Direkt zum Inhalt
Mehr Schutz für LGBTI*-Jugendliche
ANZEIGE

Schutz für LGBTI*-Jugendliche Neues Gesetz hilft queeren, schwarzen und behinderten Minderjährigen in US-Jugendheimen

ms - 20.12.2024 - 14:00 Uhr
Loading audio player...

Große Freude bei Hotel-Erbin Paris Hilton: Nach dem jahrelangen Einsatz ihrerseits für bessere Schutzgesetze von Minderjährigen in Jugendheimen hat der US-Kongress jetzt kurz vor Weihnachten den sogenannten „Stop Institutionalized Child Abuse“-Gesetzestext verabschiedet. Mit der Unterzeichnung von US-Präsident Joe Biden tritt das Gesetz dann zeitnah in Kraft. In besonderer Weise bedeuten die neuen Richtlinien dabei vor allem Verbesserungen für LGBTI*-Jugendliche. 

Misshandlungen in Heimen 

Jedes Jahr werden in den USA bis zu 200.000 Jugendliche von staatlichen Kinderfürsorge- und Jugendgerichtssystemen, psychosozialen Einrichtungen, Bundesbehörden, individuellen Bildungsprogrammen der Schulbezirke und von Jugendwohnheimen betreut, umgangssprachlich ist die Rede von der „Troubled Teen Industry“. 

Hiltons Organisation Stop Institutional Child Abuse hält dazu fest: „Diese Programme, einschließlich, Bootcamps, Wildnis-Programmen, therapeutischen Internaten, stationären Behandlungseinrichtungen oder Gruppenheimen, schaden in sehr hohem Maße Jugendlichen, insbesondere People of Color, LGBTI*-Jugendlichen und Minderjährigen mit Behinderungen. Die Troubled-Teen-Industrie erhält jährlich schätzungsweise 23 Milliarden US-Dollar an öffentlichen Geldern, um angeblich die verhaltensbedingten und psychologischen Bedürfnisse gefährdeter Jugendlicher zu ´behandeln´. Dennoch gibt es systematische Berichte über körperliche, emotionale und sexuelle Misshandlungen von Jugendlichen, darunter unter anderem längere Einzelhaft, körperliche, chemische und mechanische Fesseln, Nahrungs- und Schlafentzug, fehlender Zugang zu Toiletten oder Körperpflege, ´Angriffstherapien´, Zwangsarbeit, medizinische Vernachlässigung und Verweigerung einer freien und öffentlichen Bildung. Öffentliche Aufzeichnungen und Nachrichtenberichte haben mehr als 350 vermeidbare Todesfälle von Kindern in diesen Programmen dokumentiert.“ Das neue Gesetz soll hier mit einer deutlich stärkeren staatlichen Aufsicht entgegenwirken. 

Persönliche Motivation der Hotel-Erbin

Seit 2021 engagiert sich Hilton für ein neues Gesetz gegen Kindesmissbrauch in diesem Bereich. Die 43-Jährige war als Teenager selbst in einer solchen Einrichtung in Utah untergebracht und berichtete wiederholt über ihre albtraumhaften Erfahrungen in dieser Zeit. Immer wieder sei sie von Mitarbeitern geschlagen, zur Einnahme von „unbekannten Pillen“ gezwungen und nackt in Einzelhaft gehalten wurde. Bis heute leide sie daher unter Albträumen und Schlaflosigkeit, so Hilton gegenüber Fox 5. 

Kurz vor der Verabschiedung des neuen Gesetzes sagte die inzwischen zweifache Mutter: „Ich bin im Moment so emotional. Ich habe mich in meinem Leben noch nie so stolz gefühlt. Heute hier zu sein und zu sehen, wie unser Gesetz im Kongress verabschiedet wird, war einer der unglaublichsten Momente meines Lebens, und ich weiß einfach, dass mein jugendliches Ich so stolz auf die Frau wäre, die ich heute bin – ich habe meinen Schmerz in ein Ziel verwandelt und bin eine Stimme für so viele Menschen, die keine Stimme haben.“

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Australiens Volkszählung

Erstmals wird LGBTIQ+ mitgedacht

Australiens neue Volkszählung 2026 erfasst erstmals LGBTIQ+-Daten. Aktivisten sehen darin einen wichtigen Schritt für mehr Sichtbarkeit.
Lehrer kämpfen für Schutz

Ohio verschärft LGBTIQ+-Regeln

Eine Lehrerin hat in Ohio eine Kampagne angestoßen und schult Pädagogen zu LGBTIQ+-feindlichen Gesetzen gegen Schüler.
Burnhams Kabinett im Fokus

Zwischen Gleichheit und Streit

Das neue britische Labour-Kabinett unter Andy Burnham steht wegen seiner Positionen zu LGBTIQ+-Rechten derzeit verstärkt im Fokus.
HIV-Hilfe unter Druck

US-Kürzungen mit massiven Folgen

Eine neue Studie sieht massive Folgen von US-Hilfskürzungen für HIV-Programme, über 1.700 Einrichtungen weltweit mussten bereits schließen.
World Pride in Amsterdam

Königlicher Auftakt für Vielfalt

Mit Besuch von Königin Máxima ist der World Pride in Amsterdam gestartet. Veranstalter und Politik warnen vor wachsendem Druck auf LGBTIQ+-Rechte.
Ermittlung gegen Bürgermeister

Streit um beleidigende E-Mails

Nach dem Streit um die Rettung des gestrandeten Buckelwals "Timmy" ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Timmendorfer Strands schwulen Bürgermeister.
Grindr-Fallen vor Gericht

Urteilsspruch in Frankreich

Sechs Männer sind nach Grindr-Fallen in Frankreich verurteilt worden. Trotz gezielter Angriffe erkannte das Gericht kein homophobes Tatmotiv an.
Oradea Pride trotzt Verbot

CSD-Geldstrafen in Rumänien

Trotz Verbots und Geldbußen ist der Pride in Oradea durch die Innenstadt gezogen. Nun droht der rumänischen Stadt eine Beschwerde auf EU-Ebene.
Forderungen nach CSD-Amoklauf

Sicherheit für LGBTIQ+-Community

Nach dem Anschlag auf den Berliner CSD ist der mutmaßliche Täter bei einem Polizeieinsatz erschossen worden. Die politische Debatte nimmt Fahrt auf.