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Staatsschutz ermittelt Erneuter Angriff auf schwules Projekt Maneo in Berlin

Von mr - 27.05.2026 - 11:30 Uhr
Erneuter Angriff auf schwules Projekt Maneo in Berlin
Foto: © maneo.de
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Das schwule Anti-Gewalt-Projekt Maneo in Berlin-Schöneberg wurde in der Nacht zu Pfingstmontag erneut Opfer eines homofeindlichen Angriffs – eine etwa 5 × 5 cm große Schaufensterscheibe wurde vermutlich durch einen Steinwurf beschädigt, zudem wurde eine etwa 60 × 40 cm große Farbschmiererei festgestellt. Der Polizeiliche Staatsschutz des Berliner Landeskriminalamts hat die Ermittlungen übernommen. Dies fügt sich in eine Serie von Angriffen auf die Einrichtung ein, die bereits wiederholt Ziel von Beschädigungen geworden ist. Die Bedeutung liegt darin, dass eine fachkundige Opferhilfestelle für Schwule und andere sexuelle Minderheiten sichtbar attackiert wird – nicht nur als Sachbeschädigung, sondern als Angriff auf Schutz und Unterstützung Minderheiten gegenüber. Die erneute Tat zeigt bestehende Gefährdungen auf und unterstreicht den Bedarf an Schutz.

 

Das Wichtigste im Überblick

  • Opferspezifische Einrichtung: Maneo bietet seit Jahrzehnten Gewaltprävention und Opferhilfe für schwule und bisexuelle Männer in Berlin.
  • Attackenhäufung: Schon 2025 kam es mehrfach zu gezielten Angriffen auf Maneo‑Räume – z. B. Brandanschlag auf ein Tiny House, eingeschlagene Fensterscheiben, abgerissene Schilder. 
  • Beratungsumfang 2025: Maneo dokumentierte 723 queerfeindliche Vorfälle und führte 945 Beratungen mit 1 927 Gesprächen durch.

 

Wiederholte Angriffe auf Maneo

Bereits im Berichtsjahr 2025 wurde Maneo mehrfach angegriffen: Einschläge, Brandstiftung am Tiny House sowie zerstörte Eingangstüren und abgerissene Schilder zählten zu den Vorfällen. Die Tatserie setzte sich mit dem jüngsten Angriff in den frühen Abendstunden des Pfingstmontags fort. Die wiederholte Zielauswahl legt nahe, dass nicht nur Gebäude, sondern auch das Vertrauen der Community verletzt werden. 

 

Bedeutung für Opferhilfe und Community

Maneo dokumentiert im vergangenen Jahr 723 queerfeindliche Vorfälle und verzeichnete 945 Anschlusspersonen sowie 1 927 Beratungsgespräche. Die Organisation weist auf ein Dunkelfeld von 80 bis 90 Prozent hin, da viele Betroffene keine Anzeige erstatten und sich nicht an Polizei wenden. Die erneuten Angriffe treffen direkt eine Einrichtung, die zur Unterstützung eben dieser Betroffenen dient. 

 

Staatsschutz übernimmt Ermittlungen

Nach dem Pfingstmontagsvorfall hat der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamts Berlin die Ermittlungen übernommen, da ein politisch motivierter Hintergrund vermutet wird. Dieser prüft, ob ein queerfeindliches Tatmotiv vorliegt, und bittet die Öffentlichkeit weiterhin um Hinweise.

 

Hintergrund zur Einrichtung Maneo

Maneo gehört zum Trägerverein Mann‑O‑Meter e. V. und berät seit 1990 schwule und bisexuelle Männer in Berlin rund um Opferhilfe, Beratung sowie Gewaltprävention. Es ist das älteste Projekt seiner Art in Deutschland und bietet auch Szene‑Vor‑Ort‑Arbeit durch Außenkontaktstellen an. 

 

Ausblick: Sicherheit und Solidarität gefragt

Die wiederholten Angriffe auf Maneo stellen nicht nur Sachbeschädigung dar, sondern bedeuten eine Eskalation queerfeindlicher Gewalt gegenüber einer zentralen Beratungsstelle. Es bleibt zu klären, welche präventiven Maßnahmen Berlin bislang ergriffen hat und wie Politik und Behörden den Schutz für solche Einrichtungen stärken. Die Community erwartet sichtbare Solidarität und effektiven Schutz.

Gegebenenfalls ist zu beobachten, ob Kultursenatorin, Polizeipräsidium oder zivilgesellschaftliche Partner kurzfristig reagieren, etwa durch Präsenz, Kameras oder Notfallstrategien, um weitere Angriffe zu verhindern.

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