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TIN*MV eröffnet: Beratungsstelle für Geschlechtervielfalt

Pilotprojekt stärkt Diversität TIN*MV eröffnet: Beratungsstelle für Geschlechtervielfalt

mr - 17.11.2025 - 16:30 Uhr
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Mitten in Greifswald wurde diese Woche die neue landesweite Beratungs- und Bildungsstelle für trans*, inter und nichtbinäre Menschen – „TIN*MV“ – eröffnet. Das Modellprojekt richtet sich an alle Betroffenen, genauso wie an Angehörige und Fachkräfte aus Pädagogik, Therapie, Medizin und Verwaltung. Es ist die erste Einrichtung dieser Art in Mecklenburg-Vorpommern.

 

Wichtiger Anlaufpunkt für Vielfalt

Erfahrungen aus verschiedensten Regionen verdeutlichen: Der Bedarf an spezialisierter Unterstützung für trans*, inter und nichtbinäre Personen ist hoch. Diskriminierungserfahrungen, komplexe Fragen der Identitätsfindung und unzureichende Informationslage sind verbreitet. Die neue Anlaufstelle, die jährlich mit 140.000 Euro vom Land gefördert wird, will diesen Herausforderungen begegnen. Neben persönlichen und digitalen Beratungen plant TIN*MV fortlaufend Gruppenangebote, Workshops und Sensibilisierungsschulungen, um auch Behörden und öffentliche Institutionen mit einzubeziehen. Vor allem im ländlichen Raum fehlen laut unabhängigen Beratungseinrichtungen bisher vergleichbare Angebote.

 

Gesellschaftlicher Diskurs gefordert

Die Eröffnung des Standortes ist zugleich ein Signal für mehr Sichtbarkeit und Akzeptanz von Geschlechtervielfalt. Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) betonte bei der Eröffnung, wie wichtig der offene Austausch sei, um Unwissenheit und Vorurteile abzubauen:

„Echte Akzeptanz entsteht nicht im stillen Kämmerlein – sie entsteht, wenn Menschen miteinander ins Gespräch kommen, wenn Fragen gestellt werden dürfen und wenn Wissen geteilt und verbreitet wird.“
– Stefanie Drese, Sozialministerin Mecklenburg-Vorpommern

In Deutschland hat sich zwar durch das neue Selbstbestimmungsgesetz manche bürokratische Hürde für trans* Menschen verringert, doch Alltagsdiskriminierung und psychischer Leidensdruck bleiben, wie Fachverbände kritisieren. Insbesondere Minderjährige und deren Familien benötigen niedrigschwellige Anlaufstellen, denen sie vertrauen können.

 

Starthilfe für umfassende Beratung

Auch wenn der Aufbau der Beratungs- und Bildungsangebote noch im Gange ist, gibt es erste positive Rückmeldungen. Die Nachfrage zeigt: Eine besser vernetzte Beratungsstruktur könnte zum Vorreiter für vergleichbare Projekte bundesweit werden. Findet hier ein Wandel zu gelebter Akzeptanz in Gesellschaft und Verwaltung statt oder bleibt es einstweilen bei Pilotvorhaben und Einzelinitiativen? Die kommenden Wochen werden zeigen, wie groß die Resonanz bleibt – und ob TIN*MV neue Standards für Beratung und Bildung setzt.

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