Direkt zum Inhalt
Hetze gegen ESC 2026

Hetze gegen ESC 2026 Die Rechtspopulisten in Österreich markieren das Musik-Event im eigenen Land als neues Feindbild

ms - 27.05.2025 - 16:00 Uhr
Loading audio player...

Kaum gewonnen, schon geht die Kritik am Eurovision Song Contest 2026 in Österreich weiter – die Empörung darüber nimmt indes andererseits ebenso immer weiter an Fahrt auf. Nachdem zuerst FPÖ-Kultursprecher Wendelin Mölzer erklärte, er befürchte im nächsten Jahr ein „queeres, links-wokes Spektakel“, legte nun Partei-Kollege und FPÖ-Chef Herbert Kickl nach. 

Mann mit Rock, Frau mit Bart 

Gegenüber der Tiroler Tageszeitung polterte der Obmann der rechtspopulistischen und deutschnationalen Partei drauf los und sprach von einer „schrillen und lauten Community“, bevor er weiter erklärte: „Ganz ehrlich, wenn du heute als Mann keinen Rock trägst, als Frau keinen Bart, wenn du nicht trans* oder sonst was bist, bist du beim Song Contest chancenlos.“

Die österreichische Regierung habe sich für den schwulen ESC-Gewinner JJ als Kandidaten aus „Ermangelung an sonstigen Erfolgen“ entschieden. Dann hetzt Kickl weiter und erklärt: „Mit Ausnahme der Staatsbürgerschaft des Sängers JJ kann ich ja keinen bestimmten Österreich-Bezug erkennen.“ Die Operneinlagen des Countertenors aus Wien scheinen den FPÖ-Hardliner offenbar nicht überzeugt zu haben. Queere Verbände in Österreich kritisierten die Wortwahl des Politikers als völlig antiquiert und aus der Zeit gefallen. 

Hasswelle zum ESC 2026?

Nach der Wahl 2024 hatte die FPÖ die meisten Stimmen in Österreich eingefahren, Kickl galt einige Wochen lang als möglicher neuer Bundeskanzler. Schlussendlich kam es im Februar dieses Jahres zum ersten Dreier-Bündnis in Österreich, bestehend aus der konservativen ÖVP, der sozialdemokratischen SPÖ sowie den liberalen Neos.

Die Rechtspopulisten der FPÖ hatten in den letzten Jahren immer wieder gegen die Community gehetzt und vor den Parlamentswahlen 2024 erklärt, LGBTIQ+-Rechte rückabwickeln und neue, queer-feindliche Gesetze verabschieden zu wollen. Die Durchführung des ESC im kommenden Jahr in Österreich könnte die Partei als Steilvorlage nutzen, um massiv erneut Stimmung gegen Homo- und Bisexuelle sowie queere Personen zu machen. 2024 hatte fast jeder dritte österreichische Wähler (29,2%) der FPÖ seine Stimme gegeben. Die Hasskriminalität im Land steigt seit Jahren massiv an.  

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Spin-Off von Heated Rivalry

Spekulationen über neue HR-Serie

Wird es ein Spin-Off der schwulen Hit-Serie "Heated Rivalry" geben, in der es um das schwule Paar Scott und Kip geht? Es gibt erste Anzeichen dafür...
US-Paralympionike Jake Adicoff

Zwei Goldmedaillen bei Olympia

US-Paralympionike Jake Adicoff hat bereits zwei Goldmedaillen bei Olympia gewonnen, am Wochenende will er zwei weitere gewinnen.
Präzedenzfall in den USA

Gefahr für alle trans* Menschen

Ein US-Bundesgericht hat nun ein Verbot von geschlechtsangleichender Medizin bei erwachsenen trans* Personen bekräftigt. Ein Präzedenzfall für die USA
Schuldspruch in Belgien

15 Jahre Haft für grausame Bluttat

Urteilsspruch: 15 Jahre Haft für drei junge Männer, die 2021 in Belgien einen schwulen 42-Jährigen mittels Grindr in eine Falle lockten und töteten.
Social-Media-Verbot

Bundespräsident Steinmeier dafür

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich jetzt nach Bundeskanzler Merz auch für ein Verbot von Social-Media für Jugendliche ausgesprochen.
Vorfreude auf den ESC 2026

Songs und Bühnenshow stehen fest

Kribbeln im Bauch dank ESC? Jetzt stehen die 35 Songs für 2026 fest und auch die Bühnenshow verspricht ein einmaliges Erlebnis in Wien zu werden.
Urteilsspruch in Augsburg

Haftstrafe für homophobe Schläger

Vier Männer wurden in Augsburg jetzt zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt, weil sie brutal auf ein schwules Paar eingeschlagen hatten.
Missbrauch in der Kirche

93 Millionen Euro für die Opfer

Die katholische Kirche in Deutschland hat in den letzten fünf Jahren rund 93 Millionen Euro an die Opfer von sexuellem Missbrauch bezahlt.
"Homosexuelle oft Mutigste"

Starke Rede von Ex-Bundespräsident

Ex-Bundespräsident Christian Wulff ruft dazu auf, dass sich die Mehrheit der Gesellschaft aktiver für Rechte der queeren Community, engagieren müsse.