Direkt zum Inhalt
Grausamer Doppelmord

Grausamer Doppelmord Einbrecher erschlägt bekanntes schwules US-Aktivistenpaar

ms - 10.03.2025 - 12:00 Uhr
Loading audio player...

Ein grausamer Doppelmord schockt in diesen Tagen die Community an der Ostküste der USA: Das bekannte schwule Künstler- und Aktivistenpaar Mickey Harmon (40) und Jordan Celotto (37) wurde letzte Woche in ihrem Haus in Buffalo, New York, ermordet. Mit zahlreichen Schlägen auf den Kopf sollen beide Männer zu Tode gekommen sein. Die Polizei konnte jetzt einen möglichen Verdächtigen festnehmen.

Festnahme von Verdächtigen

Nach dem bisherigen Ermittlungsstand handelt es sich wahrscheinlich um einen Raubmord, die Polizei konnte in der Nähe des Anwesens der beiden Männer einen Tatverdächtigen mit einem Messer in der Hand festnehmen – Nachbarn hatten die Beamten alarmiert, weil ihnen der Mann seltsam vorgekommen war. Es handelt sich dabei um den 34-jährigen Bryan Monge Chiclana – bei der Festnahme verletzte sich der Mann mit dem Messer selbst und musste zur Behandlung zunächst ins Krankenhaus gebracht werden.

Er soll am frühen Dienstagmorgen letzter Woche durch ein Kellerfenster in das Haus des schwulen Paares eingedrungen sein, um Wertgegenstände zu klauen – offenbar hatte Chiclana ähnliches bereits in den letzten Tagen bei Autos und anderen Anwesen versucht. Wie konkret es dann zu dem Doppelmord gekommen sein soll, ist offiziell noch nicht bekannt. Beide Männer müssen nach mehreren Medienberichten allerdings sehr grausam zugerichtet worden sein.  

Anklage wegen Mordes

Die Beweise gegen den 34-Jährigen haben sich binnen kurzer Zeit so sehr verdichtet, dass der Mann nun wegen Mordes ersten Grades in einem Fall und wegen Mordes zweiten Grades in zwei Fällen angeklagt wurde, so die Buffalo News. Die Polizei geht davon aus, dass er die Opfer nicht kannte und dass es sich nicht um ein homophob motiviertes Verbrechen handelt. Chiclana selbst plädierte vor Gericht auf nicht schuldig, er bleibt bis zum Prozess in Haft. Bei einer Verurteilung droht ihm eine lebenslange Haftstrafe ohne Möglichkeit der Bewährung.  

Beliebte Mitglieder der Community

Harmon war Miteigentümer einer Kunstgalerie und eines Geschenkeladens, sein Partner Celotto arbeitete in einem Café sowie als Künstler und DJ. Darüber hinaus sind beide im Großraum New York sowie an der Ostküste der USA für ihre Arbeit als Aktivisten bekannt gewesen, immer wieder haben sie sich verstärkt für die Rechte der Community eingesetzt. Auch in ihrer Heimat, dem Stadtteil Allentown in Buffalo, engagierten sie sich sehr, um die Stadt schöner zu gestalten. 

Das schwule Stadtratsmitglied Mitch Nowakowski erklärte gegenüber dem Lokalsender WVIB: „Ich weigere mich, zuzulassen, dass das Andenken von Mickey und Jordan mit diesen abscheulichen Verbrechen verbunden wird. Ich möchte, dass jeder weiß, dass diese Menschen Künstler waren, Menschen aus der Allentown-Gemeinschaft, die die Stadt verbessert haben, die Dinge in Gang gebracht haben, die mit mir zusammengearbeitet haben, seit ich ins Amt gekommen bin. Wenn Sie Allentown sehen, seine Lebendigkeit, seine Feste, seine Kunstwerke, denken Sie an sie, denn das sind sie. Sie haben es nicht verdient, dass ihr Vermächtnis mit dem abscheulichen Verbrechen, das geschehen ist, in Verbindung gebracht wird.“

Schock in der ganzen Stadt

Die Gemeinde rief eine GoFund-Me-Kampagne ins Leben, um so die Beerdigungskosten für die zwei Männer zusammenzubekommen – binnen kürzester Zeit spendeten die Bürger fast 120.000 US-Dollar. Die zwei schwulen Männer sollen an einem ihrer Lieblingsplätze in Forest Lawn begraben werden. Das überschüssige Geld soll den Familien des Paares zugutekommen. In einer gemeinsamen Stellungnahme erklärte die Bürgergemeinschaft: „Wir sind zutiefst erschüttert. Die tragische Ermordung von Jordan und Mickey hat Schockwellen durch die ganze Stadt Buffalo geschickt. Uns fehlen die Worte. Diese beiden wunderbaren Seelen haben so viele Menschen berührt.“

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Zwangsarbeit wegen Gay-Story

Urteil wegen schwuler Fan-Fiction

Eine junge Autorin wurde in Russland zu 18 Monaten Zwangsarbeit verurteilt, weil sie schwule Fan-Fiction der K-Pop-Gruppe Stray Kids geschrieben hatte
EuGH stärkt Minderheitenrechte

24 Stunden Programm geplant

Der ungarische Fernsehsender Szivárvány TV, das erste LGBTQ‑Programm des Landes, steht unmittelbar vor dem Start.
Keine heile Welt?

Queere Kanadier in Not

Kanada war lange Zeit das Sinnbild für LGBTIQ+-Akzeptanz, ein neuer Bericht zeigt nun, dass viele queere Jugendliche massive Probleme haben.
Landesweite Signalwirkung

Religionsfreiheit vor Aufklärung

Eltern im Montgomery County, Maryland können laut Gerichtsurteil ihre Kinder künftig vom Schulunterricht zu LGBTIQ+-Themen abmelden.
Streit am Gartenzaun

Regenbogen vor US-Gericht

Ein lesbisches Paar verklagte jetzt ihre Heimatstadt Key West, deren Bürokraten ihnen verboten, den eigenen Gartenzaun in Regenbogenfarben zu bemalen.
Tödliche Messerstecherei

Mord an Universität in Washington

Eine 19-jährige trans* Studentin wurde an der Universität in Washington mit einem Messer ermordet, die Polizei fahndet derzeit nach dem Täter.
Neuer Anlauf in Colorado

Verbot von Homo-Heilungen

Nachdem der US-Supreme Court das Verbot von Konversionstherapien in Colorado gestoppt hat, hat die Regierung nun ein neues Gesetzesvorhaben vorgelegt.
Jubiläum in Italien

Zehn Jahre zivile Partnerschaft

In Italien wird zehn Jahre zivile Partnerschaft gefeiert. Nicht genug, betonen queere Verbände und fordern die gleichgeschlechtliche Ehe.
Rückenwind für Homo-Ehe

Unterstützung von UN-Gremien

Immer mehr Menschenrechtsgremien der Vereinten Nationen unterstützen die Gleichstellung homosexueller Ehepaare, so eine neue Studie.