGBTIQ-Community zu entschuldigen und moralische Führungsstärke zu zeigen. In einem offenen Brief forderte Tatchell den Monarchen außerdem dazu auf, anzuerkennen, dass Großbritannien diese Gesetze eingeführt habe, und sein Bedauern über die daraus entstandenen Folgen auszudrücken.

Signal an andere Staaten

Nach Ansicht der Aktivisten könnte eine solche Erklärung auch ein Signal an jene Commonwealth-Staaten senden, in denen entsprechende Gesetze weiterhin gelten. Eine Entschuldigung würde verdeutlichen, dass die Kriminalisierung gleichgeschlechtlicher Beziehungen kein traditionelles moralisches Erbe dieser Länder sei, sondern auf die koloniale Vergangenheit zurückgehe. Gleichzeitig betonten die Initiatoren, dass damit keine politische Vorgabe an die betroffenen Staaten verbunden wäre, sondern ein Umfeld geschaffen werden solle, in dem diese ihre Gesetze eigenständig ändern könnten.

Auch die Organisation Human Dignity Trust sieht Handlungsbedarf. Im Vorfeld des Gottesdienstes wies sie darauf hin, dass einige Staaten wie Ghana, Nigeria oder Uganda die aus der Kolonialzeit stammenden Gesetze derzeit sogar weiter verschärften, darüber diskutierten oder bereits wie in Uganda drakonische Strafen bis hin zur Todesstrafe eingeführt haben. Ziel der beteiligten Organisationen ist es, die Abschaffung dieser Regelungen zu erreichen. Eine Stellungnahme von König Charles III. liegt bislang nicht vor.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Australiens Volkszählung

Erstmals wird LGBTIQ+ mitgedacht

Australiens neue Volkszählung 2026 erfasst erstmals LGBTIQ+-Daten. Aktivisten sehen darin einen wichtigen Schritt für mehr Sichtbarkeit.
Lehrer kämpfen für Schutz

Ohio verschärft LGBTIQ+-Regeln

Eine Lehrerin hat in Ohio eine Kampagne angestoßen und schult Pädagogen zu LGBTIQ+-feindlichen Gesetzen gegen Schüler.
Burnhams Kabinett im Fokus

Zwischen Gleichheit und Streit

Das neue britische Labour-Kabinett unter Andy Burnham steht wegen seiner Positionen zu LGBTIQ+-Rechten derzeit verstärkt im Fokus.
HIV-Hilfe unter Druck

US-Kürzungen mit massiven Folgen

Eine neue Studie sieht massive Folgen von US-Hilfskürzungen für HIV-Programme, über 1.700 Einrichtungen weltweit mussten bereits schließen.
World Pride in Amsterdam

Königlicher Auftakt für Vielfalt

Mit Besuch von Königin Máxima ist der World Pride in Amsterdam gestartet. Veranstalter und Politik warnen vor wachsendem Druck auf LGBTIQ+-Rechte.
Ermittlung gegen Bürgermeister

Streit um beleidigende E-Mails

Nach dem Streit um die Rettung des gestrandeten Buckelwals "Timmy" ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Timmendorfer Strands schwulen Bürgermeister.
Grindr-Fallen vor Gericht

Urteilsspruch in Frankreich

Sechs Männer sind nach Grindr-Fallen in Frankreich verurteilt worden. Trotz gezielter Angriffe erkannte das Gericht kein homophobes Tatmotiv an.
Oradea Pride trotzt Verbot

CSD-Geldstrafen in Rumänien

Trotz Verbots und Geldbußen ist der Pride in Oradea durch die Innenstadt gezogen. Nun droht der rumänischen Stadt eine Beschwerde auf EU-Ebene.
Forderungen nach CSD-Amoklauf

Sicherheit für LGBTIQ+-Community

Nach dem Anschlag auf den Berliner CSD ist der mutmaßliche Täter bei einem Polizeieinsatz erschossen worden. Die politische Debatte nimmt Fahrt auf.