Direkt zum Inhalt
Hetze gegen die Community
ANZEIGE

Hetze gegen die Community Der österreichische FPÖ-Nationalratsabgeordnete Wolfgang Zanger wettert gegen die „Schweinereien“ bei CSDs

ms - 10.07.2025 - 13:00 Uhr
Loading audio player...

Die rechtspopulistische FPÖ in Österreich sorgt einmal wieder für Negativ-Schlagzeilen: Nach dem ESC-Bashing und dem Appell für ein generelles CSD-Verbot in der Alpenrepublik wetterte nun der FPÖ-Nationalratsabgeordnete Wolfgang Zanger gegen Homosexuelle und queere Menschen. 

Hetze beim Blasmusik-Fest 

Nach Angaben der Kleinen Zeitung versuchte er bei einer Rede zur „Langen Nacht der Blasmusik“ in der Gemeinde St. Margarethen in der Steiermark gegen die LGBTIQ+-Community zu hetzen, offenbar allerdings mit mäßigem Erfolg. Mit Blick auf CSD-Veranstaltungen wie die Regenbogenparade in Wien sprach er so von „lauter Schweinereien“ und diffamierte die Teilnehmer als „Faschingsgockeln“. Und weiter: „Normalität ist etwas anderes. Ich bin stolz und froh, wenn ich die Mandl in der Lederhosen und die Frauen in der schönen Tracht sehe. Sei ma froh, dass wir Steirer sind.“ 

Kein Zuspruch beim Publikum 

Der erhoffte Applaus oder die Zustimmung unter den Gästen der Veranstaltung blieb indes offenbar weitestgehend aus. Bürgermeister Erwin Hinterdorfer (SPÖ) erklärte anschließend sogar: „So etwas hat bei einem Bezirksmusikertreffen nichts verloren. Das kann er bei einem FPÖ-Treffen machen, aber nicht bei so einer Veranstaltung.“ Auch die Organisatoren des Events betonten, dass solche Aussagen hier nichts verloren hätten. Ein Vereinsmitglied ließ sich mit den Worten zitieren: „Musik soll etwas Verbindendes sein und nichts Trennendes.“ Dem stimmten sowohl die meisten Gäste wie auch die eingeladenen Musiker zu. SPÖ-Nationalrat Mario Lindner bezeichnete den Auftritt anschließend als „hochpeinlich“ und forderte überdies: „Lasst’s die Leute doch endlich mit eurem Kulturkampf in Ruhe. Auch in diesem Publikum waren sicher queere Menschen, die sich Zangers Tirade anhören mussten. Das hat niemand verdient.“

Halbherzige Stellungnahme

Zanger selbst ruderte daraufhin in der Presse zurück und betonte halbherzig, dass „Jeder lieben kann, wen er oder sie will“, um anschließend trotzdem zu erwähnen, dass die Menschen aus der Region seine Meinung teilen würden. Einmal mehr spielte er wie einige seiner Kollegen zuvor auch den vermeintlichen Kinderschutz erneut gegen die Community aus: „Die Darstellung von SM- und anderen Sexualpraktiken in der Öffentlichkeit lehnen wir daher ab, denn das gefährdet unsere Kinder.“ 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Allein in der Wohnung

Queere Menschen häufig betroffen

Rund 2,1 Millionen homosexuelle und queere Menschen leben allein, besonders ältere Menschen sind häufig davon betroffen.
Kritik an der US-Polizei

Queere Menschen im Fokus?

Eine neue Studie offenbart: In Kalifornien werden Menschen, die als trans* wahrgenommen werden, häufiger von der Polizei durchsucht und festgenommen.
Aktivisten verlassen Kamerun

Community massiv unter Druck

In Kamerun bedrohen Exil, Erschöpfung und sinkende Fördermittel die Strukturen der LGBTIQ+-Community und ihre bisherigen Erfolge.
Gay for Pay bei OnlyFans

Zwischen Geld, Sex und Identität

Eine wachsende Gruppe heterosexueller Männer produziert auf OnlyFans explizite Inhalte für ein schwules Publikum und ändert Debatten über Männlichkeit
Schwules Vampir-Märchen

Sexy Fischer trifft Walfänger

Ein umjubelter schwuler Horrorfilm erzählt von einer verbotenen Liebe zwischen einem Fischer und einem Walfänger auf den Färöer-Inseln.
„Benedictwink“ geht viral

Vom Papst zum Internet-Schwarm

Ein Jugendfoto von Benedikt XVI. sorgt online für schwule Begeisterung – und lenkt den Blick auf seine umstrittene Vergangenheit.
Pride als UNESCO-Kulturerbe

Petition soll Idee vorantreiben

Die Pride-Bewegung soll als immaterielles Kulturerbe anerkannt werden, fordert jetzt auch eine Petition, nominiert von den Niederlanden.
Jetten warnt vor Rückschritten

Niederlande sehen neue Spannungen

Der niederländische Premierminister Rob Jetten warnt vor schwindender LGBTIQ+-Akzeptanz unter jungen Menschen und fordert mehr Engagement.
HIV-Wissen für die Polizei

Aktion in Großbritannien

Ein Londoner Polizist will mit HIV-Schulungen Vorurteile abbauen und setzt sich für verpflichtende Aufklärung bei der britischen Polizei ein.