Direkt zum Inhalt
Regenbogenparade Wien

Regenbogenparade Wien Großaufgebot der Polizei soll weitere mögliche Attentatspläne vereiteln

ms - 07.06.2024 - 16:00 Uhr
Loading audio player...

Wie groß ist die Gefahr von gewalttätigen Anschlägen auf CSDs und Pride-Paraden in diesem Jahr? In Wien wird diese Frage seit dem letzten Jahr mit großer Ernsthaftigkeit diskutiert, nachdem der Staatsschutz 2023 in letzter Minute einen Anschlag auf die Regenbogenparade hatte verhindern können.

Bedrohungslage beim Pride

Dass die Gefahr offensichtlich noch nicht gebannt ist, zeigen nicht nur die steigenden Zahlen von Hasskriminalität gegenüber der LGBTI*-Community in weiten Teilen Europas, sondern belegen auch jüngste Warnungen von internationalen Behörden wie dem amerikanischen FBI oder Homeland Security, die von einer „erhöhten Bedrohungslage“ reden und dabei explizit auch den Anschlagsversuch in Wien 2023 benennen.

Besseres Sicherheitskonzept 

Das Sicherheitskonzept wurde deswegen für dieses Jahr in Wien noch einmal weiterentwickelt, zudem sei man im „intensiveren Austausch“ mit der Polizei und dem Staatsschutz, so  Stonewall-Geschäftsführerin Katharina Kacerovsky-Strobl vom Organisationsteam gegenüber der Zeitung Standard vor der Parade an diesem Wochenende. 

Aktuell gebe es noch keine konkrete Gefährdungslage, man könne dies aber „nie zu hundert Prozent sagen“, so Kacerovsky-Strobl weiter. Es bestehe ein latentes Gefahrenpotenzial. Die Bedrohungslage selbst indes ist für das Team hinter der Regenbogenparade nichts neues: „Das ist ein Gefühl, das wir gewohnt sind.“

Großaufgebot der Polizei 

Am Rathausplatz in Wien gibt es dazu jetzt auch das Pride Village, ein eingezäuntes Areal für Gäste und Teilnehmer. Größere Taschen sind nicht erlaubt, kleinere Taschen werden durchsucht, zudem werden alle Personen vor Eintritt kontrolliert. Verstärkt werden die Polizisten vor Ort von Kollegen in ziviler Kleidung. Aus einsatztechnischen Gründen gibt die Landespolizeidirektion Wien keine weiteren Einzelheiten bekannt, es wird aber davon ausgegangen, dass weit mehr als 700 Polizisten im Einsatz sein werden. 

Im vergangenen Jahr sollen drei Heranwachsende mit Wurzeln in Bosnien und Tschetschenien im Alter von damals 14, 17 und 20 Jahren versucht haben, einen großflächigen Anschlag mit Fahrzeugen, Waffen und Messern auf die Regenbogenparade durchzuführen. Dazu wurden bei den bisherigen Ermittlungen auch explizite Pläne zum Bau von Bomben gefunden. Die drei jungen Verdächtigen sollen online mit Mitgliedern des Islamischen Staates (IS) in Verbindung gestanden sein. Die drei jungen Männer wurden wenige Tage später allerdings wieder freigelassen, die Ermittlungen laufen nach wie vor. Ob die Beweislage für eine Anklage ausreicht, ist aktuell noch unklar.  

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Minderheitenstress Community

Neue Studiendaten gehen ins Detail

Diskriminierung sorgt bei LGBTIQ+-Menschen für Minderheitenstress. Je mehr Akzeptanz, je besser wird es? Ganz so einfach scheint es doch nicht zu sein
Krise bei Influencern

Erschöpfung in der digitalen Welt

Ein Leben als queerer Social-Media-Influencer ist toll? Nicht unbedingt! Eine neue Studie zeigt nun auf, rund die Hälfte von ihnen kennt ein Burnout.
Fortschritte im Bereich HIV

Der lange Weg zur Heilung

HIV-Forscher aus den USA haben nun bekräftigt, dass eine HIV-Heilung bis 2040 denkbar ist. Dazu müssten mehrere Ansätze kombiniert werden.
Kritik an der Gen-Z

Weniger Jammern, mehr Handeln

Die Jugend in Deutschland jammert zu viel und handelt zu wenig, betont ein Sozialforscher. Davon betroffen sind auch queere Jugendliche.
Homosexuelle Flüchtlinge

Neue humane Wege in Kenia

Kenias Regierung will Flüchtlingslager in neue Dörfer überführen. Homosexuelle haben neue Hoffnung auf eine Verbesserung ihrer Lebensrealität.
Keine Jobs für Homosexuelle?

Sehr schwierige Lage in Afrika

Homosexuelle haben in Afrika nicht „nur“ mit Diskriminierung zu kämpfen, auch die Jobsuche wird zum Hürdenlauf, betont jetzt eine Hilfsorganisation.
Indonesien im Zwiespalt

Zwischen Hass und Herzlichkeit

Indonesien kämpft seit zehn Jahren zwischen den Extremen: LGBTIQ+-Menschen bekämpfen oder integrieren. Ein neue Studie untersuchte das Phänomen.
Kommunikation ohne Big Brother

Neue kreative Wege in Russland

Russland schränkt digitale Wege immer mehr ein, die queere Community und viele Bürger experimentieren derzeit mit neuen Kommunikationsideen.