Direkt zum Inhalt
Neue Gefahr im Senegal
ANZEIGE

Neue Gefahr im Senegal Muslime fordern Verschärfung des homophoben Hass-Gesetzes

ms - 16.02.2026 - 14:00 Uhr
Loading audio player...

Im Senegal wächst der Druck konservativer muslimischer Gruppen, die Strafgesetze gegen homosexuelle Menschen weiter zu verschärfen. Hintergrund ist eine jüngste Serie von Festnahmen von Schwulen sowie Vorwürfe über angebliche homosexuelle Netzwerke, die gezielt HIV verbreiten würden. 

Radikalisierung des Gesetzes

Wie bereits im Vorjahr fordert das islamistische Kollektiv And Samm Djikko Yi („Gemeinsam Werte schützen“) jetzt erneut höhere Strafandrohungen. Zudem solle die „Förderung von Homosexualität“ über soziale Medien, digitale Plattformen und andere Veröffentlichungen verboten werden. Die Debatte um LGBTIQ+-Rechte prägt die politische und religiöse Auseinandersetzung in Senegal seit mehr als einem Jahrzehnt. Derzeit sieht Artikel 319 des Strafgesetzbuches von 1965 für „unnatürliche Handlungen mit einer Person gleichen Geschlechts“ eine Freiheitsstrafe von einem bis fünf Jahren sowie Geldstrafen von bis zu umgerechnet 2.200 Euro vor. 

Druck auf die Regierung 

Ein früherer Versuch, das Gesetz zu verschärfen, scheiterte 2022. Damals verzichtete das Parlament auf eine Abstimmung über einen Entwurf, der Haftstrafen von bis zu zehn oder fünfzehn Jahren vorgesehen hätte. In diesem Jahr setzte nun And Samm Djikko Yi der Regierung eine Frist bis Anfang April. Sollte bis dahin kein schärferes Gesetz verabschiedet werden, kündigte die Gruppe eine landesweite Mobilisierung an: „Wir werden die Bevölkerung darüber informieren, dass diese Regierung sich geweigert hat, dieses Gesetz zu verabschieden. Wir werden religiöse Führer, traditionelle Autoritäten und die gesamte Nation aufsuchen. Sie werden alle Konsequenzen tragen müssen.“

Der Sprecher der Gruppe, Adama Mboup, kritisierte, dass homosexuelle Menschen weiterhin online kommunizieren könnten, und erklärte: „Wir werden diese Regierung sanktionieren, wenn sie sich weigert, dieses Gesetz umzusetzen. Kein Ergebnis ist dringlicher als die Kriminalisierung der Homosexualität.“

Angst und Terror in der Community

Zuletzt kam es mehrfach zu Verhaftungen, dabei wurden erst Anfang Februar zwölf Männer wegen „unnatürlicher Handlungen“ und „vorsätzlicher Übertragung von HIV“ festgenommen – dazu wurden die Betroffen auch ohne jedwede Beweise mit einem Pädophilenring in Verbindung gebracht. Unter den Festgenommenen befinden sich der bekannte Fernsehjournalist Pape Cheikh Diallo sowie der Musiker Djiby Dramé.

Die zunehmende homophobe Rhetorik hat nach Einschätzung von Menschenrechtsgruppen ein Klima der Einschüchterung geschaffen. Die Zeitung Le Monde Afrique zitierte einen Aktivisten der Organisation Free Sénégal mit den Worten: „Es herrscht eine Atmosphäre der Angst, ja des Terrors.“ Der Aktivist erklärte anonym, ein offenes Eintreten für LGBTIQ*-Rechte sei derzeit kaum noch möglich.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Polen blockiert Homo-Ehe

Streit mit der EU wächst massiv

Polnische Gerichte streiten erneut über die Anerkennung gleichgeschlechtlicher EU-Ehen, während auch die Slowakei in einen Konflikt mit der EU gerät.
Weltmeister im Fokus

Spekulationen um Ibiza-Küsse

Neue Ibiza-Fotos von Ferran Torres und Marcos Llorente lösen Spekulationen aus – die beiden spanischen WM-Weltmeister flirten und küssen sich dabei.
Nackte setzen Zeichen

Regenbogen-Kunst für Vielfalt

Hunderte Menschen bildeten auf Gran Canaria nackt eine Progress-Pride-Flagge – als Kunstwerk für Vielfalt und Zeichen der Solidarität mit Berlin.
Boy George sorgt für Kritik

Umstrittener neuer Song

Boy George veröffentlichte ein pro-israelisches Lied über den Hamas-Angriff und löst damit jetzt heftige Kritik aus.
Mehr Hass im Stadion

Homophobie nimmt zu

Eine neue Statistik zeigt: Bei fast 15 Prozent der britischen Premier-League-Fußballspiele wurden in der Saison 2025/26 homophobe Vorfälle gemeldet.
CSD Nürnberg findet statt

Sicherheitskonzept erneut überprüft

Trotz der Amokfahrt in Berlin findet der CSD Nürnberg 2026 wie geplant statt – das Sicherheitskonzept wurde jetzt überprüft und nachgeschärft.
Umfragehoch für Buttigieg

Der Weg ins Weiße Haus?

Neue Umfragen sehen den schwulen Politiker Pete Buttigieg bei den möglichen demokratischen Präsidentschaftskandidaten für 2028 vorn.
Online-Verbote in Österreich

Social-Media-Grenze für Jugendliche

Österreich plant ein Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige – Fachverbände warnen vor besonderen Risiken für queere Jugendliche.
Proteste in Hamburg

Trans* Block plant Die-In

Beim CSD Hamburg wollen trans* Menschen und Sexarbeiter mit einem Die-In auf Gefahren, politische Forderungen und Versorgungslücken hinweisen.