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LGBTIQ+ im Iran Queere Organisation betont Einsatz für die Rechte der Community

Von ms - 03.03.2026 - 09:00 Uhr
LGBTIQ+ im Iran
Foto: IMAGO / Fotoarena
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Nach der Tötung des früheren iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad und des Obersten Führers Ali Khamenei infolge eines gemeinsamen Militärschlags von Israel und den USA hat sich die iranische LGBTIQ+-Organisation 6Rang jetzt zurückhaltend geäußert. Während es in Teilen des Landes zu spontanen Feiern kam, vermied die Organisation in sozialen Netzwerken triumphale Formulierungen.

Angriff auf den Iran 

In der Nacht vom 27. auf den 28. Februar 2026 hatten Israel und die Vereinigten Staaten einen koordinierten Angriff auf den Iran begonnen. Raketen trafen unter anderem Teheran, Isfahan und Qom. Ziel war die Führung des Regimes. Nach iranischen Angaben kam Khamenei bei dem Angriff ums Leben. Präsident Masoud Pezeshkian erklärte ihn zum Märtyrer und kündigte Vergeltung an. Auch Dutzende weitere hochrangige Funktionäre wurden getötet.

Die Nachrichtenagentur ILNA berichtete zudem vom Tod Ahmadinedschads. Der 69-Jährige sei in seinem Haus in Teheran getötet worden, wo er unter Hausarrest stand. Eine offizielle Bestätigung durch das Regime lag zunächst nicht vor. Der Iran reagierte mit Raketen- und Drohnenangriffen auf US-Stützpunkte in der Region sowie auf Israel. Staatliche Medien ordneten 40 Tage Staatstrauer an.

Jahrelanger Hass auf Homosexuelle

Zwischen Dezember 2025 und Januar 2026 waren nach vorsichtigen Schätzungen bei den größten Protesten seit der Revolution von 1979 mehr als 7.000 Demonstranten getötet worden, andere Quellen berichten von über 30.000 Opfern, darunter auch Homosexuelle und queere Menschen. Der queere Verein 6Rang, eine im Exil gegründete Organisation und Mitglied der ILGA, dokumentiert seit 2012 Menschenrechtsverletzungen an LGBTIQ+-Personen im Iran, darunter Verhaftungen, Auspeitschungen, Todesurteile und Zwangskonversionen. Zudem bietet sie auch verdeckt psychologische und rechtliche Unterstützung an.

In einem ersten Beitrag erinnerte die Organisation an eine Rede Ahmadinedschads vom 24. September 2007 an der Columbia University in New York. Auf die Frage nach Homosexuellen im Iran hatte er damals gesagt: „Im Iran haben wir keine Homosexuellen wie in Ihrem Land. Ich weiß nicht, wer Ihnen das gesagt hat.“ Später erklärte er, „Homosexualität ist gegen den menschlichen Geist“, und sagte außerdem, „Homosexuelle sind unangenehm und ein Produkt des Kapitalismus“.

Zukunft bleibt ungewiss 

Zum Tod Ahmadinedschads erklärte 6Rang: „Alle haben auch über den Tod Khameneis gejubelt. Unsere Erinnerung kehrt 19 Jahre zurück, weit genug, um uns daran zu erinnern, welche gefährliche, auf Auslöschung zielende Rhetorik Ahmadinedschad gegen uns führte. Mit welcher Grausamkeit er uns und unsere protestierenden Freunde als Müll bezeichnete. Er wurde getötet, allerdings nicht wegen dieser Verbrechen gegen uns.“

In einem weiteren Beitrag veröffentlichte 6Rang ein Bild Khameneis mit der Aufschrift „Das Ende“. Die Organisation verweist darauf, dass Khamenei Todesurteile gegen homosexuelle Menschen unterzeichnet, geschlechterbasierte Apartheid unterstützt und gewaltsame Repressionen gegen Demonstranten angeordnet hat. Zugleich warnte sie davor, dass die militärische Intervention aus strategischen Interessen erfolgt sei und die Zukunft der iranischen LGBTIQ+-Community ungewiss bleibe.

So beteuert der Verein mit Blick auf den Iran abschließend: „Mitglieder der iranischen LGBTIQ+-Gemeinschaft: Der Kampf geht weiter, von den Universitäten bis zu den Gräbern der unsterblichen Märtyrer. Welche politische Haltung ihr auch habt, welcher Ethnie, Religion, welchem Geschlecht oder welcher Geschlechtsidentität ihr euch zugehörig fühlt: Der Kampf geht weiter, in Trauer gekleidet, aber aufrecht bis zum Ende, bis zur Verwirklichung von ´Leben und Freiheit‘, bis zur Verwirklichung von ´Demokratie, und Gleichheit‘. Wir sind hier, mitten unter euch und an eurer Seite.“

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