Ian McKellen nach Bühnensturz "Der Tod ist immer präsent", so der britische Schauspieler
Rund eineinhalb Jahre nach einem schweren Sturz während einer Theateraufführung setzt sich Sir Ian McKellen offen mit den Folgen auseinander. „Der Tod ist immer präsent“, sagte der 86-jährige Schauspieler jetzt gegenüber der britischen Times. Trotz des Vorfalls wolle er weiterarbeiten.
Unausweichlichkeit des Todes
McKellen war im Juni 2024 bei einer Kampfszene im Londoner West End im Noël Coward Theatre von der Bühne gestürzt. Dabei zog er sich Verletzungen an Handgelenk und Wirbelsäule zu. Im Interview sprach er nun darüber, wie ihn das Ereignis verändert hat: „Ich habe akzeptiert, dass ich nicht unsterblich bin“, erklärte er. „Aber ich bin noch funktionsfähig. Und die Unausweichlichkeit des Todes ergibt sich nicht nur aus dem, was man selbst empfindet, sondern auch aus der einfachen Tatsache, dass Freunde sterben – ständig.“
Mit zunehmendem Alter verändere sich der Blick auf das Thema, sagte McKellen weiter: „Wenn man jung ist, ist der Tod etwas Erstaunliches, etwas Faszinierendes, aber er ist ein Merkmal des Älterwerdens. Der Tod wird allgegenwärtig.“ Stirbt jemand aus seinem Umfeld, bleibe oft das Gefühl, „dass man noch mehr hätte tun können – ich hätte mehr Zeit mit ihnen verbringen, diese Einladung annehmen, diese Arbeit mit ihnen erledigen können.“
Positive Lebensbilanz
Gleichzeitig ziehe er eine positive Bilanz: „Was ich über mein Leben denke, ist, dass ich noch mehr zu tun habe.“ Bereits kurz nach dem Sturz hatte der Schauspieler berichtet, er habe zeitweise mit „Scham“ gekämpft und sich aus Angst vor Begegnungen zurückgezogen. „Ich habe diesen Sturz ich weiß nicht wie oft noch einmal durchlebt. Es war schrecklich“, sagte er dem Magazin Saga. Gegenüber dem Independent erklärte er: „Ich muss mir immer wieder versichern, dass ich nicht zu alt zum Spielen bin und dass es nur ein verdammter Unfall war.“ Er habe weder das Bewusstsein verloren noch sei ihm schwindelig gewesen, habe aber nicht mehr auf die Bühne zurückkehren können.
Inzwischen steht für McKellen die Rückkehr vor die Kamera an. Er übernimmt erneut die Rolle des Gandalf im Film „Der Herr der Ringe: The Hunt for Gollum“, der Berichten zufolge ab Juli in Neuseeland gedreht werden soll. McKellen gehört seit Jahrzehnten zu den prägenden Schauspielern Großbritanniens, gefeiert für seine Arbeit auf der Theaterbühne ebenso wie für internationale Filmrollen. Weltweite Bekanntheit erlangte er unter anderem mit „X-Men“ und der „Herr der Ringe“-Reihe. 1988 machte McKellen seine Homosexualität öffentlich und spricht seither offen über seine Erfahrungen. Er engagiert sich seit vielen Jahren für die Rechte von LGBTIQ+-Menschen.