Direkt zum Inhalt
Aktionswoche Sexarbeit

Aktionswoche Sexarbeit Diskriminierung und Stigmatisierung sind bis heute omnipräsent

ms - 02.06.2025 - 11:00 Uhr
Loading audio player...

Mit einer Aktionswoche Sexarbeit wollen Sexarbeiter in Berlin in dieser Woche ein besonderes Augenmerk auf die Community werfen, insbesondere auch auf LGBTIQ+-Menschen, die in der Branche tätig sind. Parallel dazu wird heute das Jubiläum 50. International Sex Workers’ Day gefeiert. Der Gedenktag soll an die Diskriminierung von Sexworkern erinnern. 

Tatsächlicher Alltag

Außerdem sei es wichtig, sich der Realität zu stellen. Johanna Weber vom Berufsverband erotische und sexuelle Dienstleistungen dazu: „Ziel ist es, die oft unsichtbare Lebens- und Arbeitsrealität von Sexarbeitenden sichtbar zu machen – jenseits gängiger Klischees. Die öffentliche Debatte über Prostitution ist oft einseitig geprägt. Bilder von Ausbeutung und Zwang dominieren die Berichterstattung. Doch wie sieht der Alltag in der Sexarbeit wirklich aus?“ 

Zusammen mit Beratungsstellen sowie Kulturanbietern will der Sexarbeiter-Verband zusammen mit weiteren Vereinen Raum schaffen bei zahlreichen Veranstaltungen in dieser Woche für eine sachliche Auseinandersetzung. Zudem setzen sich die Vereine gegen die Einführung des sogenannten nordischen Modells in Deutschland ein – dabei werden Kunden von Sexarbeitern kriminalisiert. Auch queere Vereine wie der Verband Queere Vielfalt (LSVD+), Human Right Watch sowie die Menschenrechtsorganisation Amnesty International warnen vor Verbotsgesetzen und dem Nordischen Modell. 

Stigma weiterhin verbreitet

Im letzten Jahr zeigte erstmals in dieser Bandbreite eine zweijährige Studie unter Einbeziehung des Bundesgesundheitsministeriums auf, dass gerade unter LGBTIQ+-Sexarbeitern finanzielle Not, soziale Benachteiligung, Gewalterfahrungen und psychische Belastungen sowie Stigmatisierungen weiterhin massive Kernprobleme sind. Dazu bedürfe es mehr Einsatz bei HIV- und STI-Präventionsstrategien. In der schwulen Community arbeiten rund 20.000 Männer, etwa 1.000 sind hauptberuflich als Sexarbeiter unterwegs

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Signet für queere Sichtbarkeit

Sieg läutet neue College-Ära ein

Der US-Turner Cooper Kim hat in Stanford zwei NCAA-Meistertitel errungen und sich nach dem historischen Erfolg öffentlich als schwul geoutet.
Polizei sucht Zeugenhinweise

Zwei queere Opfer leicht verletzt

Am 3. Mai sind im Bremer Stadtteil Mitte eine trans* Person und ihr schwuler Begleiter Opfer eines gezielten queerfeindlichen Angriffs geworden.
Zuwachs bei Pflegekindern

LGBTIQ+ überproportional vertreten

Über 220.000 Kinder und Jugendliche lebten 2024 in Einrichtungen oder bei Pflegeeltern, eine hohe Anzahl von ihnen ist LGBTIQ+.
Polyamorie in den USA

Rechtsgrundlagen für neue Modelle

Die Mehrheit der US-Bürger ist offen für Beziehungen jenseits der Monogamie. Die rechtliche Lage für Polyamorie-Befürworter bleibt indes sehr schwierig.
Staatsschutz ermittelt weiter

Betroffene fordern mehr Schutz

Ein 34-jähriger Mann hat in einer Berliner U-Bahn-Linie drei Menschen angegriffen und dabei homofeindliche sowie rassistische Beleidigungen geäußert.
Strukturelle Gewalt

LGBTIQ+-Frauen in Afrika

Queere Frauen in Afrika erleben viel Gewalt, so ein neuer AHRC-Bericht. Dabei erleben viele Betroffene Gewalt oft im Geheimen sowie im Familienkreis.
Folter und Mord im Iran

Aktivist berichtet über Gräueltaten

Der iranische, schwule Aktivist Ramtin Zigorat berichtete jetzt von Folter und Flucht – und setzt sich heute in Spanien für LGBTIQ+-Rechte ein.
Minderheitenstress Community

Neue Studiendaten gehen ins Detail

Diskriminierung sorgt bei LGBTIQ+-Menschen für Minderheitenstress. Je mehr Akzeptanz, je besser wird es? Ganz so einfach scheint es doch nicht zu sein
Krise bei Influencern

Erschöpfung in der digitalen Welt

Ein Leben als queerer Social-Media-Influencer ist toll? Nicht unbedingt! Eine neue Studie zeigt nun auf, rund die Hälfte von ihnen kennt ein Burnout.