Studie zu L.A.-Großbrand Besondere Nachwirkungen der Brände von 2025 für LGBTIQ+-Menschen
Ein neuer Bericht des Williams Institute an der UCLA School of Law zeigt, dass LGBTIQ+ Überlebende des sogenannten Eaton Feuers in Los Angeles mit zusätzlichen Barrieren bei ihrer Erholung konfrontiert sind. Der Bericht, der in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt des Los Angeles County erstellt wurde, stellte fest, dass zwar alle betroffenen Anwohner ähnliche Verluste und Schwierigkeiten nach dem verheerenden Brand erlebt haben, doch die LGBTIQ+-Überlebenden waren überdies besonderen Belastungen ausgesetzt und erhielten anschließend weniger Unterstützung durch ihre Familien.
Weniger Unterstützung für LGBTIQ+
Der Eaton Brand, der im Januar 2025 zwei der schlimmsten Waldbrände in der Geschichte Kaliforniens auslöste, brachte weitreichende Zerstörungen mit sich. Der Bericht basiert auf einer Umfrage des Gesundheitsamts sowie auf Anhörungssitzungen des Williams Institute, bei denen LGBTIQ+ Betroffene des Feuers zu Wort kamen.
Homosexuelle und queere Befragte berichteten, dass sie bereits zuvor aufgrund ihrer prekären Wohnsituation besonders gefährdet waren. Laut dem Bericht waren LGBTIQ+ Überlebende dreimal bis viermal häufiger auf rechtliche Unterstützung angewiesen, um ihre Mieterrechte zu klären oder Streitigkeiten mit ihren Vermietern zu lösen. „LGBTIQ+-Überlebende des Eaton Feuers gingen mit größerer Wohnungsinstabilität und weniger sozialer Unterstützung in diese verheerende Erfahrung“, erklärte Brad Sears, leitender Autor des Berichts und Senior Scholar am Williams Institute. Mieter berichteten, dass sie von der Erholungspolitik des Landkreises oft übersehen wurden, da diese vor allem auf Hausbesitzer ausgerichtet war.
LGBTIQ+-Befragte waren zudem häufiger Mieter (45%) als heterosexuelle Betroffene (24%) und weniger häufig Hausbesitzer (43% vs. 69%), was die Erholung nach den Bränden zusätzlich erschwerte. Die Notwendigkeit, auf rechtliche Hilfe zurückzugreifen, war ein zentrales Thema für viele der LGBTIQ+-Überlebenden.
Fehlende Unterstützung und Diskriminierung
Einige queere Überlebenden berichteten überdies von Diskriminierung und Ausgrenzung bei der Inanspruchnahme von Hilfsangeboten, insbesondere von Dienstleistern, die mit LGBTIQ+-Familienstrukturen nicht vertraut waren. Trans* und nicht-binäre Betroffene gaben an, bei der Suche nach einer Unterkunft auf Ablehnung und Diskriminierung gestoßen zu sein. „Nachdem die Brände schließlich unter Kontrolle waren, standen die LGBTIQ+ Überlebenden einem Erholungsprozess gegenüber, der von einer Bundesregierung geführt wurde, die feindlich gegenüber LGBTIQ+-Menschen eingestellt war“, so Sears. „Zudem waren lokale Dienstleister, einschließlich einiger religiöser Anbieter, nicht immer vollständig inklusiv gegenüber LGBTIQ+-Familien.“
Die Studienergebnisse zeigen, dass die Schäden für LGBTIQ+-Überlebende durch diskriminierende Praktiken und fehlende Unterstützung noch verstärkt wurden. „Es ist wichtig, dass LGBTIQ+-Menschen in die Planung einer neuen gebauten Umgebung einbezogen werden, die alle umfasst“, sagte Sprague weiter. Zudem wird empfohlen, den ehemaligen Bewohnern die Rückkehr zu ermöglichen und sicherzustellen, dass sie gleichberechtigt in die Erholung einbezogen werden. Der Bericht betont außerdem, dass queere Organisationen stärker in die Katastrophenreaktion integriert werden sollten, um maßgeschneiderte Hilfsdienste für diese Gemeinschaften bereitzustellen.