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Queere Projekte unter Druck Kündigung gefährdet queeren Schutzraum in Potsdam

Von mr - 24.11.2025 - 14:30 Uhr
Kündigung gefährdet queeren Schutzraum in Potsdam
Foto: © iStock / querbeet
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Die geplante Kündigung eines queeren Wohnprojekts in Potsdam hat zu heftigen Diskussionen über die Zukunft von Schutz- und Begegnungsräumen für queere Menschen geführt. Das Wohnprojekt in der Benkertstraße, in dessen Räumen sich auch die traditionsreiche Kneipe „La Leander“ befand, steht kurz vor dem Aus. Der Eigentümer möchte das Haus verkaufen – die betroffenen Bewohnerinnen und Bewohner sind nicht nur von Wohnraumverlust, sondern auch vom Verlust einer wichtigen Anlaufstelle bedroht.

 

Queere Schutzräume vor dem Aus?

Nicht nur in Potsdam ist dieses Thema aktuell. Bundesweit stehen queere Projekte zunehmend unter Druck: Steigende Mieten, angespannter Wohnungsmarkt und das Ende langfristiger Mietverträge treiben viele alternative Wohnprojekte an die Existenzgrenze. In Potsdam hätten die Bewohnerinnen und Bewohner des queeren Projekts mit der Kündigung ab Ende des Jahres keinen Ersatz und müssten womöglich in die Wohnungslosigkeit abgleiten. Besonders betroffen seien, laut einem Statement der Linke-Fraktion, Personen, die auf den Schutz vor Diskriminierung und ein solidarisches Umfeld angewiesen sind.

Die Partei Die Linke brachte das Thema nun in die Stadtverordnetenversammlung ein und fordert kurzfristig einen Ersatzstandort. Hintergrund ist die Erkenntnis, dass queere Wohnprojekte nicht nur Wohnraum bieten, sondern auch psychologischen Rückhalt und Netzwerke für Betroffene schaffen. Ähnliche Initiativen etwa in Berlin oder Hamburg geraten ebenfalls immer wieder in Bedrängnis – teils kämpfen sie mit Fördermittelkürzungen, teils mit gesellschaftlicher Ablehnung. Laut aktuellen Studien erleben queere Menschen in Deutschland weiterhin überdurchschnittlich häufig Angriffe oder Ausgrenzung, wie aus einer Erhebung des Deutschen Instituts für Menschenrechte hervorgeht.

 

Stimmen aus Politik und Gesellschaft

„Wir dürfen nicht zulassen, dass Räume verloren gehen, in denen queere Menschen sicher leben können“, mahnt Katharina Lorenz, Sprecherin für Sozialpolitik der Potsdamer Linke, und fügt hinzu: „Die Stadt muss jetzt Verantwortung übernehmen.“ (Quelle: Stellungnahme Die Linke)

Tatsächlich sind Kommunalverwaltungen gefordert, alternative Immobilien zu finden, sollten Schutzräume bedroht sein. Bereits mehrfach haben Städte in der Vergangenheit Grundstücke oder Gebäude günstig vermietet, um Integrationsprojekte zu retten – so etwa bei queeren Jugendzentren oder Frauenhäusern bundesweit.

 

Perspektiven für Potsdams queere Community

Die Entwicklung in der Benkertstraße wirft ein Licht auf die prekären Lebensrealitäten queerer Menschen, gerade auf einem angespannten Wohnungsmarkt wie Potsdam. Es bleibt offen, ob die Stadt einen Ausweichstandort zur Verfügung stellen kann, oder die Bewohnerinnen und Bewohner vorerst selbst Lösungen suchen müssen. Die Entscheidung der Politik wird Signalwirkung haben: Gelingt der Schutz solcher Angebote – oder droht das Verschwinden queerer Räume in den Innenstädten? Das Thema trifft einen Nerv – nicht nur in Brandenburg, sondern im ganzen Land.

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