Direkt zum Inhalt
Einsatz für Menschenrechte

Einsatz für Menschenrechte Bulgarien muss sich im Fall des neuen Anti-LGBTI*-Gesetzes vor der EU erklären

ms - 23.08.2024 - 08:00 Uhr
Loading audio player...

Die EU-Kommission hat mit einer ersten Reaktion auf das neue Anti-LGBTI*-Gesetz in Bulgarien reagiert und fordert eine Klarstellung seitens der Regierung. Diese hat zwei Wochen Zeit, Stellung zu beziehen. 

EU fordert Erklärung

Die für Gleichstellung zuständige EU-Kommissarin Helena Dalli sandte das Schreiben an Bildungsminister Galin Tsokov, nachdem zuvor Präsident Rumen Radev das Gesetz final unterschrieben hatte. Bulgarien muss sich jetzt binnen der Frist erklären, warum das Anti-LGBTI*-Gesetz an allen Schulen im Land notwendig sei. Ähnlich wie in Ungarn oder Russland verbieten die neuen Richtlinien alle Themen rund um LGBTI* an allen Bildungseinrichtungen sowie im Umkreis von Schulen. 

Kommt ein Vertragsverletzungsverfahren?

Nach der Antwort aus Sofia wolle die EU-Kommission dann genau klären, ob die Gesetzesänderung mit dem Europäischen Recht vereinbar ist. Europäische LGBTI*-Organisationen wie Forbidden Colours aber auch der Lesben- und Schwulenverband Deutschland gehen von einem klaren Rechtsbruch aus und fordern ähnlich wie im Fall Ungarns ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Bulgarien. Ob sich die EU-Kommission final dazu durchringen wird können, ist indes noch völlig offen. 

UN macht zusätzlich Druck

Inzwischen haben sich allerdings auch die Vereinten Nationen zu dem Fall geäußert und ihre „tiefe Besorgnis“ über das neue Gesetz zum Ausdruck gebracht. Die UN fordert eine genaue Überprüfung, ob Bulgariens neuer Gesetzeskurs überhaupt mit den internationalen Menschenrechtsverpflichtungen in Einklang zu bringen sind – auch dies darf stark bezweifelt werden. Der Menschenrechtskommissar des Europarates, Michael O'Flaherty, hatte noch zuvor Präsident Radev aufgefordert, das Gesetz nicht zu unterzeichnen.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Kritik an neuer Zensur

Betrifft auch Social Media

Der neu gewählte Reform‑UK-Kontrollrat in Essex hat die Bewerbung von Pride‑Veranstaltungen in den öffentlichen Bibliotheken des County verboten.
Demo mit Ian McKellen

Kritik an Commonwealth-Gesetzen

Ian McKellen hat an einer Londoner Demo teilgenommen, die sich gegen die Kriminalisierung von LGBTIQ+-Personen in Commonwealth-Staaten richtet.
Zander Murray und Manosphere

Homophobie im Profi-Fußball

Zander Murray, erster offen schwuler schottischer Profifußballer, kritisiert anhaltende Homophobie und den Einfluss der „Manosphere“ im Fußball.
Der ewige George Santos

Neue Ermittlungen der US-Justiz

Der Lügenbaron und Ex-US-Politiker George Santos wurde erst Ende 2025 von Trump begnadigt, nun gibt es neue Ermittlungen wegen Wett-Betrugs gegen ihn.
Syphilis-Fälle sinken deutlich

Aufatmen in Großbritannien

Die Zahl der Syphilis-Diagnosen bei schwulen und bisexuellen Männern in Großbritannien ist 2025 deutlich zurückgegangen – erstmals seit Jahren!
Beratung für junge Menschen

Rekordzahlen aus Großbritannien

Tausende britische Jugendliche haben sich 2025 mit Fragen zur sexueller Orientierung an Childline gewandt. Zentrales Thema war das Coming-Out.
Neue US-Gesetzesinitiative

Kommt die LGBTIQ+-Helpline zurück?

Kalifornien reagiert jetzt auf die Abschaffung der LGBTIQ+-Hotline und will Jugendlichen in Krisensituationen verstärkt helfen.
Pride Monat und US-Firmen

Unterstützung zahlt sich aus

Eine neue Umfrage zeigt, dass US-Bürger Unternehmen, die Pride und LGBTIQ+-Rechte unterstützen, positiv sehen.
Verfassungsschutz in Berlin

Massive Zunahme von Extremismus

Der Berliner Verfassungsschutz warnt vor wachsendem Extremismus in Deutschland. Opfer davon sind immer wieder auch LGBTIQ+-Menschen.