Direkt zum Inhalt

Verfahren gegen Grok KI-Programm von Elon Musk in der Kritik wegen sexuellen Bildern

Von ms - 27.01.2026 - 09:30 Uhr
Verfahren gegen KI-Chatbot Grok
Foto: IMAGO / ZUMA Press Wire
ANZEIGE
Loading audio player...

Wie angekündigt, hat die EU-Kommission jetzt ein Verfahren gegen den KI-Chatbot Grok des US-Unternehmens X von Elon Musk eingeleitet. Die Behörde wirft X vor, bei der Einführung des Dienstes Risiken nicht verantwortungsvoll bewertet und nicht ausreichend gemindert zu haben. Insbesondere geht es um von der Künstlichen Intelligenz generierte sexualisierte Bilder.

Prüfungen trotz Kehrtwende 

Grok, ein KI-Chatbot von X, der zur Generierung von Bildern verwendet wird, war in den letzten Wochen mehrfach in die Kritik geraten. Nutzer des Dienstes konnten die KI auffordern, gepostete Bilder zu sexualisieren, was insbesondere bei Fotos von Frauen, die zum Beispiel in Bikinis dargestellt wurden, zu Besorgnis führte. Queere Vereine befürchteten zudem Manipulationen zum Schaden von LGBTIQ+-Menschen. Zum Jahreswechsel entschuldigte sich das Unternehmen, darüber hinaus kündigte X weitere Änderungen an, um solche Vorfälle zu verhindern. Die EU-Kommission prüft jetzt trotzdem, ob in diesem Zusammenhang Bilder erzeugt wurden, die als Kindesmissbrauch eingestuft werden könnten.

Konfrontationskurs mit den USA

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen betonte, dass die Verantwortung für den Schutz von Konsumenten und insbesondere von Kindern nicht an Tech-Unternehmen abgegeben werden dürfe. „In Europa werden wir unvorstellbares Verhalten wie das digitale Entkleiden von Frauen und Kindern nicht tolerieren“, erklärte von der Leyen. Der rechtliche Rahmen für das Verfahren bildet der Digital Services Act, ein zentrales Gesetz der EU zur Regulierung von Online-Plattformen.

Mit diesem Schritt geht die EU-Kommission ein Risiko ein, die US-Regierung zu verärgern. Insbesondere könnten die politischen Spannungen mit den USA erneut aufflammen, wie dies bereits in der Vergangenheit der Fall war. Kritiker werfen der EU vor, ihre Digitalvorschriften nicht konsequent genug durchzusetzen, da gegen X bereits mehrere Ermittlungen laufen, unter anderem wegen der Moderation und des Risikomanagements illegaler Inhalte.

Erst im Dezember 2025 verhängte die EU eine Geldstrafe von 120 Millionen Euro gegen X wegen mangelnder Transparenz. Als Reaktion darauf hatte die US-Regierung das Vorgehen scharf kritisiert und Sanktionen gegen europäische Entscheidungsträger verhängt, die an der Ausarbeitung der Digitalgesetze beteiligt waren.

Anzeige

Auch Interessant

70 Jahre Fernsehwerbung

Als schwule Paare sichtbar wurden

Seit 1956 prägt Fernsehwerbung den Alltag in Deutschland. Auch die Darstellung homosexueller und queerer Menschen hat sich grundlegend verändert.
Stier verliebt in Esel?

Viel Sex auf der Weide

Ein Stier und ein Eselhengst sorgen in Äthiopien für Aufsehen: Forscher dokumentieren eine ungewöhnlich enge Beziehung zwischen den Tieren.
Lambda beendet Beratung

Nach über 30 Jahren ist Schluss

Der Jugendverband Lambda stellt seine bundesweite Beratung Ende 2026 ein. Trotz steigenden Hilfebedarfs fehlt künftig das Geld.
Appell an queere Menschen

LGBTIQ+-Briten verlieren Hoffnung

Eine neue Stonewall-Studie zeigt wachsende Ängste unter queeren Menschen in Großbritannien. Verbandschef Simon Blake fordert einen sachlicheren Dialog
Behördenwillkür in Russland

Regenbogenflagge wird zur Falle

In Russland werden Menschen wegen Regenbogenflaggen bestraft – selbst wenn sie damit gegen LGBTIQ+-Rechte protestieren wollen.
Pride in Johannesburg

Bunte Parade für gleiche Rechte

Mit Musik, Regenbogenflaggen und politischen Botschaften feiern Tausende Menschen in Johannesburg für Freiheit und LGBTIQ+-Rechte.
Ein Kind mit zwei Müttern?

Forschung eröffnet neue Wege

Könnten zwei Frauen künftig ein gemeinsames biologisches Kind bekommen? Neue Forschungen machen Hoffnung, doch es bestehen erhebliche Hürden.
Polizeidruck in China

Angriff auf LGBTIQ+-Kultur

Das Beijing Queer Film Festival fällt nach massiven Polizeidruck aus. Menschenrechtler warnen vor zunehmender Zensur in China.
LGBTIQ+-Wissen unter Druck

Wikipedia und die Community

Mehr als 150 Menschen aus aller Welt haben sich in Kanada getroffen, um die Geschichte und Kultur von LGBTIQ+-Menschen auf Wikipedia zu bewahren.