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Queere Identifikationsfigur Gay-Boxer kämpft am 26. März um Meistertitel in Uruguay

Von tb - 30.01.2026 - 14:30 Uhr
Gay-Boxer kämpft am 26. März um Meistertitel in Uruguay
Foto: © instagram.com/oscar.bonifacino_
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Oscar Bonifacino, der erste offen schwule Profiboxer Südamerikas, kämpft am 26. März in Montevideo um den Titel des uruguayischen Meisters im Federgewicht. Mit gerade einmal 21 Jahren und einer makellosen Bilanz von vier Siegen – drei davon durch technischen K.O. – tritt er gegen den ebenfalls ungeschlagenen Fernan Alvaro Correa an. Bonifacino hebt dabei nicht nur sportlich, sondern auch gesellschaftlich Standards: Als Identifikationsfigur der queeren Community setzt er ein klares Zeichen für Sichtbarkeit und Vielfalt im Boxsport.

 

Regenbogen auf dem Weg zum Meistertitel

Der Auftritt von Oscar Bonifacino ist längst mehr als eine sportliche Randnotiz. Bei jedem seiner Kämpfe trägt er bewusst Symbole der LGBTIQ+-Community: Eine Jacke und Shorts in Weiß und Rosa sowie die Progress Pride Flagge begleiten ihn durch die Arena. Diese Farben und Zeichen sind für Bonifacino nicht bloß Dekoration. Sie spiegeln sein Selbstverständnis wider und markieren einen Bruch mit traditionellen Rollenbildern im Boxen. Besonders im männerdominierten und oft machistisch geprägten Profisport ist Bonifacino damit ein Pionier, dessen Bekanntheit weit über Uruguay hinausreicht.

Bonifacino spricht offen darüber, wie herausfordernd der Weg zu seinem Coming-out war. In seiner Kindheit war er familiärer Gewalt, Ausgrenzung und existenziellen Risiken ausgesetzt – ein Schicksal, das viele queere Jugendliche weltweit teilen. Die Nähe zu seiner Trainerin, Elizabeth Cabrera, half ihm, sich zu öffnen. Erst seit er offen zu seiner Sexualität steht, geht es für ihn im und außerhalb des Rings aufwärts.

 

Inspiration für queere Sportlerinnen und Sportler

„Ich möchte allen Menschen zeigen, dass sie ihre Ziele erreichen können, egal wen sie lieben oder wie sie sind“, betont Bonifacino. Vor dem Titelkampf in Montevideo sagt er weiter: „Ich will unsere Gemeinschaft sichtbar machen. Es braucht mehr Unterstützung und Akzeptanz, gerade im Profisport.“ Damit inspiriert er nicht nur homosexuelle und bisexuelle Männer und Frauen, sondern ist auch ein Vorbild für all jene, die in konservativen Strukturen nach Selbstverwirklichung suchen.

 

Sichtbarkeit im Profisport

Weltweit ist die Sichtbarkeit homosexueller und queerer Sportlerinnen und Sportler nach wie vor ein sensibles Thema. Laut Sportverbänden wagen bislang nur wenige Athletinnen und Athleten in kampfbetonten Disziplinen den Schritt in die Öffentlichkeit. Doch Vorbilder wie Bonifacino zeigen Wirkung: Inzwischen melden sich immer mehr Sportlerinnen und Sportler zu Wort, die für Chancengleichheit und Respekt eintreten.

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