Ricky Gervais polarisiert Brit-Komiker verteidigt Witze gegen queere Menschen
Der britische Komiker Ricky Gervais (64) hat Kritik an seinen Witzen über trans* Menschen erneut zurückgewiesen. In einem Interview mit der BBC-Sendung This Cultural Life erklärte der 64-Jährige, er sehe sich im Recht und habe „ein Recht“, solche Themen in seiner Comedy aufzugreifen.
Eine Recht auf Witze?
Im Gespräch mit Moderator John Wilson ging es unter anderem um Gervais’ Stand-up-Programme, die sich wiederholt mit Menschen mit Behinderungen, trans* Personen sowie mit Fatshaming befassen. Wilson stellte fest: „Es ist fast so, als hättest du dich nicht parallel zu den Zeiten verändert. Du hast dich in diesen Fragen eher noch weiter hineingesteigert. Es scheint dir wichtiger geworden zu sein.“
Gervais stimmte dem zu und sagte: „Das stimmt wahrscheinlich, aber das liegt daran, dass ich glaube, dass ich recht habe.“ Auf die Nachfrage, inwiefern er recht habe, antwortete er: „Ich habe ein Recht, über diese Dinge zu sprechen.“ Zudem betonte er: „Und es gibt Witze, zu denen ich ganz klar stehe. Ich kann nicht zurückblicken und sagen: ‚Oh, tut mir leid, das habe ich gesagt, als ich erst 50 war.‘“
Weiter erklärte Gervais: „Wenn man progressiver wird, vielleicht milder, sich verändert, dann wirken die Dinge, die man früher gemacht hat, oft schlimmer.“ Er ergänzte provokant: „Ich versuche, noch beleidigender zu werden, damit ich später zurückblicke und sage: ‚Ach, war ich mit 45 nicht nett?‘“ Anschließend stellte er klar: „Das war ein Witz.“
Triggerwarnungen denkbar
Der Komiker sagte zudem, er wolle sein früheres Material nicht umschreiben oder überarbeiten. Denkbar seien für ihn lediglich Triggerwarnungen, nicht jedoch inhaltliche Änderungen. Auf die Frage nach seiner Verantwortung für die Wirkung seiner Aussagen auf der Bühne entgegnete Gervais: „Ich habe gesehen, dass Leute versucht haben, das zu machen, was ich mache, und es falsch gemacht haben. Ich glaube nicht, dass das meine Schuld ist … Ich denke nicht, dass es mein Problem ist, denn jede Kunst kann missverstanden werden, sobald sie draußen ist.“
Gervais, der durch Serien wie „The Office“, „Extras“, „Life’s Too Short“ und „After Life“ bekannt wurde, steht seit einigen Jahren verstärkt wegen eines als „anti-woke“ wahrgenommenen Kurses in der Kritik. Seine Tournee „Ricky Gervais: Mortality“ aus dem Jahr 2024 wurde von Teilen der Presse negativ aufgenommen. The Independent warf ihm vor, „völlig im Diskursstrudel der Twittersphäre gefangen“ zu sein. Seit Dezember 2025 ist das Bühnenprogramm auch bei Netflix abrufbar.
Kritik an Brit-Komiker
Besonders umstritten war auch sein Netflix-Special „Super Nature“ aus dem Jahr 2022, in dem er sich über einen längeren Abschnitt mit trans* Menschen und sogenannter „Cancel Culture“ befasste. Darin sagte er unter anderem: „Altmodische Frauen. Das sind die mit Gebärmüttern.“ Weiter bezeichnete er diese als „diese verdammten Dinosaurier“ und spottete über trans* Frauen: „Ich liebe die neuen Frauen. Die sind großartig, oder? Die neuen, die wir in letzter Zeit sehen. Die mit Bärten und Schwänzen.“
In demselben Programm erklärte Gervais jedoch auch: „Okay, vollständige Offenlegung: Im echten Leben unterstütze ich natürlich Transrechte.“ Er fügte hinzu: „Ich unterstütze alle Menschenrechte, und Transrechte sind Menschenrechte. Lebt euer bestes Leben. Benutzt eure bevorzugten Pronomen.“ Direkt im Anschluss sagte er allerdings: „Aber kommt mir ein Stück entgegen, Ladies. Verliert den Schwanz. Das ist alles, was ich sage.“ Queere Organisationen haben Gervais in den vergangenen Jahren wiederholt kritisiert. Sie werfen ihm vor, mit seinen Aussagen stereotype und diskriminierende Darstellungen zu reproduzieren und damit zu einem feindlichen Klima gegenüber queeren Personen beizutragen.