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Pornhub blockiert neue Nutzer
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Pornhub blockiert neue Nutzer Unternehmen reagiert auf britischen Online Safety Act

ms - 30.01.2026 - 12:00 Uhr
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Die Pornoplattform Pornhub wird ab Montag, den 2. Februar neuen Nutzern im Vereinigten Königreich den Zugang verwehren. Hintergrund ist ein Streit über die im britischen Online Safety Act (OSA) vorgesehenen Regelungen zur Altersverifikation. In einem nächsten Schritt könnten die Maßnahmen als Reaktion auf den Digital Service Act in ganz Europa ausgeweitet werden. 

Kritik an strengen Altersverifikationen

Nach Angaben des Unternehmens können künftig nur noch Personen auf die Seite zugreifen, die bereits zuvor ein Konto hatten und eine Altersprüfung abgeschlossen haben. Neue Nutzer sollen beim Aufruf der Seite eine Sperrmeldung erhalten. Der Online Safety Act verpflichtet Anbieter pornografischer Inhalte zu strengen Maßnahmen zur Altersüberprüfung. Vorgesehen sind unter anderem die Kontrolle von Ausweisdokumenten, Verfahren zur altersbezogenen Gesichtserkennung oder Kreditkartenprüfungen. Die britische Medienaufsicht Ofcom, die für die Umsetzung des Gesetzes zuständig ist, erklärte, die meisten großen Plattformen hätten entsprechende Systeme bereits eingeführt.

Der Pornhub-Betreiber Aylo, zu dem auch die Seiten YouPorn und RedTube gehören, lehnt diese Vorgaben ab. Alex Kekesi, Vizepräsident für Marke und Community bei Aylo, erklärte: „Unsere Seiten, auf denen legales und reguliertes Pornografie-Material gehostet wird, werden im Vereinigten Königreich für neue Nutzer nicht mehr verfügbar sein, aber Tausende unverantwortliche Pornoseiten werden weiterhin leicht zugänglich sein.“ Das Unternehmen kritisierte zudem, die Regelungen hätten „das Internet für Minderjährige und Erwachsene gefährlicher gemacht und die Privatsphäre und persönlichen Daten britischer Bürger gefährdet“.

Nach veröffentlichten Daten ist die Zahl der Zugriffe auf Pornhub aus dem Vereinigten Königreich seit Einführung der Altersverifikation deutlich gesunken – um mehr als drei Viertel. Kritiker des Gesetzes sehen darin einen Hinweis darauf, dass Nutzerinnen und Nutzer auf unregulierte und potenziell unsichere Angebote ausweichen. Pornhub hatte bereits in anderen Regionen, darunter in Teilen der USA, den Zugang eingeschränkt, nachdem dort vergleichbare Altersverifikationspflichten eingeführt worden waren.

Zensur in Europa?

Der Online Safety Act ist seit Sommer 2025 in Kraft. Ziel des Gesetzes ist es, Minderjährige besser vor dem Zugang zu pornografischen Inhalten im Internet zu schützen. Zugleich wird die Regelung kontrovers diskutiert, insbesondere mit Blick auf Datenschutz, Wirksamkeit und mögliche Umgehungsstrategien. Die britische Regierung gelangt so außerdem an die Daten von Millionen Bürgerinnen und Bürger. 

Ähnlich kritisch wird seit geraumer Zeit auf den Digital Services Act der EU von 2024 geblickt. Kritiker sehen viele Risiken für Meinungsfreiheit, unklare Regulierung, hohe Belastungen für kleinere Plattformen, mangelnde Transparenz bei der Umsetzung sowie unterschiedliche Vollzugspraktiken in der EU. Einige internationale Stimmen werten den DSA sogar als potenzielle Form von Zensur. In beiden Fällen, DSA und OSA, besteht überdies die Gefahr, dass viele LGBTIQ+-Inhalte online immer mehr verschwinden werden, darunter auch Informationen oder Aufklärungsprojekte bei Fragen zur sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität.  

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