Direkt zum Inhalt
Radikalisierung im Senegal

Radikalisierung im Senegal Premierminister Sonko für härtere Strafen für Homosexuelle

ms - 25.02.2026 - 13:00 Uhr
Loading audio player...

Der Premierminister von Senegal Ousmane Sonko hat nach massivem Druck von muslimischen Gruppen tatsächlich jetzt einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der die Gefängnisstrafen für Homosexuelle im Land verdoppeln oder vielleicht sogar verdreifachen würde. Menschenrechtsorganisationen warnen, dass die Initiative die Rechte und die Sicherheit der Community noch mehr erheblich gefährdet.

Verdopplung der Haftstrafen?

Senegal verfügt bereits über Gesetze, die Homosexualität kriminalisieren. Der neue Vorschlag zielt jedoch darauf ab, die Strafen weiter zu verschärfen. „Diese Initiative verstärkt eine konservative Welle, die leider in verschiedenen Teilen der Welt an Einfluss gewinnt und das Leben sowie die Würde von Menschen gefährdet, die bereits täglich Diskriminierung erfahren“, so ein Sprecher der Association Prudence (AP). Bisher sind Haftstrafen von bis zu fünf Jahren vorgesehen, der neue Gesetzentwurf könnte diese mehr als verdoppeln und Homosexualität als Straftatbestand überdies weiter verstärken. Die Rede ist von Gefängnisstrafen zwischen zehn und fünfzehn Jahren. 

Warnung vor mehr Gewalt

Der Gesetzesentwurf ignoriert außerdem internationale Appelle zur Achtung der Menschenrechte und verschärft die Lage der lokalen Gay-Community, die bereits mit Marginalisierung und der ständigen Angst vor rechtlichen und gesellschaftlichen Repressalien lebt. Menschenrechtler warnen vor den möglichen Folgen: Eine verschärfte Kriminalisierung könne Gewalt, Stigmatisierung und soziale Isolation noch mehr verstärken, psychische Belastungen verschärfen und den Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen für alle LGBTIQ+-Personen einschränken, gerade auch im Bereich der HIV-Prävention. Queere Aktivisten betonen zugleich die Notwendigkeit von Sichtbarkeit, Solidarität und internationaler Unterstützung für Schwule und Lesben.

Appell an die Community 

Trotz der angespannten Lage zeigt sich die Community in Senegal bisher entschlossen: Lokale und internationale Organisationen sollen jetzt verstärkt mobilisiert werden, um auf die Maßnahmen gezielt aufmerksam zu machen und Betroffene besser zu schützen. „Der Kampf um gleiche Rechte ist auch ein Kampf um ein würdiges Leben. Jeder Widerstand und jede erhobene Stimme ist ein Schritt hin zu einer gerechteren und inklusiveren Zukunft für alle Identitäten“, erklärte ein Sprecher einer Aktivistengruppe im AP-Umfeld weiter. 

Zudem sei die aktuelle Situation auch ein Aufruf an die ganze LGBTIQ+-Community und ihre Verbündeten, ihre Anstrengungen für Sichtbarkeit und gegen Unterdrückung zu verstärken. „Die kulturellen Auswirkungen dieses Gesetzesvorschlags sind tiefgreifend, da er die Dringlichkeit unterstreicht, sichere und inklusive Räume zu schaffen, in denen Liebe und Vielfalt gefeiert und nicht bestraft werden“, heißt es weiter.

In Zeiten, in denen Rechte bedroht seien, sei es entscheidend, daran zu erinnern, dass „die Stärke der Gemeinschaft in Einheit, Solidarität und dem Mut liegt, weiter zu existieren und Widerstand zu leisten. Die Situation in Senegal erinnert daran, dass der LGBTIQ+-Kampf global ist und jeder Fortschritt ein Licht gegen die Dunkelheit der Intoleranz darstellt“, betonten die Menschenrechtsvertreter.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Staffel 2 von Heated Rivalry

Starttermin für Fortsetzung steht

Große Freude bei den Fans, jetzt ist klar: Im April 2027 startet die zweite Staffel von „Heated Rivalry“ - die schwule Lovestory geht weiter!
Landesweite Buchzensur

Entwicklungen in den USA

Werden queere Bücher landesweit in den USA an öffentlichen Schulen aussortiert? Ein entsprechender Gesetzentwurf liegt aktuell vor.
Kokain und Ketamin

Zunahme bei EU-Konsum

Der Konsum von Kokain und Ketamin ist in Europa zuletzt stark angestiegen, insbesondere in Deutschland, auch im Umfeld von Chemsex in der Community.
Appell an den IOC

Debatte vor Olympia 2028 in L.A.

Mehr als 70 Organisationen fordern vom IOC keinen Ausschluss von trans* Athletinnen bei den Olympischen Sommerspielen 2028 in den USA.
Gescheiterte EU-Abstimmung

Keine Stärkung von Grundrechten

Im EU-Parlament scheiterte eine Abstimmung, die Grundrechte für LGBTIQ+ aber auch den Kampf gegen Hassverbrechen stärken sollte.
Kehrtwende in Schottland

Neue Richtlinien bei der Polizei

In Schottland wird bei der Aufnahme der Personalien von trans* Personen auch das „biologische Geschlecht“ vermerkt. Kritiker sprechen von Rückschritt.
Aktion queerer Flüchtlinge

Kampagne für mehr Sichtbarkeit

Mit einer Kampagne will eine Gruppe von queeren Flüchtlingen auf die problematische Lage in Deutschland aufmerksam machen und hofft auf Solidarität.