Gavin Creel ebnete den Weg Schauspieler Jonathan Groff über sein Coming-out
Jonathan Groff gibt intime Einblicke: Wie sein verstorbener ehemaliger Partner Gavin Creel sein Leben prägte.
Broadway, Lampenfieber und eine überraschende Offenheit
Wer schon immer wissen wollte, was sich wirklich in den Katakomben von Broadway-Stars abspielt, hat jetzt die Antwort: Jonathan Groff, Liebling der Musical-Fans, packt im Podcast „Good Hang“ von Amy Poehler ordentlich aus – mit gewohnt charmanter Ironie und einem Schuss Selbstironie. Der Schauspieler, laut eigenen Worten „tornado-forward“ bei Schultheaterrollen, nimmt uns mit auf eine Reise durch seine Vergangenheit und offenbart, wie die Begegnung mit Gavin Creel sein Leben auf den Kopf stellte.
Angst vorm Rampenlicht – und vor „Looking“
Erfolg auf allen Bühnen, aber Unsicherheit im Herzen: Groff gibt zu, dass ihn die Zusage zur HBO-Serie „Looking“ anfangs Überwindung kostete. „Ich war nervös, nicht einfach vor einer Rolle als schwuler Mann – ich war nervös davor, wirklich so sichtbar zu sein,“ gesteht er. „Ich hatte einfach Angst, mich und meine Sexualität so offen zu zeigen.“ Erst als Regisseur Andrew Haigh an Bord kam, schwand Groffs Skepsis. „Er hat mir den Mut gegeben, mich voll reinzustürzen.“ Die offene Darstellung queeren Lebens im Fernsehen ist mittlerweile kein Nischen-Phänomen mehr – trotzdem berichten viele Stars bis heute von Zweifeln, wenn die Kamera wirklich alles zeigt.
Gavin Creel: Freund, Mentor, Lebensveränderer
Doch der größte emotionale Auftritt kommt, als Groff über seinen verstorbenen ehemaligen Partner spricht: „Gavin hat mir das Vertrauen geschenkt, ich selbst zu sein. Ohne ihn hätte ich mein Coming-out nicht gewagt.“ Die beiden lernten sich, wie es sich für Musical-Stars gehört, natürlich am Bühneneingang kennen. Was als Teenie-Schwärmerei begann, wurde eine prägende Freundschaft – und für Groff ein Leuchtfeuer, um offen und authentisch zu leben. Nach dem tragischen Tod von Creel, der 2024 überraschend einer Krebserkrankung erlag, würdigten Fans und Weggefährtinnen weltweit seinen Einfluss auf die queere Kultur.
Vom Tornado zur Inspiration: Groffs schwule Sternstunde
Groff blickt zurück: Die Rolle in „Spring Awakening“ war für ihn wie ein Befreiungsschlag. Nur ein Monat nach seinem Ausstieg aus dem Musical outete er sich. Seine Familie habe zwar unterschiedlich reagiert, stehe aber nach kurzem Schreck heute voll hinter ihm. Sein Weg ist typisch für ein neues queeres Selbstbewusstsein – das Vorbild, das er und Creel geben, inspiriert längst eine neue Generation international und auch explizit in Deutschland, wo queere Sichtbarkeit auf der Bühne weiterhin wächst.
Broadway, Bekenntnisse und Hoffnung
Nun verlässt Jonathan Groff im März die Showbühne von „Just in Time“ – doch seine Offenheit, sein Witz und seine bewegende Ehrlichkeit bleiben. Für alle, die schon mal daran gezweifelt haben, ob Mut zu sich selbst führen kann: Ja, manchmal braucht es ein bisschen Broadway-Drama, damit sich im echten Leben neue Türen öffnen. Wer wird wohl das nächste queere Vorbild – und wer wagt den Sprung aus dem Schatten anderer?