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Vorbild Clavin Brown
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Mutiges Vorbild Clavin Brown Als schwuler Tänzer beim Basketballverein Atlanta Hawks

ms - 20.05.2026 - 12:00 Uhr
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Der Tänzer Calvin Brown gehört inzwischen fest zum Entertainment-Team der Atlanta Hawks in der nordamerikanischen Basketballliga NBA. Der offen schwule Tänzer und Cheerleader absolviert derzeit seine fünfte Saison bei der Franchise und sieht sich als sichtbares Beispiel für mehr Diversität im professionellen Sport-Entertainment.

Das Wichtigste im Überblick

  • Calvin Brown tanzt in seiner fünften Saison für die Atlanta Hawks
  • Der offen schwule Tänzer gehört zu den wenigen Männern in NBA-Danceteams
  • Brown berichtet von Vorurteilen und anfänglicher Ablehnung durch Fans
  • Die Atlanta Hawks betonen Diversität und Inklusion innerhalb der Organisation
  • Besonders die Reaktion eines jungen Fans motivierte Brown zum Durchhalten

Tanzen als echte Bestimmung

Brown wuchs in Miami auf und interessierte sich zunächst vor allem für Leichtathletik und Basketball. Erst während seiner Schulzeit entdeckte er das Tanzen für sich. „Ich wollte einfach nicht mehr draußen schwitzen“, sagte Brown im Gespräch mit Outsports. „Und ich dachte, Tanzen wäre die einfachere Option, weil ich es ohnehin schon ständig gemacht habe – und ich habe mich dann darin verliebt.“ Inspiriert von einem Verwandten, der in Miami Tanzunterricht gab und zugleich Nachwuchstänzer der Miami Heat betreute, bewarb sich Brown früh bei einem NBA-Juniorenteam. Seine erste Bewerbung scheiterte jedoch.

„Rückblickend war ich damals wirklich kein guter Tänzer. Ich war schrecklich“, sagte Brown. „Aber ich glaube, diese erste Ablehnung hat mich motiviert, mehr Tanzunterricht zu nehmen, verschiedene Stile zu lernen und mich weniger darauf zu verlassen, einfach irgendetwas zu machen, das gut aussieht.“ Seine erste professionelle Station fand Brown später beim Tanzteam der Baseballmannschaft Miami Marlins. Danach folgten Engagements bei den Washington Wizards aus der NBA sowie schließlich bei den Atlanta Hawks.

Zuhause beim Team der Atlanta Hawks

Besonders Atlanta habe ihm persönliche und berufliche Freiheit ermöglicht, sagte Brown. „Ich konnte mich dort sozial und beruflich viel besser mit Kolleginnen und Kollegen verbinden, die ähnliche Herausforderungen kennen“, erklärte er. „Es fühlt sich hier freier an.“ Der Weg in das Team der Hawks sei dennoch mit Unsicherheiten verbunden gewesen. Da NBA-Danceteams traditionell überwiegend aus Frauen bestehen, habe Brown zunächst befürchtet, allein wegen seines Geschlechts benachteiligt zu werden.

„Einige Teams wollen nur weibliche Cheerleader und Tänzerinnen sehen“, sagte Brown. „Ich wollte einfach zeigen, dass es auch männliche Tänzer gibt, die Teil solcher Teams sein wollen.“ Nach mehreren Auswahlrunden erhielt Brown schließlich den letzten freien Platz im Team. „Und tatsächlich wurde meine Nummer als Letztes aufgerufen“, erinnerte sich Brown. „Ich bin auf die Bühne gerannt. Ich war unglaublich glücklich und dankbar, weil ich nicht nur Teil des Teams geworden war, sondern auch in ein überwiegend weibliches Team aufgenommen wurde.“

Katrina Jo Balbuena, Entertainment-Direktorin der Atlanta Hawks und der State Farm Arena, betonte die Bedeutung von Vielfalt innerhalb der Organisation. „Die Hawks waren schon immer eine Organisation, die Vielfalt unterstützt. Wir achten auf Talent – unabhängig von Orientierung oder Geschlecht“, sagte Balbuena gegenüber Outsports. Ziel sei es, die Vielfalt der Stadt Atlanta auch im Unterhaltungsprogramm der Spieltage widerzuspiegeln. „Wir fördern Diversität, Gleichberechtigung und Inklusion – nicht nur in unserem Entertainment, sondern auch innerhalb unserer Fangemeinschaft“, erklärte sie.

Probleme mit männlichen Fans

Gerade männliche Fans hätten sich zunächst schwer mit männlichen Tänzern getan, berichtete Brown. „Als wir 2021 angefangen haben, waren sie überhaupt nicht offen dafür. Die Frauen schon – die männlichen Fans aber nicht“, sagte er. Teilweise sei er bei gemeinsamen Fotos mit Fans bewusst aus dem Bild gedrängt worden. „Sie sagten schnell: ‚Ich bevorzuge eher die Frauen‘ oder baten mich stattdessen, das Foto aufzunehmen“, erinnerte sich Brown. „Ich stand einfach daneben und habe es gesehen, aber nichts gesagt.“ Mit der Zeit habe sich die Haltung vieler Fans jedoch verändert. „Irgendwann müsst ihr mich einfach mögen – auf die eine oder andere Weise“, sagte Brown. „Und mit der Zeit habe ich den Respekt und die Zuneigung der Fans gewonnen.“ 

Ein besonderer Fan

Besonders bewegt habe ihn die Begegnung mit einem jungen Fan. „Der Vater eines kleinen Jungen kam zu mir und sagte: ‚Mein Sohn liebt dich und möchte wegen dir tanzen. Kannst du sein Trikot unterschreiben?‘“, erzählte Brown. „Solche Momente sind einer der Gründe, warum ich froh bin, durchgehalten zu haben.“ Auch Balbuena sieht darin eine wichtige Aufgabe des Teams. „Das Tanzteam ist immer eine Inspirationsquelle für unsere Fans – unabhängig vom Alter“, sagte sie.

Brown beschreibt seine Erfahrungen bei den Hawks insgesamt als sehr positiv. „Ich fühle mich gehört. Ich fühle mich gesehen. Ich fühle mich einbezogen“, sagte er. „Nicht nur wegen meiner Orientierung oder meines Talents als Tänzer, sondern weil die Organisation so inklusiv ist und sich wirklich um die Menschen kümmert, mit denen sie arbeitet.“

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