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Grindr sperrt Funktionen im Olympischen Dorf
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Schutz schwuler Athleten Grindr sperrt Funktionen im Olympischen Dorf

mr - 03.02.2026 - 16:30 Uhr
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Kaum drei Tage vor Beginn der Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina setzt die Dating-App Grindr befristete Sicherheitsmaßnahmen um, um queere Athletinnen und Athleten während des Großereignisses gezielt zu schützen. Diese Entscheidung zielt darauf ab, Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Spiele mehr Diskretion zu ermöglichen, ein besonderes Anliegen, da die Zahl der offen queer lebenden Sportlerinnen und Sportler mit fast 50 einen historischen Höchststand erreicht.

 

Temporäre Schutzfunktionen im Olympischen Dorf

Speziell während der Spiele, die vom 6. bis 22. Februar stattfinden, kommt es zu markanten Einschränkungen: Im Olympischen Dorf werden die Funktionen „Entdecken und Navigieren“ sowie „Distanzanzeige“ deaktiviert. So ist es für Außenstehende nicht möglich, Profile zu durchsuchen oder Kontakt zu Athletinnen und Athleten aufzunehmen. Auch die private Video-Funktion steht in dieser Zeit nicht zur Verfügung. Zusätzlich erhalten Nutzerinnen und Nutzer im Dorf Zugriff auf sonst kostenpflichtige Features wie das unbegrenzte Löschen von Nachrichten und den Block von Screenshots, um eine unfreiwillige Identifizierung möglichst zu vermeiden.

 

Fokus auf Sicherheit und Identitätsschutz

Die Sorge um die Sicherheit queerer Sportlerinnen und Sportler ist nicht unbegründet: Viele kommen aus Ländern, in denen eine offene sexuelle Orientierung strafbar und mit erheblichen Gefahren verbunden ist. AJ Balance, Chief Product Officer von Grindr, betont, dass erhöhte Sichtbarkeit im internationalen Medientrubel reale Risiken bedeute: „Diese temporären Änderungen sollen genau dieses Risiko minimieren und Nutzerinnen wie Nutzern effektive Kontrolle über ihre Privatsphäre geben.“

Ein Vorfall während der Spiele 2016 in Rio de Janeiro hatte weltweit für Empörung gesorgt, als ein Journalist Details vermeintlich anonymer Grindr-Profile veröffentlichte und so nicht-geoutete Athletinnen und Athleten gefährdete. Seither haben Expertinnen und Experten verschärfte Datenschutzpraktiken gefordert – ein Trend, der von Technologiefirmen zunehmend aufgegriffen wird.

 

Digitale Verantwortung bei globalen Sportereignissen

Mit Mailand und Cortina stehen die Winterspiele dieses Jahr auch für einen neuen Umgang mit sensiblen digitalen Daten. Die Olympischen Organisatoren beobachten den Schritt von Grindr aufmerksam, denn das Beispiel macht deutlich: Digitale Plattformen tragen längst eine zentrale Verantwortung für die Sicherheit von Teilnehmenden an globalen Events, die durch digitale Spuren exponiert werden könnten.

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