Direkt zum Inhalt
Attentatsversuch auf Wien Pride

Attentatsversuch Wien Pride Zweite Chance für verurteilten Schüler – Anklage gegen Brüderpaar läuft weiter

ms - 16.07.2025 - 11:30 Uhr
Loading audio player...

In Österreich wurde jetzt der erste von drei Tatverdächtigen nach den Anschlagsplänen auf die Regenbogenparade in Wien 2023 verurteilt – sechs Monate bedingte Haft lautet das Urteil gegen einen 16-Jährigen aus St. Pölten. Das Verfahren gegen die zwei anderen Angeklagten im Alter von 19 und 22 Jahren wird weiter fortgesetzt. 

Anschlagspläne auf Regenbogenparade

Die Richter des Landgerichts St. Pölten sahen es als erwiesen an, dass der minderjährige Schüler an einer terroristischen Vereinigung sowie einer kriminellen Organisation beteiligt gewesen war. Mittels einer Telegram-Gruppe soll der Schüler demnach zusammen mit dem mitangeklagten Brüderpaar mit IS-Mitgliedern in Kontakt gestanden sein und einen Anschlag auf die Vienna Pride 2023 geplant haben. Unmittelbar bevorstehende Anschlagspläne habe es laut der Staatsanwaltschaft zum Zeitpunkt der Verhaftung noch nicht gegeben. Die Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) in Österreich schätzte die Gefahrenlage indes als deutlich dramatischer ein. 

Eine zweite Chance für den Schüler

Der jetzt verurteilte Junge hatte damals im Alter von 14 Jahren online erklärt, er wolle sich dem Islamischen Staat (IS) anschließen. Während des Prozesses hatte der Schüler schlussendlich ein „reumütiges Geständnis“ abgelegt. Zudem betonte er, sich vom extremistischen Gedankengut inzwischen zu distanzieren. Der leitende Richter erklärte im Rahmen des Urteilsspruchs: „Sie haben eine zweite Chance bekommen“. Der 16-Jährige bleibt nun unter Aufsicht der Bewährungshilfe und muss zudem an einem De-Radikalisierungs-Programm teilnehmen. Das Urteil der „bedingten Haft“ bedeutet, dass die Freiheitsstrafe aufgeschoben wird. Wenn sich der 16-Jährige in der Probezeit bewährt, muss er die Strafe nicht antreten. 

Kein Schuldeingeständnis bei Brüderpaar 

Der Prozess gegen die mitangeklagten Brüder läuft indes weiter, beide jungen Männer sind bisher nicht geständig. In den Telegram-Chats hatten sich laut Anklageschrift Beide zu Anschlägen auf die Pride in Wien geäußert, der eine wollte demnach in Tschechien ein Sturmgewehr und ein Messer dafür einkaufen, der andere soll online die Jagd auf Ungläubige gefeiert haben, die man „anstechen“ sollte. Außerdem soll es Bilder und Videos geben, die die beiden jungen Männer mit der „Tauhid“-Geste des IS zeigen – die erhobene rechte Hand mit ausgestrecktem Zeigefinger. Die Verteidigung der Brüder weißt die Vorwürfe zurück. Bei einer Verurteilung droht ihnen eine Haftstrafe von bis zu zehn Jahren. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Ausschluss bei Miss America

Trans* Frauen sind nicht erwünscht

Die Veranstalter der Miss America-Wahl haben nun ihre Richtlinien geändert und erklärt, dass trans* Frauen nicht am Wettbewerb teilnehmen dürfen.
Krise im Senegal

Homophobie und HIV

Das schärfere Anti-Homosexuellen-Gesetz sowie eine Welle von Gewalt befeuern im Senegal jetzt auch eine Krise bei der Versorgung von Menschen mit HIV.
Verfassungsänderung in Litauen

Homosexuelle Ehe und Familie

Die Regierung in Litauen will die Ehe und die Familie so in der Verfassung verankern, dass Homosexuelle und Regenbogenfamilien ausgeschlossen sind.
Rauswurf aus US-Militär

Erste trans* Soldaten betroffen

Offenbar ist das US-Militär trotz laufender Gerichtsverfahren dabei, erste trans* Soldaten nach einem Dekret des US-Präsidenten zu entlassen.
Eklat um Coachella Festival

Spenden an Anti-LGBTIQ+-Gruppen

Die Veranstalter des eigentlich queer-positiven Coachella Festivals in den USA spendeten Hunderttausende Dollar teilweise an Anti-LGBTIQ+-Verbände.
Kirche von Wales

Segnung homosexueller Paare

Die Kirche von Wales wird dauerhaft Segnungen von homosexuellen Paaren durchführen. Ein deutliches Statement gegen die Kirche von England.
Rechte Gewalt in Brandenburg

Verstärkter Einsatz der Polizei

Rechte Hetze und Gewalt hat in Brandenburg 2025 zugenommen, die Täter hatten es dabei verstärkt auf homosexuelle Männer abgesehen.
Ex-Rugbystar Gareth Thomas

Kampagne gegen Drogenkonsum

Der schwule britische Ex-Rugby-Nationalspieler Gareth Thomas will mit einer neuen Kampagne vor Chemsex und Drogen in der Community warnen.
Charlie Kirk Act in Tennessee

Neues Gesetz nach Mordfall

Im US-Bundesstaat Tennessee könnte bald der Charlie Kirk Act in Kraft treten; das Gesetz verbietet Protest gegen Anti-LGBTIQ+-Redner an Schulen.