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Statement des 1. FC Köln Fußballklub veröffentlicht homophobe Nachrichten von Fans

Von ms - 19.05.2026 - 08:30 Uhr
Statement des 1. FC Köln
Foto: IMAGO / Horst Galuschka
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Der 1. FC Köln hat mit einer ungewöhnlich deutlichen Aktion in sozialen Netzwerken bundesweit Aufmerksamkeit ausgelöst. Der Bundesligist veröffentlichte auf Instagram mehrere beleidigende und menschenfeindliche Kommentare – inklusive der jeweiligen Account-Namen der Verfasser.

Das Wichtigste im Überblick

  • Der 1. FC Köln hat mehrere Hasskommentare auf Instagram öffentlich gemacht.
  • Der Verein veröffentlichte dabei auch die Namen der jeweiligen Instagram-Accounts.
  • Zahlreiche Nutzerinnen und Nutzer sowie Prominente lobten die Aktion als klares Zeichen gegen Homophobie und Menschenfeindlichkeit.
  • Kritik gab es ebenfalls: Einige Fans warfen dem Klub vor, sich zu sehr mit gesellschaftlichen Themen statt mit Sport zu beschäftigen.
  • Der FC verweist seit Jahren auf sein Engagement gegen Diskriminierung, das auch in der Vereinssatzung festgeschrieben ist.

Homosexualität als „psychische Krankheit“

In dem Beitrag sprach der Verein von Aussagen, die „einen erschüttert zurücklassen“. Zugleich machte der Klub deutlich, dass Homophobie weiterhin Realität sei. In einer Bildergalerie wurden unterschiedliche Kommentare dokumentiert, darunter homo- und transfeindliche Äußerungen sowie teils rechtsradikale Inhalte. Zu den veröffentlichten Aussagen gehörten unter anderem Sätze wie „Ihr seid die Hauptstadt der Schwulen“. Ein anderer Nutzer behauptete fälschlicherweise, Homosexualität sei eine „psychische Krankheit, die behandelt werden muss“. Auch extremistische Aussagen wurden gezeigt. So zitierte der Verein einen Kommentar mit den Worten: „Leider braucht Deutschland wieder einen Herrscher wie H!tler.“ In einem weiteren Beitrag wurde dem Klub mit göttlicher Strafe gedroht.

Viel Lob für Aktion 

Der 1. FC Köln engagiert sich seit Jahren öffentlich gegen Diskriminierung, Homophobie und Rechtsextremismus. Dass ein Profiklub jedoch konkrete Kommentare mitsamt den Profilnamen veröffentlicht, gilt als eher ungewöhnlich. Entsprechend groß fiel die Resonanz auf die Aktion aus. Innerhalb kurzer Zeit erhielt der Beitrag bis heute fast 70.000 Likes und damit deutlich mehr Aufmerksamkeit als viele sportbezogene Inhalte des Vereins.

Unter dem Posting überwogen zustimmende Reaktionen. Der Account der Cologne Pride schrieb: „Danke! Gerade in der heutigen Zeit ein gutes und wichtiges Statement.“ Weiter hieß es: „Für Queerrechte. Viele. Gemeinsam. Stark!“ Auch die Kölner Band Cat Ballou äußerte sich zustimmend und kommentierte: „Nur zusamme sin mer stark“. Hundeexperte Martin Rütter bescheinigte dem Klub eine „stabile Haltung – spürbar anders halt“. Zuspruch kam zudem aus Wirtschaft und Politik. Der Energieversorger Rheinenergie reagierte mit einem Regenbogen-Emoji sowie einem Symbol für Dankbarkeit.  Viele Nutzer hoben insbesondere hervor, dass der Verein die Namen der Accounts sichtbar machte. „Die Textenden zu verlinken ist richtig und wichtig“, schrieb ein Nutzer. Ein anderer äußerte die Hoffnung: „Hoffentlich sieht das mal ein richtiger Chef vom Kommentarschreiber.“

Kritik am Verein 

Kritische Stimmen gab es dennoch. Einige Nutzer warfen dem Verein vor, vom sportlichen Abschneiden ablenken zu wollen oder sich zu stark mit gesellschaftlichen Themen zu beschäftigen. Andere Fans widersprachen dieser Sichtweise deutlich. Eine Nutzerin schrieb: „Alle, die hier drunter schreiben: ‚Nur Fußball, keine Politik!‘ – es geht nicht um Politik, sondern um Werte und Würde.“ Sie sprach zugleich von einer „starken Aktion“ des 1. FC Köln.

In der Diskussion verwiesen mehrere Nutzer außerdem auf die Satzung des Vereins. Dort heißt es unter anderem: „Der Verein verhält sich parteipolitisch neutral und bekennt sich zur freiheitlich demokratischen Grundordnung. Er verpflichtet sich zur Achtung aller international anerkannten Menschenrechte und setzt sich für den Schutz dieser Rechte ein.“ Weiter ist in der Satzung festgelegt, dass der Zweck des Vereins nicht allein in der „Förderung des Sports“ bestehe. Vielmehr wolle der Klub rassistischen, antisemitischen und verfassungsfeindlichen Einstellungen aktiv entgegentreten. Dies gelte ausdrücklich auch für Benachteiligungen „aus Gründen der angenommenen oder tatsächlichen Nationalität, ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität“.

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