Direkt zum Inhalt

Erste Gay Street in Sizilien Eröffnung zum Pride-Monat im Juni

Von ms - 27.05.2026 - 10:30 Uhr
Erste Gay Street in Sizilien
Foto: FASH Medien Archiv KI
ANZEIGE
Loading audio player...

In Palermo soll am kommenden Montag, den 1. Juni, die erste Gay Street Siziliens eröffnet werden. Der neue LGBTIQ+-Schwerpunkt entsteht im zentral gelegenen Stadtteil Vucciria in der Via Argenteria. Nach Angaben der Initiatoren soll dort ein dauerhaft sichtbarer urbaner Raum für queere Sichtbarkeit, Begegnung und soziale Angebote geschaffen werden.

Das Wichtigste im Überblick

  • Erste Gay Street Siziliens soll am 1. Juni in Palermo eröffnen
  • Standort ist das traditionsreiche Viertel Vucciria in der Via Argenteria
  • Projekt wird von mehreren LGBTIQ+-Organisationen und lokalen Betrieben getragen
  • Geplant sind Gastronomie, Kulturangebote, Shops sowie ein Info- und Hilfszentrum
  • Eröffnung ist zum Beginn des Pride-Monats vorgesehen

Hand in Hand mit Geschäftsleuten 

Zum Auftakt ist am 1. Juni eine offizielle Eröffnung um 18 Uhr vorgesehen. Um 22 Uhr soll im Bunker Club eine Eröffnungsfeier stattfinden, die für alle frei ist. Die Eröffnung fällt damit auf den Beginn des Pride-Monats. Hinter dem Projekt stehen unter anderem der Bunker Club Palermo, das European Gay Network aus Barcelona, Canal G Onlus Italia sowie das Stop Omofobia Center Palermo. Auch zahlreiche Gewerbetreibende aus der Via Argenteria beteiligen sich.

Die Wahl des Viertels Vucciria wurde bewusst getroffen. Das historische Stadtviertel ist bekannt für seine Mischung aus Marktleben, Nachtkultur, Tourismus und lokaler Geschichte. In diesem Umfeld soll ein neuer Treffpunkt entstehen, der sich an LGBTIQ+-Personen ebenso wie an ein heterofreundliches Publikum richtet. Nach Angaben der Initiatoren soll die Gay Street nicht nur ein Ausgehviertel sein, sondern ein breiteres Angebot aus Gastronomie, Kultur, Handel und sozialen Strukturen umfassen. Dazu zählen auch Einrichtungen zur Information sowie ein Zentrum gegen homophobe Gewalt.

Vorbild Barcelona

Das Projekt orientiert sich laut Beteiligten an ähnlichen Modellen in anderen europäischen Städten, insbesondere an Barcelona. Dort existierende Strukturen dienen als Vorbild, zudem ist eine Zusammenarbeit zwischen den Projekten vorgesehen. Ein zentraler Bestandteil ist der Bunker Club, der künftig ein zweigeteiltes Konzept verfolgen will. Der „Bunker Day“ soll täglich geöffnet sein und sich an ein breites, inklusives Publikum richten. Die „Bunker Night“ richtet sich dann ausschließlich an ein männliches schwules Publikum.

Auch bestehende Geschäfte in der Via Argenteria sollen eingebunden werden. Dazu gehört unter anderem ein seit Jahrzehnten bestehender Obstladen, der seine Produkte künftig auch mit einem Symbol der Gay Street kennzeichnen will. Weitere geplante Angebote reichen von Mode- und Vintagegeschäften über Reiseangebote bis hin zu Gastronomie und Kulturprojekten. 

Statement gegen homophobe Gewalt

Neben dem touristischen und kulturellen Charakter soll das Projekt auch soziale Funktionen übernehmen. Geplant sind ein Informationspunkt sowie eine Anlaufstelle gegen homophobe Gewalt. Damit soll die Gay Street auch als Unterstützungs- und Schutzraum dienen. Die Initiatoren wollen das Projekt zudem über eine eigene Website begleiten, auf der Informationen und Veranstaltungen veröffentlicht werden sollen. Mit der geplanten Eröffnung entsteht in Palermo erstmals ein dauerhaftes, klar ausgewiesenes LGBTIQ+-Viertel im Stadtbild der sizilianischen Hauptstadt.

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

FalterGossip und Paranoia: Warum wir Promi-Verschwörungstheorien liebenndQueercore | Team Dresch: Die Schönheit der GleichwertigkeittazAusstellung, Buch und Queeres Leben: Sich von Arschlöchern nicht kleinkriegen lassenDER SPIEGELBerlin: Gedenkort für CSD-Anschlag zum dritten Mal attackiertAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wie sollte das Abstammungsrecht für Regenbogenfamilien geregelt werden?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Williams fordert Festnahmen

Sexuelle Übergriffe an Universität

Hudson Williams fordert Festnahmen nach einem mutmaßlichen sexuellen Übergriff an der Cornell University. Die Staatsanwaltschaft prüft den Fall neu.
Viel Aufregung in Nigeria

Schwule Webserie wird zum Hit

Die schwule Webserie „Living in Colors“ aus Nigeria ist ein Zuschauer-Hit, während die nigerianische Filmbehörde versucht, die Folgen zu verbieten.
Angriff auf den Regenbogen

Dritter Fall von Vandalismus

Traurig aber immer weniger überraschend für viele: Zum dritten Mal wurde jetzt die Regenbogenbank in Berlin Tiergarten verwüstet.
Fake News aus der KI

KI wird zur Propagandawaffe

Russische Akteure sollen Claude für Propaganda, Fake News und die Überwachung politischer Gegner in Zentralafrika eingesetzt haben, auch gegen LGBTIQ+
Schüler warten auf Schutz

Dramatische Lage an US-Schulen

Unter Präsident Trump liegen zahlreiche Bürgerrechtsfälle an US-Schulen auf Eis. Betroffen sind Vorwürfe zu Rassismus und sexueller Belästigung.
US-Lesbenbar im Rampenlicht

Masken-Streit beschäftigt Hollywood

Eine US-Lesbenbar lockert ihre hauseigene Corona-Maskenpflicht und löst heftigen Streit aus. Nun interessiert sich sogar Hollywood für die Geschichte.
Island setzt Europas Maßstab

Europa führt bei Gleichstellung

Europa führt weltweit bei der Gleichstellung von Frauen und Männern - eine gute Entwicklung auch für LGBTIQ+-Menschen. Weltweit führend ist Island.
Forscher kämpfen für Lambda

Queeres Jugendnetzwerk unter Druck

141 Wissenschaftler fordern eine langfristige Finanzierung des queeren Jugendnetzwerks Lambda und kritisieren das Ende der bisherigen Bundesförderung.
Keine Homophobie bei Nike

Aktionäre stützen LGBTIQ+-Kurs

Ein Antrag zur Überprüfung von Nikes LGBTIQ+-Engagement ist bei den Aktionären deutlich gescheitert: Nur ein Prozent stimmte dafür.