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Hoffnungsschimmer in den USA? Trügerische Daten zur HIV-Lage verschleiern bestehende Probleme

Von ms - 23.05.2024 - 14:00 Uhr
Hoffnungsschimmer in den USA?
Foto: iStock / LSOphoto
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In den letzten Jahren verzeichneten die USA einen dramatischen Anstieg von Geschlechtskrankheiten (STI), bedingt auch durch die Corona-Pandemie und der Streichung von finanziellen Mitteln. HIV-Experten im ganzen Land schlugen Alarm. Allerdings gibt es auch vereinzelt positive Entwicklungen, wie das Center for Disease Control and Prevention (CDC) nun erklärte. 

Rückgang der HIV-Fallzahlen

Im jüngsten Bericht, dem HIV Surveillance Supplemental Report, zeigt sich, dass die HIV-Neuinfektionen zwischen 2018 und 2022 bei einer gewissen Gruppe von Menschen rückläufig war: Die Rede ist von Jugendlichen und jungen schwulen und bisexuellen Männern im Alter von 13 bis 24 Jahren. Die CDC spricht hier von einem geschätzten Rückgang von 30 Prozent. Ebenso fielen die Fallzahlen bei der Gruppe der 25- bis 34-Jährigen, allerdings nicht ganz so markant. 

Bei der Gruppe der Männer bis 64 Jahre wurde dann allerdings keine Veränderung festgehalten. Den stärksten Rückgang der HIV-Infektionen verzeichneten schwarze Männer. Allerdings wies diese Gruppe im Jahr 2022 auch die höchste Zahl an Infektionen im Allgemeinen auf.

HIV-Tests und die PrEP

Grundsätzlich positiv laut der CDC ist auch die Tatsache, dass mehr als 80 Prozent der Menschen, bei denen HIV diagnostiziert wurde, innerhalb eines Monats nach der Diagnose Zugang zu medizinischer Versorgung hatten. Darüber hinaus hatten 65 Prozent im Jahr 2022 eine sogenannte Virussuppression erreicht, HIV wurde also erfolgreich soweit unterdrückt, dass die betreffende Person nicht mehr ansteckend war. 

Die CDC sieht die Ursachen für den Hoffnungsschwimmer im Kampf gegen HIV unter anderem bei der „verbesserten Reichweite von HIV-Tests“ sowie der „verstärkten Einnahme der Präexpositionsprophylaxe (PrEP)“ unter jungen schwulen und bisexuellen Männern.

HIV-Ziele sind nicht zu erreichen

Direkt Grund zum Jubeln seien die neusten Daten allerdings nicht, zum einen, weil zu befürchten ist, dass spätestens seit 2023 die HIV-Fallzahlen mit dem Anstieg anderer Geschlechtskrankheiten auch wieder nach oben gegangen sein könnten, zum anderen aber auch, weil die Fälle insgesamt noch viel zu hoch sind, wie das HIV+Hepatitis Policy Institute erklärte. Mit diesen Raten sei es unmöglich in den USA, die HIV-Übertragungen wie geplant bis 2030 um 90 Prozent zu reduzieren. 

Ein weiterer Aspekt könnte sich wechselwirkend zudem auch auf die Zahl der Neu-Infektionen ausgewirkt haben: die Corona-Pandemie. In den Jahren 2020 bis 2023 wurde zum einen deutlich weniger auf STI und HIV getestet, weil die Zentren mit Covid-Testungen komplett ausgelastet waren; zum anderen gab es aber auch immer wieder strenge Kontaktverbote, die generell zu weniger sexuellen Kontakten in Risikogruppen wie der Gay-Community geführt haben könnten.

Hohe Neu-Infektionen bei schwulen Latino-Männern

„Obwohl wir einige ermutigende Entwicklungen sehen, bleiben Ungleichheiten bestehen, insbesondere bei schwulen Männern aller Rassen und Ethnien, Transgender-Frauen, Schwarzen und Latinos. Unter diesen Gemeinschaften gab es einige Verbesserungen; bei Transgender-Frauen stiegen die Diagnosen jedoch um 25 Prozent. Schwule Latino-Männer machen jetzt 39 Prozent aller HIV-Diagnosen bei Männern aus, die Sex mit Männern haben“, so das HIV+Hepatitis Policy Institute in seiner Presseerklärung. 

Die Frage nach dem Geld

Ein weiteres schwieriges Thema waren, sind und bleiben offensichtlich die Finanzen: „Obwohl wir gerne bessere Ergebnisse gesehen hätten, sind die Bundesmittel für die CDC-HIV-Prävention und das Ryan-White-Programm für HIV/AIDS-Pflege und -Behandlung sowie für andere wichtige Programme seit Jahren gleich geblieben. Die einzigen Erhöhungen gab es für die Initiative zur Beendigung der HIV-Epidemie, und selbst dieses Programm hat nicht die Erhöhungen erhalten, die es braucht, um erfolgreich zu sein", so Carl Schmid, geschäftsführender Direktor des HIV+Hepatitis Policy Institute. 

„Ohne signifikante Erhöhungen für die Pflege und Behandlung sowie für Präventionsprogramme, einschließlich der PrEP, werden wir leider weiterhin nur einen geringen Rückgang der Zahl der Neudiagnosen erleben, und die rassischen und ethnischen Ungleichheiten werden fortbestehen. Als Nation können und müssen wir es besser machen.“ Nach Angaben der CDC leben derzeit in den USA etwa 1,2 Millionen Menschen mit HIV.

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