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Klage der US-Boy Scouts Die US-Pfadfinder ziehen ein Reisebüro für LGBTIQ+ vor Gericht

Von ms - 06.03.2026 - 09:30 Uhr
Klage der US-Boy Scouts
Foto: IMAGO / UPI Photo
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Die Organisation „Scouting America“, ehemals als Boy Scouts of America bekannt, hat ein LGBTIQ+-Reiseunternehmen wegen „falschen Assoziationen“ verklagt. Der Arizona-basierte Reiseanbieter Queer Scout organisiert queere Touren und Erlebnisse in Medellín, Kolumbien, darunter Kneipentouren, schwules Salsa-Tanzen und Bootsausflüge. Das ist den Pfadfindern ganz offensichtlich ein Dorn im Auge. 

„Ähnliche Dienstleistungen“

In der Klage argumentiert Scouting America, dass Queer Scout die berühmten Markenrechte der Boy Scouts „verdünne“ und sich durch die Verwendung des Begriffs „Scout“ im Namen sowie durch das Fuchs-Symbol im Logo fälschlicherweise mit der Organisation in Verbindung bringe. Zudem wird die Tatsache angeführt, dass Queer Scout „ähnliche Dienstleistungen“ anbiete und in seiner Markenführung häufig Tierfiguren abbilde. Offenbar gehört schwules Salsa-Tanzen neuerdings zum Ferienprogramm der Boy Scouts. 

Als Reaktion auf die Klage hinterfragte Sam Holdren, Gründer von Queer Scout, ob der Rechtsstreit nicht aufgrund von Druck aus der Trump-Administration bezüglich der LGBTIQ+-Politik von Scouting America geführt werde. „Wir sind ein kleines LGBTIQ+-geführtes Reiseunternehmen für Erwachsene, und unser Name macht eindeutig klar, dass wir nicht mit Scouting America oder einer Jugendorganisation verbunden sind“, so Holdren gegenüber der Arizona Republic.

Druck seitens der US-Regierung? 

Die aktuellen, rechtlichen Auseinandersetzungen ereignen sich zu einer Zeit, in der Scouting America, das Unterstützung vom US-Militär erhält, mit einer Bedrohung von Finanzierungskürzungen durch das Pentagon konfrontiert ist. Diese Drohungen stehen im Zusammenhang mit der Diversität-, Gleichstellungs- und Inklusionspolitik (DEI) der Organisation. Pentagon-Sprecher Sean Parnell kritisierte auf der Social-Media-Plattform X im Februar dieses Jahres, dass Scouting America seinen Weg durch die „Akzeptanz von DEI und anderen sozialen Gerechtigkeits- sowie geschlechtsfluiden ideologischen Haltungen verloren habe“. Er fügte hinzu, dass das Pentagon kurz davor stehe, seine Partnerschaft mit Scouting America fortzusetzen, „sofern die Organisation schnell notwendige Reformen im Hinblick auf gemeinsame Werte umsetzt“. „Sie sind am Zug, und wir beobachten“, schrieb Parnell und drohte mit der Kürzung von Finanzmitteln.

Zusage ans Pentagon 

Kurz darauf gab Verteidigungsminister Pete Hegseth bekannt, dass Scouting America zugesagt habe, die „radikale woke Ideologie“ abzuschaffen und die Entscheidung über eine Mitgliedschaft „nur auf das biologische Geschlecht bei der Geburt und nicht auf die Geschlechtsidentität“ zu stützen. Demnach würde der Antrag auf Mitgliedschaft nur noch die Optionen „männlich“ und „weiblich“ beinhalten, basierend auf der Geburtsurkunde des Antragstellers. Zudem werde klargestellt, dass biologische Jungen und Mädchen nicht in gemeinsamen, intimen Räumen wie Toiletten, Duschen oder Zelten zusammenkommen dürften.

Queere Jugendliche sind willkommen 

Scouting America wies jedoch in einer Stellungnahme darauf hin, dass trans* Jugendliche nicht von der Teilnahme ausgeschlossen würden. „Unsere Mission und unser Engagement, allen Jugendlichen zu dienen, bleibt unverändert“, hieß es in der Erklärung. „Wir haben trans* Menschen in unserem Programm, und wir werden weiterhin trans* Menschen in unserem Programm haben“, ergänzte Roger Krone, Präsident von Scouting America.

Reisebürochef Holdren kommentierte die Klage gegen Queer Scout im Kontext dieser Entwicklungen und verwies auf die Frage, was wirklich hinter der Eskalation stecke. „Wenn man bedenkt, dass Hunderte von Unternehmen das Wort ‚Scout‘ verwenden, wirkt es weniger wie eine Verbraucher-Verwirrung und mehr wie ein größerer Konflikt, der mit Identität und Sichtbarkeit zu tun hat“, so Holdren. Scouting America-Sprecher Scott Armstrong erklärte jedoch, dass die Klage rein auf Markenrecht und geistiges Eigentum fokussiert sei und keinerlei Zusammenhang mit den Anti-DEI-Politiken der Trump-Administration bestehe.

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