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Autobiografie stärkt Lebensmut Lilo Wanders: Travestie-Ikone bleibt optimistisch

Von kw - 24.11.2025 - 16:30 Uhr
Lilo Wanders: Travestie-Ikone bleibt optimistisch
Foto: © IMAGO / Manfred Segerer
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Lilo Wanders: Optimismus mit Puderquaste.

 

Die Welt braucht Travestie-Heldinnen

Was tun, wenn die Nachrichten nur noch Graues malen und einem der Glaube an die Menschheit zerrinnt wie Foundation nach einer langen Nacht? Da meldet sich Lilo Wanders mit einer Botschaft, die einen fast schon beschämt: Sie glaubt an das Gute in uns allen! Nein, das ist kein Gag aus ihrer Kultsendung „Wa(h)re Liebe“, sondern ihre echte persönliche Lebenseinstellung – und die trägt sie auch im Alter von stolzen 70 Jahren mit so viel Würde, wie nur eine Travestie-Ikone sie aufbringen kann.

Ob im Rampenlicht oder im beschaulichen Alten Land in Niedersachsen: Ernie Reinhardt, wie Wanders mit bürgerlichem Namen heißt, lässt sich von Negativität nicht anstecken. „Ich bin zuversichtlich, dass es einen positiven Grundkern im Menschen gibt“, verrät sie in einem Interview. Wer glaubt, das sei naiv, staunt, wie oft Lilo im Alltag leise Freundlichkeit entdeckt – jene kleinen Momente, die Mut machen, während draußen Wutbürger und TikTok-Hypes toben.

 

Ein Leben zwischen Glitzer und Alltag

Wanders Harmoniesinn wird häufig belächelt – wieso immer der Sonnenschein? Doch Wanders bleibt dabei: „Ich bin eben kein Kämpfer. Ich kann nur positiv motiviert werden.“ Sie strahlt diese Zuversicht nicht nur aus, sie bekommt sie auch zurück: Das Publikum, so sagt sie, sei ihr Spiegel.

Möglicherweise liegt in dieser Haltung ihr Erfolgsgeheimnis. Immerhin wird Wanders längst als Vorbild in queeren und alternativen Kreisen gefeiert, während in Deutschland die Sichtbarkeit von Travestie-Künstlerinnen und Künstlern immer wieder für wichtige Debatten über Offenheit und Diversität sorgt. Ihr schillerndes Lebenswerk, zuletzt durch eine große Auszeichnung hervorgehoben, ist geprägt von Offenheit, Zuversicht und Glitter über jedem grauen Alltag.

„Ich erlebe auch in meinem Alltag, dass so viel Gutes passiert – aber eben oft leise. Das bewahrt mir den Glauben, dass doch nicht alles ganz furchtbar ist.“

— Lilo Wanders, Deutsche Presse-Agentur

 

Lesereise, Lebensfreude und leises Wirken

Gerade tourt Lilo mit ihrer Autobiografie "Waren Sie nicht mal Lilo Wanders?: Licht und Schatten auf der Bühne meines Lebens" durch Deutschland – und sorgt bei allen, die zuhören, für Mut und Nachdenklichkeit. Trotz gesellschaftlicher Spannungen und dem Anstieg von queerfeindlichen Haltungen setzt sie ein Zeichen: Lebensfreude bleibt nicht leise, wenn sie wie ein Paillettenkleid in den Raum glitzert.

Ob ihre optimistische Sicht den Lauf der Welt ändert? Vielleicht nicht im großen Stil. Aber ein Lächeln hier und dort, ein freundlicher Blick – vielleicht steckt sie uns damit alle heimlich an. Werden wir, inspiriert von Lilo, künftig wieder mehr an das Gute glauben? Die Zukunft bleibt, wie sie sagt, überraschend freundlich.

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