Direkt zum Inhalt
Rücktritt nach Flaggenverbot
ANZEIGE

Rücktritt nach Flaggenverbot Schwuler Oberbürgermeister tritt nach Stadtratsvotum zurück

ms - 10.10.2024 - 15:15 Uhr
Loading audio player...

Eine weitere Eskalationsstufe in Neubrandenburg – nachdem das Hissen der Regenbogenflagge vor dem Bahnhof während der CSD-Saison 2025 mehrheitlich vom Stadtrat per Votum abgelehnt wurde, ist jetzt der schwule Oberbürgermeister Silvio Witt kurz darauf zurückgetreten. 

Rücktritt nach Stadtratsbeschluss

Einen direkten Zusammengang mit dem Beschluss um die Beflaggung nennt Witt nicht, sondern erklärte online via Facebook: „Oberbürgermeister zu sein, ist das intensivste und vielfältigste Amt, das es aus meiner Sicht gibt. Es war mir eine große Ehre, dieses Amt bisher ausüben zu dürfen. In der Stadt, die mir über alles ans Herz gewachsen ist und die ich unumwunden liebe. Dennoch habe ich mich dazu entschlossen, das Amt des Oberbürgermeisters zum 1. Mai 2025 niederzulegen. Ich bitte Sie für diese Entscheidung um Verständnis. Meine Privatsphäre und die meiner Familie und Freunde haben mir immer viel bedeutet und ich schütze sie. Daher werde ich öffentlich keine weiteren Äußerungen zum Rücktritt tätigen.“

Mehrheitlicher Beschluss sorgt für Kritik

Das künftige Verbot zum Hissen der Regenbogenflagge am Bahnhof war von Tim Großmüller von der Wählervereinigung Stabile Bürger eingebracht und laut dem NDR mehrheitlich mit den Stimmen der AfD, des BSW, dem Projekt NB und der Bürger für Neubrandenburg entschieden worden. 

Kritik an dem Beschluss kam von der Wählergruppe Cannabis und Bürgerrechte sowie von den Grünen, die betonten, die rechten Fraktionen in Neubrandenburg hätten Angst vor Weltoffenheit. Die Links-Fraktion bezeichnete das Vorgehen als beschämend, reaktionäre Kräfte hätten ihren Willen durchgesetzt. CDU und SPD äußerten sich bisher nicht. 

Ausschreitungen im Jahr 2023

 Antragsteller Großmüller hatte bereits mehrfach die Regenbogenbeflaggung als „politische Agenda“ kritisiert, den Antrag in dieser Woche begründete er mit den Ausschreitungen im letzten Jahr. Mehrfach war 2023 am Bahnhof in Neubrandenburg die Regenbogenflagge abgerissen und in einem Fall dafür eine verbotene Hakenkreuzflagge aus der Nazi-Zeit aufgehängt worden. Großmüller betonte, es sollten daher grundsätzlich nur offizielle Flaggen gehisst werden. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Proud Staffel 2

Hoffnung auf Fortsetzung

Die HBO-Serie „Proud“ erzählt die Geschichte eines jungen schwulen Mannes – und die Hoffnung auf eine zweite Staffel wächst.
Star Trek bleibt bunt

Sorge um die Zukunft

Zum 60. Jubiläum feiern LGBTIQ+-Stars die Vielfalt von „Star Trek“ – und warnen zugleich vor einem möglichen Rückschritt bei der Repräsentation.
Denkmal für The Vivienne

Lebensgroße Statue in Liverpool

Liverpool plant eine lebensgroße Statue für The Vivienne und will damit an die Drag-Ikone und ihr Vermächtnis erinnern.
Alte Gerüchte um James Stewart

Hollywood-Legende neu im Fokus

Ein neues Biopic über US-Schauspieler James Stewart bringt alte Hollywood-Gerüchte rund um seine vermeintliche Homosexualität erneut ins Gespräch.
Besonderes "Liebespaar"

Kuss-Paar gewinnt Preis

Bei der Canal Pride Amsterdam wurden die kreativsten Boote für ihre Botschaften zu Vielfalt und Sichtbarkeit geehrt, darunter ein besonderes Kuss-Paar
Viagra gegen Krebs?

Forschung mit neuem Ansatz

Israelische Forscher untersuchen, ob Viagra Krebszellen an der Ausbreitung hindern kann – die ersten Ergebnisse sind vielversprechend.
Senegal verschärft Vorgehen

Acht Frauen festgenommen

Im Senegal wurden acht Frauen wegen lesbischer Beziehungen festgenommen – die Ermittlungen lösten Kritik aus, die Regierung hält an ihrem Kurs fest.
Siege bei Commonwealth Games

Medaillen für LGBTIQ+-Athletinnen

Voller Erfolg: Offen lebende LGBTIQ+-Athletinnen holten bei den Commonwealth Games sieben Medaillen und wären als Team auf Rang 14 gelandet.
DoxyPEP im Supermarkt

Neues STI-Angebot in Großbritannien

Der Drogerieanbieter Superdrug bietet als erster britischer Einzelhändler DoxyPEP an – ein Medikament zur Vorbeugung bestimmter bakterieller STIs.