Erbe prägt politischen Dialog Kondolenzbuch für Rita Süssmuth im Deutschen Dom eröffnet
Bürgerinnen und Bürger haben seit dem heutigen Tag die Möglichkeit, im Berliner Deutschen Dom auf dem Gendarmenmarkt einer außergewöhnlichen Politikerin zu gedenken: Ein öffentliches Kondolenzbuch für Rita Süssmuth liegt dort in der Parlamentshistorischen Ausstellung des Deutschen Bundestags aus, nachdem die langjährige Bundestagspräsidentin und engagierte CDU-Politikerin am Sonntag im Alter von 88 Jahren verstorben ist. Die Eintragungen sind dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr möglich, wie der Bundestag bekannt gab.
Kondolenzbuch am Deutschen Dom
Mit dieser Geste erhalten Berlinerinnen und Berliner gemeinsam mit Gästen aus aller Welt die Gelegenheit, persönliche Anteilnahme am Tod von Rita Süssmuth auszudrücken. In der kommenden Sitzungswoche des Bundestags wird zusätzlich ein weiteres Kondolenzbuch für Abgeordnete im Reichstagsgebäude bereitgelegt. Zudem bereitet der Bundestag einen Trauerstaatsakt vor, um das politische und gesellschaftliche Lebenswerk Süssmuths angemessen zu würdigen.
Würdigung einer bedeutenden Politikerin
Bundeskanzler Friedrich Merz hob Süssmuths Rolle als „große Politikerin“ hervor. Ihre Karriere war geprägt durch konsequentes Engagement für Menschenrechte, Gleichstellung sowie soziale und gesundheitliche Themen. Sie setzte sich früh für Verbesserungen im Gesundheitssystem und die Sichtbarkeit von Minderheiten ein, etwas, das ihr etwa in der Präventionspolitik zur HIV-Aids-Bekämpfung über die Parteigrenzen hinweg Respekt einbrachte.
Stationen und Bedeutung ihres Wirkens
Rita Süssmuth war von 1988 bis 1998 Bundestagspräsidentin und bekleidete zuvor das Amt der Bundesministerin für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit. Sie wurde besonders für ihre progressive Haltung in Fragen von Migration, Gleichstellung und Gesellschaftswandel geschätzt. Erst kürzlich äußerten viele führende Stimmen aus Politik und Wissenschaft, dass ihr mutiges Auftreten und ihre klaren Positionierungen einen entscheidenden Beitrag für ein offeneres, inklusiveres Deutschland leisteten.
Das ausgelegte Kondolenzbuch erweist einer Frau Respekt, deren Wirken über Jahrzehnte die Demokratie in der Bundesrepublik mitgestaltete. Der Trauerstaatsakt wird ein weiteres, öffentliches Signal für die Wertschätzung einer Politikerin sein. Die Anteilnahme zeigt, wie prägend individuelle Integrität, Empathie und zivilgesellschaftliches Engagement wirken können. Die öffentliche Reaktion bestätigt: Die Erinnerung an Rita Süssmuth lebt im demokratischen Gedächtnis weiter.