Ein Profil ist schnell angelegt. Ob andere einen als schwulen Mann wahrnehmen und begehren, ist eine andere Geschichte. Davon erzählt „T-Boy on Grindr“: Das Solo von João d’Orey und Malaya Stern Takeda feiert am 14. November 2026 im Neuen Haus des Berliner Ensembles seine Hauspremiere.
Das Wichtigste im Überblick
- „T-Boy on Grindr“ ist am 14. November 2026 um 20 Uhr und am 15. November um 19 Uhr am Berliner Ensemble zu sehen.
- João d’Orey spielt einen trans* Teenager auf der Suche nach Nähe zu schwulen Männern.
- Der etwa 70-minütige Abend läuft auf Englisch mit deutschen Übertiteln.
Die Hauptfigur ist ein trans* Teenager auf der Suche nach Nähe zu anderen schwulen Männern. Auf der Dating-App begegnet T-Boy Vorstellungen von Männlichkeit, die mit dem eigenen Selbstbild kollidieren. Der Wunsch nach Intimität führt mitten in die Regeln einer Szene, die sich nach außen gern als offen versteht.
Berliner Premiere am 14. November
D’Orey verbindet die autofiktionale Erzählung mit Gesang und Tanz. Malaya Stern Takeda führt Regie; gemeinsam entwickelten beide den Text. Die Produktion war zuvor am Maxim Gorki Theater zu sehen. Der Novembertermin ist deshalb die Premiere am Berliner Ensemble, keine Uraufführung des Stücks.
Seinen Ausgang nahm das Projekt 2023 als musikalische Arbeit im Rahmen von NEUSTART KULTUR. Daraus entstand die Theaterproduktion. D’Orey arbeitet auch außerhalb fester Häuser an der Schnittstelle von Performance und Autorenschaft. Diese Herkunft steckt bereits in der Form des Solos: Körper, Stimme und Text erzählen gemeinsam.
Trans* Begehren auf der Dating-App
Im Mittelpunkt steht die Erfahrung der Figur, nicht die Erklärung eines vermeintlich fremden Lebens. T-Boy sucht Beziehungen und entwickelt Strategien, um sich in den Codes der cis-schwulen Community zurechtzufinden. Dabei geht es um Attraktion ebenso wie um die Macht, andere als passend oder unpassend zu markieren.
Der Abend berührt damit Fragen, die auch hinter dem ständigen Vergleich in Dating-Apps stehen. Die Theaterperspektive setzt jedoch beim konkreten Begehren einer trans* Figur an. Sie macht aus dem Körper keinen medizinischen Fall.
Die Vorstellung am 14. November beginnt um 20 Uhr, eine weitere am 15. November um 19 Uhr. Gespielt wird auf Englisch mit deutschen Übertiteln; die Dauer beträgt etwa 70 Minuten. Für Dezember stehen zusätzliche Termine im Spielplan. Wer den Abend besuchen möchte, findet beim Haus die aktuelle Kartenlage.