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Neustart in der Kirche? Welche Richtung schlägt die deutsche Bischofskonferenz ein?

Von ms - 23.02.2026 - 09:30 Uhr
Neustart in der Kirche?
Foto: IMAGO / ZUMA Press Wire
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Die katholischen Bischöfe in Deutschland wählen bei ihrer heute startenden Frühjahrsvollversammlung in Würzburg einen neuen Vorsitzenden. Amtsinhaber Georg Bätzing tritt nach sechs Jahren an der Spitze der Deutschen Bischofskonferenz nicht erneut an. Die Entscheidung gilt als richtungsweisend für den weiteren Kurs der Kirche – zu befürchten gilt, dass jedwede Reformprozesse beispielsweise in puncto Rechte für  Homosexuelle gestoppt werden könnten. Der liberale Limburger Bischof Bätzing war zuletzt zunehmend auf Widerstand aus den eigenen Reihen gestoßen. 

25 Bischöfe sind im Rennen 

Die Wahl findet morgen im Würzburger Burkardushaus statt. Rund 60 Bischöfe und Weihbischöfe nehmen teil, gewählt wird nach festen Regeln. Im ersten Wahlgang notieren die Stimmberechtigten jeweils einen Namen auf ihrem Stimmzettel. In den ersten beiden Wahlgängen ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit erforderlich, danach genügt die einfache Mehrheit. Wählbar sind formal alle 25 amtierenden Diözesanbischöfe. Die Amtszeit beträgt sechs Jahre. Mit Vollendung des 75. Lebensjahres müssen Bischöfe dem Papst ihren Rücktritt anbieten. 

Ende des Konfrontationskurses?

Der Münsteraner Kirchenrechtler Thomas Schüller beschreibt gegenüber der Tagesschau das Anforderungsprofil so: Der neue Vorsitzende müsse die Kirche „mit seinem Gesicht in der Öffentlichkeit gut präsentieren, mit allen gesellschaftlichen Gruppierungen und auch der Politik“. Innerkirchlich brauche er „ein gutes Gespür für die römischen Bedarfe“, solle Italienisch sprechen und die Gepflogenheiten der Kurie einschätzen können. 

Zudem müsse er „die unterschiedlichen Gruppen zusammenführen“. Zuletzt war die deutsch-katholische Kirche immer wieder gerade bei Fragen rund um Schwule, Lesben und Frauen in der Kirche sowie im Bereich einer generellen Reform beim Thema Sexallehre auf Konfrontationskurs mit dem Vatikan gegangen. Unter Bätzings Leitung trieb die Bischofskonferenz den Reformdialog „Synodaler Weg“ voran – droht nun das Ende? 

Erwartungen zwischen Reform und Bewahrung

Die Erwartungen an den künftigen Vorsitzenden sind unterschiedlich. Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) fordert, die Beschlüsse des Synodalen Wegs nicht infrage zu stellen. Präsidentin Irme Stetter-Karp betonte, die gemeinsam verantworteten Beschlüsse der vergangenen Jahre könnten nicht zurückgedreht werden. 

Ähnlich bewertet das auch das Katholische LSBT+ Komitee, die Bischöfe müssten jetzt zu den erarbeiteten Positionen stehen, diese pastoral weiterentwickeln und kirchenrechtlich umzusetzen. Regelungen, die nicht die Zustimmung Roms brauchen, könnten von den Bischöfen sofort in ihren Diözesen eingeführt werden. Zudem habe gerade die mögliche Segnung von homosexuellen Paaren große Beachtung gefunden: „Die Reformkräfte erwarten jetzt von allen deutschen Bischöfen, dass sie sich endlich geschlossen zum Synodalen Weg in Deutschland bekennen und auch ihre ´Hausaufgaben´ für den weltweiten Synodalen Prozess machen. Nur wer sich aktiv an Synodalen Prozessen beteiligt, kann glaubwürdig die Zukunft der Kirche mitgestalten.“ Kritischer äußert sich die Initiative „Neuer Anfang“, die sich als Gegenbewegung zum Reformprozess versteht. Ihr Sprecher, der Publizist Bernhard Meuser, fordert vom neuen Vorsitzenden die „Überwindung der innerkirchlichen Spaltung“.

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