Direkt zum Inhalt

Segnung von Homosexuellen Papst Leo XIV. wird die Möglichkeit einer Segnung von homosexuellen Paaren nicht zurücknehmen oder ändern

Von ms - 09.07.2025 - 12:30 Uhr
Segnung von Homosexuellen
Foto: IMAGO / epd
ANZEIGE
Loading audio player...

Ende 2023 erlaubte der verstorbene Papst Franziskus (1936-2025) erstmals unter diversen Auflagen die Segnung von homosexuellen Paaren in der römisch-katholischen Kirche. Nach der Ernennung des neuen Papstes Leo XIV. Anfang Mai dieses Jahres wurde kurz darauf bereits klar, dass der neue Pontifex in Rom kein wirklicher Unterstützer der Community sein dürfte. Seitdem stand auch die bange Frage im Raum, ob das derzeitige geistliche Oberhaupt der Kirche die Segnungen für Schwule und Lesben zurücknehmen werde – dem ist jetzt offenbar aber nicht so. 

Erklärung von Franziskus bleibt bestehen

Der oberste Glaubenshüter im Vatikan, Kardinal Victor Manuel Fernandez, erklärte nun gegenüber der italienischen Tageszeitung „Il Messaggero“, dass hier offenbar keine Änderungen geplant seien. Die Erklärung „Fiducia supplicans“ von Papst Franziskus werde bestehen bleiben, es werde auch keine Änderungen oder Streichungen im Text geben. 

Das Dokument hatte zu großen innerkirchlichen Spannungen geführt, vor allem Bischöfe aus Afrika lehnten künftige Segnungen von Homosexuellen vehement ab. Kinshasas Erzbischof Kardinal Fridolin Ambongo hatte unlängst zudem betont: „Unsere pastorale Priorität besteht für uns nicht im Problem der Homosexualität oder homosexueller Menschen. Für uns steht das Leben im Mittelpunkt: Wie man lebt – und wie man überlebt.“ Themen wie Homosexualität seien daher „für euch hier in Europa, nicht für uns in Afrika“ wichtig. In mehreren Ländern weltweit setzt sich die römisch-katholische Kirche und ihre Bischöfe bis heute explizit und mit aller Macht gegen Gleichstellungsrechte für Schwule und Lesben ein.  

Segnungen unter strengen Auflagen 

Papst Franziskus hatte Segnungen von Schwulen und Lesben unter strengen Auflagen erlaubt, dabei müsse eine „Verwechslung mit einer Eheschließung“ ausgeschlossen werden. Das Sakrament der Ehe bleibe weiterhin nur für heterosexuelle Paare vorbestimmt. Die Segnungen dürfen auch nicht im Rahmen eines normalen Gottesdienstes stattfinden. Zudem entscheidet der jeweilige Bischof oder Priester vor Ort, ob solche Segnungen überhaupt angeboten werden sollen, verbindlich ist die Erklärung des ehemaligen Papstes für keinen Geistlichen. Hardliner wie Kardinal Rainer Maria Woelki aus Köln sprachen sich immer wieder trotzdem gegen solche Segnungen aus.

Der queer-politische Sprecher der FDP, Jürgen Lenders, kommentierte das Angebot aus Rom damals als ersten Schritt in die richtige Richtung: „Aber, der Weg ist noch lang. Denn die Segnungen sind an Bedingungen geknüpft, die den Beschluss als nichts Ganzes und nichts Halbes erscheinen lassen. So darf der Segen nicht im Rahmen eines Gottesdienstes erteilt werden. Was bei Tieren und Fahrzeugen schon lange möglich ist, bleibt unverheirateten und homosexuellen Paaren weiter verwehrt. Diese Menschen sind weiter nicht richtig akzeptiert in der katholischen Kirche.“

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

Berliner MorgenpostHomophober Angriff in Berliner U-Bahnhof: Polizei sucht diese MännerNDR"Haltet euch fest": Frischer Roman über die Kraft des ZusammenhaltsWiener ZeitungTroye Sivan: Er ist gay! Gay! Gay! Gay!BILDKnutsch-Szenen auf dem Court - Wen küsst der Beckham-Spross hier?Alle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Sollte die geplante automatische Weitergabe sensibler Daten in Baden-Württemberg verhindert werden?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Fahndung nach U-Bahn-Angriff

Schläge, Tritte und Beleidigungen

Zwei Männer sollen in Alt-Mariendorf einen 30-Jährigen homophob beleidigt und verletzt haben. Die Polizei veröffentlicht jetzt Fahndungsbilder.
Eine Sekunde für die Liebe

Schwule Männer im Zeitrausch

Die Schaltsekunde wird abgeschafft. Für schwule Männer beginnt damit eine neue Zeitrechnung – zwischen Grindr, Größenwahn und ganz großen Gefühlen.
Homophobie bei der WM

FIFA meldet Rekordzahlen

240.000 Hassnachrichten bei der Fußball-WM 2026: Besonders Frankreichs Nationalspieler wurden im Netz angefeindet, berichtet jetzt die FIFA.
Vom Eis zur Erotik

Ein verborgenes Fotoerbe

Roy Blakey war Eiskunstläufer und ein Pionier schwuler Fotografie. Nun erzählt seine Nichte von seinem außergewöhnlichen Leben und Werk.
Herbst für zwei

Kuscheln statt Sommerstress

Kalte Tage, warme Bäder und lange Abende: Warum der Herbst für schwule Männer die perfekte Zeit für Nähe zu zweit sein kann.
Überraschung bei „Whalefall“

Ein Wal, ein Vater, ein Geheimnis

Im neuen Survival-Thriller „Whalefall“ verändert eine kurze Frage die Vater-Sohn-Geschichte und eröffnet eine mögliche schwule Deutung.
Vandalismus in Berlin

Was steckt hinter den Attacken?

Vier Angriffe auf die Regenbogenbank in Berlin: Im Exklusiv-Interview warnt die Polizei jetzt vor Einschüchterung und Queerfeindlichkeit.
Romeo Beckham liebt Männer

Tennisrivalität und Leidenschaft

Romeo Beckham und Paul Kircher spielen in „Forty Love“ rivalisierende Tennistalente. Der erste Trailer zeigt Liebe, Eifersucht und blutigen Horror.
NFL-Star starb an Aids

Ein Held ohne Ruhmeshalle

Vor 40 Jahren starb die schwule NFL-Legende Jerry Smith mit nur 43 Jahren an Aids. Sein sportliches Vermächtnis und sein Mut wirken bis heute nach.