Direkt zum Inhalt
Vollbremsung bei Diversity
ANZEIGE

Vollbremsung bei Diversity Fiasko für den LGBTI*-Verein Human Rights Campaign: Immer mehr große US-Firmen steigen aus ihrem queerfreundlichen Rankingsystem aus

ms - 03.09.2024 - 09:00 Uhr
Loading audio player...

Das Ende der Diversity-Programme scheint bei großen US-Firmen jetzt in raschem Tempo besiegelt zu werden – zuletzt erklärten das Motorradunternehmen Harley-Davidson sowie Whiskey-Hersteller Jack Daniel´s das Aus für alle LGBTI*-Integrationsprogramme, es folgten JPMorgan oder auch die US-Baumarktkette Lowe's, jetzt zog auch Autobauer Ford nach. Im letzten Jahr bereits beschlossen die Biermarke Bud Light sowie auch Microsoft das Auslaufen der sogenannten DEI-Programme (Vielfalt, Gleichberechtigung, Integration).

Kein queerfreundliches Ranking mehr

Die Big Player der US-Industrie ziehen damit Konsequenzen aus dem Wunsch der Mehrzahl der Kunden – und mehr noch: Alle Unternehmen beteiligen sich auch nicht mehr am Firmenranking der LGBTI*-Organisation Human Rights Campaign (Corporate Equality Index). 

Es dürfte das schrittweise Ende der Kampagne von HRC bedeuten, deren ursprüngliches Ziel es war, LGBTI*-freundliche Firmen hervorzugeben und damit Druck auf jene Unternehmen auszuüben, die sich dem bislang verweigerten. Diese Taktik dürfte spätestens mit der Entscheidung des Autobauers nicht aufgehen und das Ranking alsbald in der Bedeutungslosigkeit verschwinden. 

Keine Politik bei Ford 

„Wir sind uns der Tatsache bewusst, dass unsere Mitarbeiter und Kunden ein breites Spektrum an Überzeugungen vertreten und dass sich das externe und rechtliche Umfeld in Bezug auf politische und soziale Fragen ständig weiterentwickelt“, so Ford-CEO Jim Farley in einem Memo an die Mitarbeiter. Man wolle sich zukünftig stärker auf die Betreuung von Kunden konzentrieren, anstatt sich „öffentlich zu den polarisierenden Themen des Tages zu äußern.“ 

Ob einer der größten Automobilhersteller der Welt mit Stammsitz in Dearborn, Michigan, damit auch auf die Anliegen der Aktionäre reagierte, ist aktuell nicht bekannt. Seit geraumer Zeit erhalten große US-Firmen aber offenbar Briefe von ihren Aktionären, darin werden die DEI-Programm als „illegale Diskriminierung“ gebrandmarkt  - so sei es beispielsweise Aufgabe der Firmenleitung, Mitarbeiter nach ihren beruflichen Qualifikationen und nicht nach Hautfarbe, sexueller Orientierung oder Geschlechtsidentität einzustellen. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Der Sommer zieht blank

Endlich wieder durchatmen

Die große Hitze geht wahrscheinlich kommende Woche – und mit ihr verschwinden Schweiß, Klebegefühl und die Sehnsucht nach Klimaanlagen.
Schwule Bären im Wandel

Ozempic verändert Szene

Medikamente zur Gewichtsreduktion verändern inzwischen auch die Bären-Community – und lösen eine Debatte über Körperbilder und Zugehörigkeit aus.
Neuzugang bei Heated Rivalry

Ein Prinz gesellt sich zum Cast

Die schwule Hit-Serie "Heated Rivalry“ erweitert die zweite Staffel um fünf weitere Darsteller, darunter der Prinz aus „Young Royals“, Edvin Ryding.
Keenan schreibt Geschichte

Hockey-Star und „First Gentleman“

Nicolás Keenan, der Verlobte von Rob Jetten, wird bei der Hockey-WM als erster offen bisexueller Mann im Teilnehmerfeld Geschichte schreiben.
Trauer um Michael Jähme

Abschied von HIV-Aktivisten

Die Community trauert: Michael Jähme, langjähriger Aktivist der Aidshilfe- und Schwulenbewegung, ist mit 67 Jahren bei einem Bergunfall gestorben.
Wachowski sucht neue Wege

Hollywood zögert bei trans* Film

Lilly Wachowski (Matrix) findet trotz positiver Reaktionen keine Finanzierung für ihren neuen trans`Thriller „The Hunted“. Hat Hollywood Angst?
Oscar-Jahr für LGBTIQ+?

„La Bola Negra“ im Rennen

Die Oscars 2027 könnten für das LGBTIQ+-Kino historisch werden – mit Chancen für „La Bola Negra“, Colman Domingo und Andrew Scott.
Hass-Welle in Marokko

Gay-Kreuzfahrt sorgt für Debatten

Neuer Ärger auf See: Eine Gay-Kreuzfahrt machte in Marokko halt. Vor Ort blieb alles ruhig, online brach eine Hass-Welle über das Schiff hinweg.
Mord an junger trans* Frau

Gewalttat erschüttert Portland

Nach dem tödlichen Messerangriff auf Juju Nadeau trauert Portland um die junge trans* Frau und erinnert an ihr lebensfrohes Wesen.