Direkt zum Inhalt
Hakenkreuz statt Pride
Foto: IMAGO / BildFunkMV
ANZEIGE

Hakenkreuz statt Pride Rechtsradikale hissen Hakenkreuz und vernichten Regenbogenflagge

ms - 31.07.2023 - 12:00 Uhr
Loading audio player...

Zum wiederholten Mal wurde am Bahnhof in Neubrandenburg die Regenbogenflagge als Zeichen der Solidarität mit der LGBTI*-Community abgerissen – dieses Mal nun hissten die bisher unbekannten Täter stattdessen die verbotene Hakenkreuzflagge aus der Nazi-Zeit. Der Staatsschutz hat bereits gestern Abend die Ermittlungen aufgenommen, Verdächtige gibt es nach Angaben der Polizei derzeit noch keine.

Verfassungsfeindliche Tat

Ein Passant hatte die Flagge am Samstagmorgen entdeckt und sofort die Polizei alarmiert, die die Flagge entfernte und sicherstellte. Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Christian Pegel (SPD) erklärte dazu in kurzen Worten: „Das Hakenkreuz steht für die schlimmsten Verbrechen an der Menschlichkeit, die je von deutschem Boden ausgegangen sind – sie zu hissen ist nicht nur eine Straftat, sondern menschenverachtend und klar verfassungsfeindlich.“

Die Stadt Neubrandenburg selbst bekräftigte die Aussage und teilte mit, dass es sich bei einer solchen Tat nicht um ein Kavaliersdelikt oder einen Jugendstreich handeln würde. Die Stadt verurteile in aller Schärfe einen solchen Angriff auf die Menschenwürde, die Freiheit und die Demokratie; Neubrandenburg lebe und fördere die Vielfalt der Kulturen – die jüngste Attacke auf die Regenbogenflagge zeuge daher auch davon, wie notwendig eine dauerhafte Präsenz sei, nicht nur während der Pride-Saison. Mitte August soll es in der Stadt einen CSD geben. Bereits 2022 hatte die Landesregierung aus SPD und Linken durch eine Verordnungsänderung das Hissen der Regenbogenflagge rechtlich möglich gemacht, Kritik kam damals bereits von der CDU sowie der AfD.  

AfD heizt Stimmung in Neubrandenburg an

Auch der Verein QueerNB sieht in dem Vorfall mehr als einen „Dummer-Jungen-Streich“, es stecke ganz klar eine gezielte politisch rechte Agenda dahinter, die sich gegen die LGBTI*-Community richte. Umso wichtiger sei es daher jetzt, für die Rechte von sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten zu kämpfen, so der Verein weiter. Schuld an der aufgeheizten Stimmung in der Stadt habe nach Angaben des Vereinsvorsitzenden Marcel Spittel vor allem auch die AfD: „Bereits in der zurückliegenden Woche haben Diskussionen auf Facebook rund um den CSD in Neubrandenburg die Stimmung gegen LGBTIQ angeheizt. So schrieb der Neubrandenburger AfD-Bundestagsabgeordnete Enrico Komning von ´woken Regenbogen-Unsinn´, der Minderheiten-Interessen unverhältnismäßig überhöht.“

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Ängste von LGBTIQ+-Senioren

Sorge vor Diskriminierung im Alter

Ältere LGBTIQ+-Menschen fürchten Diskriminierung in Pflege und Alter – und die Gefahr, vergessen zu werden, wie eine britische Studie jetzt belegt.
USA holt WM-Titel

Sieg gegen Kanada im Finale

Die US-Frauen gewinnen erstmals seit 16 Jahren die Rollstuhl-Basketball-WM. Drei offen homosexuelle lebende Teammitglieder feiern mit.
Prozessbeginn in Sydney

Doppelmord an schwulem Paar

Prozessauftakt in Australien im Mordfall Jesse Baird und Luke Davies. Der tatverdächtigte Ex-Polizist bestreitet die Vorwürfe.
Mobilmachung in Russland

Ängste nach der Duma-Wahl

Nach der Duma-Wahl wächst in Russland die Sorge vor weiterer Rekrutierung. Gerade auch homosexuelle Männer berichten von besonderem Druck.
Elfjähriger Junge misshandelt

Fünf Jugendliche im Visier

In Italien soll ein Elfjähriger monatelang von fünf Jugendlichen sexuell misshandelt und dabei gefilmt worden sein. Die Ermittlungen laufen.
Hitzlsperger und frühere Angst

Schwierige Jahre vor Coming-Out

Thomas Hitzlsperger blickt auf eine Zeit zurück, in der er seine Homosexualität aus Angst vor den Folgen lange für sich behielt.
Eklat beim CSD Erlangen

Antisemitische Anfeindungen

Beim CSD in Erlangen kam es zu antisemitischen Anfeindungen gegen Mitglieder der jüdischen Gemeinde. Verein und Politik übt scharfe Kritik.
Angriff auf queeres Zentrum

Unbekannte bedrohen Besucher

Nach einem Angriff auf das queere Zentrum Andersraum in Hannover ermittelt jetzt die Polizei. Die Einrichtung will sich nicht einschüchtern lassen.
News zu Heated Rivalry 2

Hudson Williams verrät Details

„Heated Rivalry 2“ wird derzeit gedreht und soll 2027 mit neuen Konflikten und mehr Emotionalität starten, verriet jetzt Schauspieler Hudson Williams.