Eklat in Englands Kirche Erzbischof von Uganda hetzt gegen seine lesbische Kollegin
Seit 2019 ist Stephen Kaziimba Mugalu (63) Erzbischof der Anglikanischen Kirche von Uganda und hat seitdem immer wieder Negativ-Schlagzeilen gemacht, wenn es um die Rechte von Homosexuellen ging. Bereits kurz nach seinem Amtsantritt sprach er sich ausdrücklich gegen die Ehe für alle aus, 2023 drohte er die Zusammenarbeit mit der Mutterkirche in England aufzukündigen, weil diese Segnungen von Schwulen und Lesben zulässt – den Schritt gewagt hat er allerdings bis heute nicht. Nun meldete sich Kaziimba erneut zu Wort.
Erzbischof „schockiert“ über lesbische Kollegin
Ausgangspunkt ist die Ernennung von Cherry Vann (66) zur neuen Erzbischöfin von Wales Ende Juli dieses Jahres. Sie ist nicht nur die erste Frau in diesem Amt im Vereinigten Königreich, sondern auch die erste offen lesbische Geistliche als Oberhaupt einer Provinz der Anglikanischen Gemeinschaft. „Wir sind alle schockiert über die Ernennung von Erzbischöfin Cherry Vann, die lesbisch ist. Solche Entscheidungen in der Kirche lassen viele Menschen, darunter auch uns, fragen, was wirklich mit dem Wort und den wahren Werten Gottes geschehen ist“, so Kaziimba in seiner jüngsten Kritik.
In den sozialen Medien erntet der Erzbischof dafür viel Widerstand, nicht wenige Gläubige legen ihm nahe, er möge doch einfach seine eigene Religion gründen, wenn er mit der Mutterkirche nicht mehr zufrieden sei. Viele bewerten sein Verhalten als übergriffig und fragen sich zudem, warum Kaziimba an anderer Stelle so beharrlich schweigt, beispielsweise, wenn es um grundsätzliche Menschenrechte oder die Einführung der Todesstrafe für Homosexuelle in seiner Heimat Uganda geht. „Es macht es noch absurder, dass er die Versäumnisse der gesellschaftlichen Führer in seinem eigenen Land nicht regelmäßig kritisiert. Es scheint, als sei das Einzige, was die Kirche noch als unheilig ansieht, die sexuellen Neigungen der Menschen“, so einer der Kritiker online.
Gefahr der „LGBTIQ+-Agenda“
Kaziimba indes begrüßte 2023 die jüngsten Gesetze, die Schwule und Lesben kriminalisieren: „Homosexualität ist derzeit eine Herausforderung in Uganda, weil sie uns von außen, von ausländischen Akteuren, gegen unseren Willen, gegen unsere Kultur und gegen unsere religiösen Überzeugungen aufgezwungen wird. Sie tarnen sich als ´Menschenrechtsaktivisten´, korrumpieren aber die wahren Menschenrechte, indem sie LGBTQ in ihre Agenda aufnehmen.“
Der damalige Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, forderte daraufhin schriftlich seine Amtskollegen auf, das Anti-Homosexuellen-Gesetz in Uganda nicht zu befürworten: „Die Unterstützung solcher Gesetze ist eine grundlegende Abkehr von unserem Bekenntnis zur Wahrung der Freiheit und Würde aller Menschen. Es gibt keine Rechtfertigung dafür, dass eine Provinz der Anglikanischen Gemeinschaft solche Gesetze unterstützt: weder in unseren Resolutionen, noch in unseren Lehren, noch in dem Evangelium, das wir verkünden“, so Welby.
Erzbischöfin Vann wurde 1989 zur Diakonin der Church of England geweiht, 1994 gehörte sie zur ersten Gruppe von Frauen, die zu Priesterinnen wurden. Kurz nach ihrer Ernennung zur Erzbischöfin erklärte Vann: „Ich will mich für Heilung und Versöhnung einsetzen und ein wirklich gutes Maß an Vertrauen innerhalb der Kirche und den Gemeinden, denen die Kirche dient, aufbauen.“