Direkt zum Inhalt
Eskalation in Österreich

Eskalation in Österreich Debatte um englischen Schulstoff entbrannte an LGBTIQ+-Thema

ms - 04.12.2025 - 12:30 Uhr
Loading audio player...

Ein Englisch-Schulbuch für die 7. und 8. Schulstufe sorgt derzeit in Wien für Schlagzeilen – ausgelöst von einem einzelnen Elternteil, dessen Bedenken von der rechtspopulistischen FPÖ politisch unterstützt werden. Im Fokus stehen Themen wie gleichgeschlechtliche Familien, schwule Väter, Klimaschutz und die Arbeit von Nichtregierungsorganisationen.

Problemfall "Schwule Väter"

Konkret kritisiert das Elternteil unter anderem eine Aufgabe, in der zwei schwule Männer ein Kind adoptieren, sowie Textpassagen über unfreundliche Österreicher. Auch die Darstellung von NGO-Aktivitäten sorgt für Unbehagen. Schulnahen Quellen zufolge handelt es sich um eine isolierte Kritik, die durch öffentliche Aufmerksamkeit deutlich an Gewicht gewonnen hat.

Politischer Rückhalt von Rechts

Die FPÖ unterstützt die Position des Elternteils: Familiensprecherin Ricarda Berger bezeichnet das Lehrwerk als „linksideologisches Erziehungsprogramm“. In einer Mitteilung wirft sie dem Verlag vor, „statt neutraler Themen einseitige Haltungsbotschaften“ zu vermitteln – insbesondere bei LGBTQ-, Klima- und Engagement-Inhalten. „Das ist politische Umpolung durch die Hintertür“, so Berger weiter. Sie verweist auf mehrere Seiten des Buches, darunter die Darstellung einer gleichgeschlechtlichen Familie und Texte über queerfeindliche Buchverbote in den USA.

Verwirrung über gefälschtes Statement 

Parallel zur Kontroverse tauchte ein angebliches Statement der Schulleiterin auf – das sie jedoch klar zurückweist: „Das entsprechende Statement stammt nicht von mir. Es wurde fälschlicherweise unter meinem Namen von einer mir unbekannten E-Mail-Adresse verschickt“, erklärte sie gegenüber der Gratis-Zeitung Heute. Die Direktorin hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet und die Bildungsdirektion informiert. „Die darin angeführten Inhalte entsprechen in keiner Weise meinen Überzeugungen oder meiner beruflichen Haltung. Ich weise diese Form der Desinformation und üblen Nachrede aufs Schärfste zurück“, fügte sie hinzu.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Haftstrafe für Priester

Missbrauch von Jugendlichen

Ein Priester wurde jetzt zu einer Haftstrafe von mehr als drei Jahren verurteilt, er missbrauchte zwei Jugendliche in einem Hotelzimmer in München.
Warnungen vor Überwachung

Über 100 queere Bücher betroffen

Die Leiterin der Rutherford County Library wurde von der Bibliotheksführung entlassen, weil sie sich weigerte, LGBTIQ+-Bücher zu entfernen.
Miersch und Spahn

Debatte übers eigene Schwulsein

Im Interview mit der Zeit diskutieren Jens Spahn (CDU) und Matthias Miersch (SPD) über ihre Selbstdefinition als schwule Männer.
Aufsehen um neue HBO-Serie

Schwules Leben und Lieben in Polen

Die neue polnische Serie "Proud" porträtiert das Leben von jungen Schwulen und sorgt im Land derzeit für viel Aufregung.
Prominente Kritik an US-Agenda

Im Fokus ICE-Jugendhaftzentrum

Über 200 Prominente, darunter Madonna, Billy Porter oder Javier Bardem, fordern die Schließung einer ICE-Haftanstalt für Kinder und Familien in Texas.
HIV in Schottland

Keine neue Infektionen bis 2030?

Schottland ist auf dem Weg, HIV-Übertragungen bis 2030 ganz zu beenden, dazu bedarf es allerdings jetzt mehr Einsatz der Regierung, so Fachverbände.
Schwere Lage in Australien

Queere Menschen in Down Under

Die Lage für queere Menschen in Australien habe sich innerhalb von knapp zehn Jahren verschlechtert, betonte jetzt die Menschenrechtskommission.
Depressionen bei Jugendlichen

Erneute Zunahme der Fallzahlen

Abermals sind die Fälle von Depressionen bei Jugendlichen angestiegen, besonders belastet sind dabei queere Minderjährige.
Anhörung im Fall Uganda

Sitzung im kanadischen Parlament

Homosexuelle aus Uganda haben sich in einer Anhörung an Kanada gewandt und erhoffen sich mehr Schutz für Schwule und Lesben.