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Gay and Lesbian Mardi Gras Afterparty in Sydney fällt aus: Finanzsorgen prägen Event

Von tb - 03.03.2026 - 14:30 Uhr
Afterparty in Sydney fällt aus: Finanzsorgen prägen Event
Foto: © IMAGO / AAP
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Die Entscheidung, die legendäre Afterparty beim diesjährigen Sydney Gay and Lesbian Mardi Gras kurzfristig abzusagen, prägt die Feierlichkeiten 2026 und wirft ein Schlaglicht auf die Herausforderungen für queere Großevents weltweit. Trotz ausgelassener Parade, die mit 10.000 Teilnehmenden und rund 250.000 Zuschauenden neue Maßstäbe an Sichtbarkeit und Diversität setzte, stand die finanzielle Zukunft der Veranstaltung im Zentrum der Aufmerksamkeit.

 

Absage der Afterparty als Wendepunkt

Wenige Wochen vor dem Festival gaben die Organisatorinnen und Organisatoren rund um den CEO Jesse Matheson bekannt, dass die traditionelle Großveranstaltung nach der Parade entfällt. Grund waren erhebliche finanzielle Einbußen in den Vorjahren und diesmal fehlende Zusagen von Sponsorinnen und Sponsoren. Allein die Kosten für die Afterparty lagen laut Angaben der Veranstaltenden zuletzt bei rund zwei Millionen australischen Dollar. Da die Ticketpreise ohne Sponsorengelder stark hätten steigen müssen, entschied sich das Komitee für einen radikalen Schnitt.

 

Neue Wege mit mehr Gemeinschafts-Events

Statt einer spektakulären Arena-Feier hieß es dieses Jahr: Rückbesinnung auf kleinere, gemeinschaftsorientierte Veranstaltungen. So feierten Gäste und Teilnehmende nach der Parade unter anderem bei dem First Nations Mardi Gras After Party unter dem Motto „Black Joy“. Auch die Parade selbst zeigte sich bunt und vielfältig: Neben „Dykes on Bikes“, First Nations-Marschierenden und historischen 78ers liefen lokale Politikerinnen und Politiker sowie der offen bisexuelle ehemalige AFL-Spieler Mitch Brown mit. Sicherheit spielte angesichts des kürzlichen Terroranschlags am Bondi Beach ebenfalls eine große Rolle – insbesondere das jüdische Team von Dayenu trat unter erhöhtem Polizeischutz auf.

 

Stimmen aus der Community

Für Mardi Gras-Chef Matheson ist die Absage unumgänglich: „Angesichts existenzieller Bedrohung und unklarer Sponsorensituation war es die einzig richtige Entscheidung.“ Die Stimmung am Abend blieb dennoch „laut, körperlich und kompromisslos“, so der CEO. Die Hoffnung vieler: Mit stabileren finanziellen Grundlagen könnte die legendäre Afterparty mittelfristig wieder möglich werden.

1978 als Protestbewegung gestartet, hat sich der Mardi Gras zu einem der größten queeren Kulturfestivals der Welt entwickelt – gesellschaftlich wie wirtschaftlich ist die Veranstaltung ein Aushängeschild für ganz Australien. Laut Tourism Australia fließen jedes Jahr bis zu 30 Millionen australische Dollar durch das Event in die lokale Wirtschaft. Mit dem diesjährigen Schritt rückt die Community-Identität weiter in den Vordergrund, während der Fortbestand von queeren Großereignissen künftig immer wieder neu verhandelt werden muss.

Wie lassen sich Sichtbarkeit, Solidarität und wirtschaftliche Sicherheit in Zukunft unter einen Hut bringen?

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